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Buddysix 23.03.2020 09:56

Schweiz. Gebirgs-Artillerie Nr. 14
 
Liebe Forscher,

Ich suche Informationen über meinen Ur-Grossvater.
Er war im 1. WK in der Schw. Gebirgs-Artillerie Nr. 14 eingeteilt. Von 14-18.
Auf einen Blatt steht auch:6/12 17 Kan Batt. 2/14.
Kann mir jemand die Stellungsorte/Einsätze dieser Abteilung finden?

Ich habe ein altes Foto von ihm, hinten steht: Auf dem Marsch nach Lemberg 27 August 1914. War die Gebirgs- Artillerie am Anfang des Krieges auch in Russland?

Für jeden Hinweis wäre ich dankbar

Alles Gute und bleibt gesund

Buddysix

Kasstor 23.03.2020 10:21

Hallo,

willkommen im Forum.
Von Schweizer Rgt kann nicht die Rede sein, vermutl. schw als Abk von schwer, obwohl ich das bisher nicht gesehen habe.
Erste kurze Information hier: https://kuk-gebirgsartillerie.at/information.html
also Ostfront stimmt; Lemberg war 1914 aber auf kuk Gebiet. sha auch https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_in_Galizien

Gruß


Thomas

Buddysix 23.03.2020 12:06

Hallo Thomas,
Sorry, da ist mir ein Fehler unterlaufen.
Natürliche sollte das Schwere und nicht Schweizer... heissen.

Gibt ev. auch eine Feldpostnummer noch mehr Informationen?

Vorab Danke für die Links, werde mich da mal durchlesen.

Gruss

Basil 23.03.2020 13:20

Hallo Buddysix und Willkommen,

es ist immer gut, soviel Infos wie möglich zu liefern. Z.B. wo dein Urgroßvater lebte und vielleicht auch das Dokument, wo das so drin steht oder auch eine Feldpostnummer, wenn du hast. Eine Schwere Gebirgsartillerie Nr. 14 kann ich nämlich auch nicht finden, aber ein k.u.k. Schweres Feldartillerie-Regiment Nr. 14. Geht es um ein Regiment oder eine Abteilung? Sind wir denn bei der k.u.k. Armee Österreich-Ungarns richtig? Deutschland hatte auch Gebirgsartillerie.

Zitat:

Auf einen Blatt steht auch:6/12 17 Kan Batt. 2/14.
Keine Ahnung, was die vorderen Zahlen bedeuten sollen, aber die k.u.k. Gebirgsartillerie-Regimenter gliederten sich in Kanonen- und Haubitzbatterien. Es könnte sich also um die 2. Kanonenbatterie des (Tiroler und Vorarlberger) Gebirgsartillerie-Regiments "Kaiser" Nr. 14 aus Trient handeln.

Das GbAR 14 war im Frieden der k.u.k. 8. Infanterietruppendivision (XIV. Korps) in Innsbruck unterstellt. Bei Mobilmachung wurden die zwei Haubitzbatterien des Regiments der k.k. 88. Kaiserschützenbrigade beim XIV. Korps / k.u.k. 3. Armee unterstellt. Die sechs Kanonenbatterien des Regiments wurden der k.u.k. 2. Armee direkt unterstellt, die sich zunächst in Serbien befand aber ab 19. August nach Galizien verlegt wurde.

Die Unterstellungen der Batterien änderten sich noch häufig.

Grüße
Basil

VGS 23.03.2020 13:49

Hallo Buddysix,

ich kann mir kaum vorstellen, daß "schwer" im Zusammenhang mit Gebirgsartillerie einen Sinn macht. Man nutzte damals möglichst leichte Waffen. Denn diese mußten zerlegt auf Maultieren/Pferden/Mannschaften in die Höhe gebracht, dann zusammenmontiert und in die Feuerstellung bugsiert werden. Thomas hat ja einen Link mit einigen Bildern bereits angegeben. Hier ist noch ein anschauliches Bild: https://gallery.hungaricana.hu/en/Sz.../150805/?img=0
Zu Einheit selbst finden sich durchaus einige Angaben:

Zum 1.1.1891 wurde die Tiroler und Vorarlberger Gebirgsbatteriedivision aus dem früheren Festungsartilleriebataillion Nr. 9 mit den Batterien 1, 3, 5 aufgestellt und mit 7 cm Geschützen ausgerüstet. Die Bat. 2, 4, 6, sollten erst im Krieg entstehen. Davon war die 5. in Innsbruck, der Rest in Trient. 1902 kam die 5. nach Trient, dafür die 1. nach Innsbruck. 1908 wurde die Einheit in 1. Gebirgsartillerieregiment umbenannt. Je eine Kanonenbatterie waren nun in Trient, Levico, Cles u. Cavalese stationiert. Stab, Munitionspark u. Ersatzkader ebenso in Trient. 1909 wurde ein verbessertes 7 cm Geschützen ausgeliefert. Am 1. März 1913 wurde das Gebirgsartillerieregiment Nr. 1 in Trient in Tiroler und Vorarlberger Gebirgsartillerieregiment Kaiser Nr 14 mit 4 Gebirgskanonenbatterien und 2 Gebirgshaubitzenbatterien umbenannt.

Eine eigene Regimentsgeschichte gab es anscheinend nicht, sondern nur:
Georg Sobicka: Gliederung und Entwicklung der Batterien der österreichisch-ungarischen Feld- und Gebirgsartillerie im Weltkriege 1914-1918. Wien und Lepzig 1920. 110 Seiten.

Wenn Du uns Ur-Grossvaters Namen mitteilen möchtest, könnten wir ihn vielleicht in den verschiedenen Online-Datenbanken finden.

Grüße
Susanne.

@Basil: Das meinst Batterien, und keine Bataillone, oder?

Basil 23.03.2020 14:05

Zitat:

Zitat von SusanneVonG (Beitrag 1255757)

@Basil: Das meinst Batterien, und keine Bataillone, oder?

Ups, schwerer Fehler! Ich meinte natürlich Batterien. Danke!

Grüße
Basil

Buddysix 23.03.2020 14:53

Hallo zusammen,
Vielen Dank für Eure Informationen.

Also, ich habe eine Karte von meinem Ur-Grossvater vom 22.02.1916.
Mit einem roten Stempel aufgedruckt:
Dem ? Gebirgskanonenbatterie Nr.2 des k.u.k. Tiroler und Vorarlberger Gebirgsartillerieregiments Kaiser Nr. 14. (schlecht lesbar)
Absender:
Kanonier
Viktor Adami
Geb Kan. Batterie Nr. 2/14
Feldpost N° 223

Mein Urgrossvater hiess Vittorio Francesco Balthasare ADAMI, geb. 5.7.1885 in Sterzing.

Die Bezeichnung "Schw. Gebirgs-Artillerie" habe ich in einer A3 Papierkopie vom Landesarchiv Tirol bekommen.
Da steht in der Kolonne Anmerkung neben dem Namen eben diese Nr. 6/12 17 Kan Batt. 2/14
Er wurde auch in der Stellungsliste für Tirol, Bezirk Trient Stadt, Geburtsjahr 1885 gelistet.

Leider finde ich keinen Button um ein Bild einzufügen, würde vielleicht helfen.

Merci und Gruss
Mario

Basil 23.03.2020 17:42

Hallo,

dann passt ja das k.u.k. Gebirgsartillerieregiment Nr. 14. Die 2. Gebirgskanonenbatterie gehörte im Oktober 1915 zur 52. Halbbrigade im Rayon III, Abschnitt Valsugana der Tiroler Landesverteidigung. Im März 1916 dann bei der 56. Gebirgsbrigade, komb. Division Pustertal, Rayon V. s. Gebirgskrieg 1915-1918

Landesverteidigungskommando Tirol:
  • RAYON I - Ortler: Von der Schweizer Grenze über die Ortlergruppe, das Stilfser Joch bis zur Zufallsspitze.
  • RAYON II - Tonale: Von der Zufallsspitze über den Tonalepass zu den Presanella-Alpen.
  • RAYON III - Südtirol: Von den PresanellaAlpen über die Einbruchstäler nach Tirol (Chiesetal, Sarcatal, Etschtal und Suganertal) bis zur Kreuzspitze.
    Abschnitt Judikarien, Abschnitt Riva, Abschnitt Etschtalsperre, Abschnitt Folgaria-Lavarone, Abschnitt Valsugana: 52. Halbbrigade
  • RAYON IV - Fleimstal: Entlang des Kammes der Fassaner Alpen.
  • RAYON V - Pustertal: Der gesamte Dolomitenraum und entlang des westlichen Kammes der Karnischen Alpen bis zur Kärntner Landesgrenze.
    "Kombinierte Division Pustertal"
Die FPN 223 gehörte zu einem k.u.k. Feldpostamt. Die Nummer wurde im Mai 1915 vergeben, ich finde aber nur für den Zeitraum 06.16 - 01.17 eine Zuordnung, nämlich zur 88. Kaiserschützenbrigade und Gruppe Etschtal. Beide waren Teil der Tiroler Landesverteidigung. Die 56. GbBrig. hatte die FPN 222 (08.15 - 10.16).

Unter dem Texteingabebereich gibt es noch den Bereich Zusätzliche Einstellungen. Dort im 2. Feld sitzt der Button Anhänge verwalten. Da können Bilder angehängt werden. Kannst uns die Karte und/oder die Papierkopie trotzdem gerne zeigen.

Grüße
Basil

VGS 23.03.2020 17:48

Hallo Mario,

der Name Adami war gar nicht so selten in Südtirol, aber einen Kanonier Vittorio Adami hatte es dort 1916 vermutlich nur einmal gegeben. Ein solcher erhielt das silberne Verdienstkreuz, schau hier:
https://digital.tessmann.it/tessmann...+adami%22.html

Grüße
Susanne.

Buddysix 24.03.2020 08:50

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Guten Morgen Susanne und Basil

@ Susanne: Das könnte wirklich mein Vittorio sein.Danke! Ich hänge ein Foto von ihm an, da sieht man aber zwei Abzeichen, welches ist das Verdienstkreuz?

@ Basil: Vielen Dank für die Informationen über das Gebirgsartillerieregiment.
Gibt es da auch Quellen die Du mir angeben kannst?

Übrigens, mein Ur-Grossvater ist 1886 mit seinen Eltern in die Schweiz eingereist und dort dann eine Schweizerin geheiratet.
Meine Frage nun: da er immer noch Italiener (Oesterreicher?) war, musste er da seine Wehrpflicht erfüllen, oder war er aus Vaterlandsliebe in den Krieg gezogen?

Gruss
Mario


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