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Stefan86 30.05.2015 12:35

Notdienstverpflichtung von Jugendlichen
 
Hallo liebe Mitforscher,

ich hatte vor kurzem das Arbeitsbuch meines Großvaters in der Hand und dort eine Eintragung bemerkt, die ich bis jetzt noch nicht wahrgenommen hatte. Er hat im Juni 1942 seine Lehre begonnen. Unter dem 14.12.1944 steht die Eintragung "beurlaubt zur Notdienstverpflg.". Zu diesem Zeitpunkt war er 16 Jahre alt.

Leider kann ich meinen Großvater nicht mehr fragen und er hat zu Lebzeiten nie über diese Zeit gesprochen. Im Internet habe ich gelesen, dass Jugendliche für unterschiedliche Verwendungen notdienstverpflichtet werden konnten z.B. für den Stellungsbau, Feuerwehr oder Volkssturm. Ich weis, dass mein Großvater bei der HJ war. Meine Oma hat gesagt, dass er an keinen Kampfhandlungen teilgenommen hat (die bei uns im Erzgebirge ja auch, soweit ich weis, nicht stattgefunden haben). Er soll wohl eine Zeit lang ankommende Flüchtlinge in ihre Unterkünfte gebracht haben.

Gibt es eine Möglichkeit, hier noch Näheres zu erfahren? Bei der WASt werden sich sicher keine Unterlagen zu diesen "Notdienstverpflichteten" finden, oder? Ich dachte eher an Kreis- oder Stadtarchiv. Hat jemand evtl. schon Erfahrungen bei der Nachforschung zu einer solchen Thematik?

Vielen Dank und viele Grüße

Stefan

kalle33 07.06.2015 13:48

Hallo Stefan,
Meine Urgroßtante musste am Ende des Krieges, auch zum Arbeitsdienst. Dort hatte sie lange nichts zu tun. Deswegen ist sie auf Bitte der Mutter zu ihrem Kranken Vater gefahren. Als sie ankam war ein SS Offizier, der zu den Vater sagt. WEnn sie nicht schnell wieder zum Arbeitsdienst kommt. Dann holt er einen Offizier (Namen habe ich vergessen, aber er rühmte sich damit Leute aufzuhängen). Dann riefen sie an und ihnen wurde mitgeteilt, das die Leute schon weiter gezogen sind. Deswegen sollte sie sich bei einem Lager melden. Das war ein Sonderteil eines KZ.
Ich könnt die Geschichte auch zu ende erzählen, aber nun wieder zu deiner Frage. Ich habe das nur herrausgefunden durch Erzählungen und durch dieses Straflager. Aber du kannst ja einfach mal WAST eine Email schreiben. Aber ich sschlage dir vor die letzten Überlebenden aus dieser Zeit (aus deiner Familie) schnell zu befragen.
Lg Kalle

GunterN 07.06.2015 15:10

Hallo zusammen,

Ich habe folgendes gefunden:

Dienstdauer im Reichsarbeitsdienst

Die Dienstdauer betrug für Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zunächst sechs Monate; die Dienstzeit war dem zweijährigen Wehrdienst vorgelagert. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde sie ständig verkürzt und betrug zum Schluss nur noch sechs Wochen, die ab Mitte 1944 ausschließlich zur militärischen Grundausbildung genutzt wurden.
Für Frauen betrug die Dienstzeit seit 1939 sechs Monate, die jedoch häufig durch eine Notdienstverpflichtung verlängert wurden. Im Juli 1941 wurde die Dienstzeit durch den Kriegshilfsdienst um weitere sechs auf zwölf Monate ausgedehnt, im April 1944 auf 18 Monate verlängert und im November 1944 schließlich vollständig entfristet. Die durch die Dienstzeitverlängerungen des Jahres 1944 gewonnenen zusätzlichen Kräfte kamen überwiegend als Flakhelferinnen zum Einsatz.
Während des Arbeitsdienstes lebten die „Arbeitsmänner“ und „Arbeitsmaiden“ kaserniert in sogenannten Lagern.

Hier noch eine Ergänzung zum Alter:

http://www.jugend1918-1945.de/thema....1788&open=5000

Gruß - GunterN

meyerhans 07.06.2015 16:41

Notdienstverpflichtung von Jugendlichen.
 
Hallo Gunter,

Man durfte nicht Lager sagen. Ich war auf die Schreibstube eingeteilt und am ersten Tag meldete ich mich am Telefon mit" Arbeitsdienstlager". Da kam der Oberfeldmeister, der hatte das gehört, reingestürzt und schrie mich an:" Sagen Sie nicht Lager" und ein ordentlicher Anschiss dazu. Der konnte mich von da an nicht leiden. Das war August 1944.

Amicalement!
Hans

GunterN 07.06.2015 18:14

Hallo Hans,

der 1. Abschnitt ist ein Auszug aus einem Wikipedia - Abschnitt.
Ist nicht meine Wortwahl gewesen mit dem Lager. Der oder die Verfasser werden es auch nicht genau gewusst haben.

Gruß - GunterN


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