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Hintiberi 20.06.2014 08:39

"Trends" bei Familiennamen
 
Guten Morgen!

Jedes Jahr wird von den Standesämtern statistisch erfaßt, welche Vornamen in den verflossenen zwölf Monaten die angesagtesten waren. So kann man schon nach wenigen Jahren, ganz besonders aber für Jahrzehnte diese Trends der Namensvergabe verfolgen.

Was mich interessieren würde ist, ob es eine Auswertung über die Entwicklung auch für Familiennamen gibt? Was ich mich hier nämlich schonmal gefragt habe:
Durch die Festlegung der Familiennamen spätestens mit Einführung der Standesämter war der "Erfindung" neuer Familiennamen, wie z.B. das Hervorgehen derselben aus Hofnamen, enge Grenzen gesetzt. Durch Heirat gab eine Frau ihren Familiennamen auf. Bei Vermählungen durch Jahrhunderte hindurch würde dies auch zwangsläufig bedeuten, daß Familiennamen aussterben, der "Pool" an Familiennamen sich also verringert... irgendwann müßte der Pool dann auch auf wenige hundert Namen zusammenschrumpfen, oder?

Seit den neuen Personenstandsgesetzen, die auch eine Beibehaltung des Mädchennamens für die Frau oder eine Annahme desselben durch den Mann möglich macht, "funktioniert" eine solche Statistikauswertung natürlich nicht mehr, aber im Zeitraum 1875 bis ca. 2000 müßte man sowas doch errechnen können!?
Gibt es also Auswertungen darüber, wie es sich mit der Häufigkeit von Familiennamen verhält?

Viele Grüße
MrMagoo

Hibbeln 20.06.2014 16:17

Hallo Jens,

schau mal hier:

http://nachname.gofeminin.de/w/nachn...utschland.html

und hier

http://christoph.stoepel.net/geogen/v3/

Die Feststellung der Häufigkeit von Familiennamen ist meines Wissens heute nur möglich auf dem Umweg über die vor Jahren eingeführten Telefon-Cd´s. Erst als man seinerzeit die Telefonbücher abgetippt und damit digitalisiert hat, konnte man auch Auswertungen über die Häufigkeit von Familiennamen durchführen.
Bei der Feststellung, daß die Frauen früher ihren Geburtsnamen zugunsten des neuen gemeinsamen Familiennamen aufgaben, darf man nicht vergessen, dass das ja für alle Familiennamen gilt. Gab in einem Fall die Braut Schmidt den Namen zugunsten des neuen Familiennamens Meier ab, gab sicherlich bei einer anderen Trauung die Braut Meier ihren Geburtsnamen zugunsten des Familiennamens Schmidt ab. Insofern ist immer ein gewisser Ausgleich da.

Dieter

fps 20.06.2014 16:59

Zitat:

Zitat von Hibbeln (Beitrag 750678)
Bei der Feststellung, daß die Frauen früher ihren Geburtsnamen zugunsten des neuen gemeinsamen Familiennamen aufgaben, darf man nicht vergessen, dass das ja für alle Familiennamen gilt. Gab in einem Fall die Braut Schmidt den Namen zugunsten des neuen Familiennamens Meier ab, gab sicherlich bei einer anderen Trauung die Braut Meier ihren Geburtsnamen zugunsten des Familiennamens Schmidt ab. Insofern ist immer ein gewisser Ausgleich da.

Hallo,
das ist zwar richtig, aber es kann dennoch geschehen, dass - seltenere - Familiennamen verschwinden, und zwar dann, wenn nur Mädchen geboren werden bzw. nur diese Nachkommen haben.
Bei häufigeren FN wird dagegen wie von dir beschrieben der statistische Ausgleich für einen Erhalt des Namens sorgen.

Ob allerdings der Zeitraum von 1875 bis ca. 2000 ausreichen wird, eine signifikante Anzahl ausgestorbener FN aufzufinden, ist nicht gesichert.

Gruß, fps

Hintiberi 22.06.2014 10:35

Herzlichen Dank, Dieter und fps, für eure Antworten!

Genau solche Fäll wie z.B. mit seltenen Familiennamen meinte ich. Daß ein Name wie "Müller" nicht so schnell verschwindet, ist logisch, doch die selteneren Namen können durchaus aussterben. So gibt es z.B. den Familiennamen meiner Ahnen "Kattenbrack" heute nicht mehr.

Eine statistische Auswertung wäre auch ohne digitalisierten Bestand möglich gewesen, hätte nur etwas gedauert: Schließlich wurden Vornamen auch schon weit vor Einführung einer Telefonbuch-CD statistisch ausgewertet. :)

Hibbeln 22.06.2014 23:22

Hallo Jens,
daß eine statistische Auswertung der Vornmane über verschiedene Jahre möglich ist, liegt doch nur daran, dass man bewußt eine Liste für die beliebtesten Jungen- und Mädchenenamen erstellt hat. An diese Information heranzukommen ist bei einer Rückmeldung der Standesämter relativ einfach. Eine solche Auswertung der beliebtesten Vornamen liegt ja mittlerweile von 1890 bis heute vor.

In vergleichbarer Form hat sich niemand um die Familiennamen gekümmert. Vor der Einführung der Telefon-CD´s wäre es überhaupt nicht möglich gewesen die Anzahl der Familiennamen bundesweit zu ermitteln. Wenn ein Familienname ausstirbt, dann kann das ja auch verschiedene Ursachen haben, z. B. wenn eine Familie keine männlichen Nachkommen mehr hat, oder Ehen kinderlos bleiben. Es gab in Paderborn einen sehr bekannten Historiker Julius Ficker, dieser Familienname ist sicherlich eine Hypothek für eine Familie. Ein Mitglied dieser Familie, der als Theologe arbeitete, stellte einen Antrag seinen Familiennamen zu ändern. Er begründete das mit Unvereinbarkeit seines Namens im Zusammenhang mit seinem Beruf.

Jens,
bei dem von Dir erwähnten Namen Kattenbrack kannst Du doch durch eigene Recherchen feststellen warum der Name in Deiner Linie ausgestorben ist.

Dieter

Hintiberi 25.06.2014 09:06

Zitat:

Zitat von Hibbeln (Beitrag 751143)
Hallo Jens,
daß eine statistische Auswertung der Vornmane über verschiedene Jahre möglich ist, liegt doch nur daran, dass man bewußt eine Liste für die beliebtesten Jungen- und Mädchenenamen erstellt hat.
In vergleichbarer Form hat sich niemand um die Familiennamen gekümmert. Vor der Einführung der Telefon-CD´s wäre es überhaupt nicht möglich gewesen die Anzahl der Familiennamen bundesweit zu ermitteln.

Hallo Dieter,
bei der Ermittlung der Vornamenstatistik haben ja bis in die 80er auch keine Computer geholfen. Aber sowas meinte ich ja damit, als ich nach dem Vorhandensein von Auswertungen fragte. Möglich gewesen wäre es sicher, wenn eine solche Liste geführt worden wäre. Dabei hätte man die Angaben der Standesämter sammeln, zusammenfassen und auswerten können. Es wäre umständlicher, aber nicht unmöglich gewesen. ;)


Zitat:

Wenn ein Familienname ausstirbt, dann kann das ja auch verschiedene Ursachen haben, z. B. wenn eine Familie keine männlichen Nachkommen mehr hat, oder Ehen kinderlos bleiben.
Klar gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Die Ursachenforschung begönne dann, wenn man empirische Daten ausgewertet hat. Siehst Du, wie nützlich so eine Statistik wäre? ;)


Zitat:

Es gab in Paderborn einen sehr bekannten Historiker Julius Ficker, dieser Familienname ist sicherlich eine Hypothek für eine Familie. Ein Mitglied dieser Familie, der als Theologe arbeitete, stellte einen Antrag seinen Familiennamen zu ändern. Er begründete das mit Unvereinbarkeit seines Namens im Zusammenhang mit seinem Beruf.
Ein ehemaliger Pfarrer von Brenken hieß auch Ficker. ;)
Bei solchen Familiennamen wäre es interessant, wie die Entwicklungskurve wohl aussähe. :)

Zitat:

Jens,
bei dem von Dir erwähnten Namen Kattenbrack kannst Du doch durch eigene Recherchen feststellen warum der Name in Deiner Linie ausgestorben ist.
Klar kann ich das. Für meinen eigenen Zweig habe ich das auch bereits; der sollte ja auch nur als Beispiel dienen. Interessant wäre eben der synchrone und diachrone Vergleich zwischen und mit den anderen Familiennamen.

Viele Grüße
Jens


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