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Hina 28.01.2011 23:50

Hallo Bianca,
da hat sich 2007 viel geändert und nun ist es kein Privileg mehr, als Sowieso-EU-Bürger die Deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, wenn man im Grunde sowieso Deutscher ist :wink:. Zum Glück sind diese überheblichen Deutschtümelei-Zeiten endlich mal vorbei und auch Deutschland musste sich internationalen Gepflogenheiten anpassen und sich damit abfinden, dass z.B. auch Du im Prinzip Deutsche Staatsbürgerin bist und dafür keine kostspieligen Bedingungen, wie ein Ausländer bei Einbürgerungsbegehren mehr erfüllen musst, geschweige denn, Deine Österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben müsstest. Das braucht man heute nicht mal mehr, wenn man durch Heirat eine andere Staatsbürgerschaft annimmt.
Viele Grüße
Hina

emma2412 31.01.2011 04:33

Hallo!

Vielen Dank euch allen für die interessanten Schilderungen!

Schöne Grüße aus Österreich :D

Friedhard Pfeiffer 31.01.2011 19:50

Zitat:

Zitat von Hina (Beitrag 387915)
Hallo Bia,
wenn Deine Mutter Deutsche ist und Du sogar in Deutschland geboren bist (was allerdings nicht maßgeblich ist), dann dürfte es aber nach den neuen EU-Regeln von 2007 zur Mehrstaatsbürgerschaft überhaupt kein Problem sein, auch die deutsche Staatsbürgeschaft zu aktivieren. Es gilt automatisch die doppelte Staatsbürgerschaft, aber sie muss natürlich aktiviert*) werden, denn Erahnen können es die Behörden natürlich nicht.

*) Aktivieren tut man am besten dadurch, dass man "einfach" einen deutschen Pass [entweder bei der deutschen Wohnortgemeinde oder im Ausland bei zuständigen deutschen Konsulat] beantragt, für den "lediglich" die Passgebühr zu zahlen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

carinthiangirl 17.02.2013 14:31

Mit österr. Pass kannst du dich BIS ZUR VOLLJÄHRIGKEIT dazu entscheiden, die Deutsche Staatsbürgerschaft dazu zunehmen, so du ein Recht darauf hast durch einen Elternteil der sie auch besitzt. Entscheidest du dich dagegen, so ist das Recht verwirkt. Danach ist das nicht mehr möglich. Ich weiss das durch eine Bekannte, eine ihrer Töchter nahm die deutsche dazu, die andere hat es nicht gemacht. Letztere allerdings hat damit ihr Recht darauf sagen wir mal für immer verspielt.
Vielleicht wurde also nach der Volljährigkeit nachgefragt - deswegen vielleicht die Angabe der hohen Kosten....

Hina 17.02.2013 14:36

Ob für immer, glaub ich noch nicht mal. Das ist eher eine Frage, wie die EU-Staaten ihr Staatsbürgerschaftsrecht an die europäischen Vorgaben anpassen. Das geht manchmal langsam und zähe. Hier in Dänemark ist es ja genauso. Man muss sich bis zum 23. Lebensjahr entscheiden, dann ist Schluss. Wenn man aber droht, vor dem EU-Gerichtshof zu klagen, dann siehe da, ist gar nicht so Schluss. Eine Bekannte konnte das dann auch im Alter von 27 Jahren noch machen. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass in einigen Jahren sämtliche EU-Staaten zur Mehrfachstaatsbürgerschaft eine einheitliche Gesetzgebung haben werden. Vieles ist einfach nur eine Frage der Zeit. Vor allem diese altersbegrenzenden Regelungen sind ja äußerst umstritten. Entweder erfüllt man die Voraussetzungen oder nicht und das hat wenig mit dem Alter zu tun.

Guter Nordwind 17.02.2013 16:01

Hallo allerseits,

um die Verwirrung noch komplett zu machen:
Wenn ein Kind heutzutage mit einem österr. Vater und einer deutschen Mutter in Deutschland geboren wird, dann kann dieses Kind nur die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.
So bei mir geschehen vor 10 und 8 Jahren.
Unsere Kinder hätte nur beide Staatsbürgerschaften bekommen können, wenn wir uns entschlossen hätten im Konsulat zu entbinden, was uns dann aber zu aufwändig war :D
Wir hätten gerne beide Staatsbürgerschaften gehabt und das war die Antwort (die mit dem im Konsulat entbinden), die wir dazu bekommen haben.
So sind die Kinder "nur" halt Deutsche.

Friedrich 17.02.2013 16:33

Zitat:

Zitat von Guter Nordwind (Beitrag 616053)
So bei mir geschehen vor 10 und 8 Jahren.

Und ich dachte erst, Du wärst vor 10 und 8 Jahren geboren worden...

Manchmal heiße ich Eulenspiedrich...

Guter Nordwind 17.02.2013 16:59

Werter Herr Eulenspiedrich,
ich habe das auch wohl ein bisschen zu verwirrend aufgeschrieben :wink:!
Wobei es natürlich hübsch wäre, wenn ich gleich zweimal geboren worden wäre und in meinem verwirrend jugendlichen Alter schon so gut komplexe Zusammenhänge aufschreiben könnte, egal ob die jemand versteht oder nicht :D.
Meinen Ahnen waren auch schon so gebeutelt: bis 1807 grundsätzlich dänisch, danach bis 1890 britisch und erst seit so kurzer Zeit deutsch.
Und dann "produziere" ich auch noch mit einem Österreicher Kinder!
Da kann man ja nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

Gruß aus dem trüben Hamburger Westen,
Katrin

Bia 18.02.2013 22:19

Hallo Katrin,

das verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht.

Ich bin Österreicherin, mein Mann ist Deutscher und wir haben gerade Nachwuchs bekommen.

Im Vorfeld habe ich in Österreich und bei meinem zuständigen Konsulat nachgefragt, wie die Staatsbürgerschaft für unseren Nachwuchs aussieht.

Einhellige Antwort: unsere Tochter hat beide Staatsangehörigkeiten!

Und ich habe NICHT im Konsulat entbunden!

Ich füge hier mal die Aussage der österreichischen Botschaft in Berlin vom 08.10.2012 ein:

Sehr geehrte Frau Thomas,
unter Bezugnahme auf Ihre an das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten gerichtete Anfrage teilt Ihnen die Konsularabteilung der Botschaft mit, dass gemäß § 7. (1) des Staatsbürgerschaftsgesetzes 1965 in der ab 1.9.1983 gültigen Fassung eheliche Kinder mit der Geburt automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft erwerben, wenn zu diesem Zeitpunkt ein Elternteil österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger ist und zwar unabhängig davon, ob das Kind z.B. im Wege des anderen Elternteiles oder durch den Geburtsort automatisch eine weitere Staatsangehörigkeit erwirbt („Doppelstaater bzw. Mehrstaater“). Der Nachweis der fremden Staatsangehörigkeit des anderen Elternteils zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes wäre aber durch einen Nachweis (z.B. Reisepasskopie, etc.) zu erbringen.
Dieser Automatismus tritt von Gesetzes wegen ein; einer speziellen Registrierung oder Anmeldung bedarf es nicht. Eine Entscheidungspflicht, welche von den beiden ex-lege mit Geburt kraft Abstammung nach dem Vater bzw. nach der Mutter erworbenen Staatsangehörigkeiten nach dem 18. Lebensjahr beibehalten werden soll, gibt es in den derzeitigen österreichischen und deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzen nicht. Die österreichische Staatsbürgerschaft verliert jedoch, wer aufgrund seines Antrages, seiner Erklärung oder seiner ausdrücklichen Zustimmung eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt, sofern nicht vorher die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft bewilligt wurde. Auch ist einem Staatsbürger, der freiwillig in den Militärdienst eines fremden Staates tritt, die Staatsbürgerschaft zu entziehen.
Für die Beantragung von Dokumenten für Ihr Kind (Reisepass und Staatsbürger-schaftsnachweis) gibt es keine Frist. Allerdings ist die erstmalige Ausstellung von Dokumenten, sofern sie innerhalb von zwei Jahren nach der Geburt des Kindes aus-gestellt werden, gebührenfrei.
Der Staatsbürgerschaftsnachweis kann auch postalisch bei der Botschaft in Berlin beantragt werden, eine persönliche Antragstellung ist, auch für den Reisepass, bei den Honorarkonsulaten in Düsseldorf, Hannover oder Stuttgart möglich.
STAUFFENBERGSTRASSE 1 - D-10785 BERLIN
TEL: 030 20287-112 FAX: 030 229 0569
BERLIN-KA@BMEIA.GV.AT
Weitere Hinweise zu diesem Thema sowie zur Beantragung von Dokumenten finden Sie auch auf der Homepage der Botschaft unter http://www.bmeia.gv.at/botschaft/ber...erreicher.html .
Die erforderlichen Urkunden sind im Original oder als beglaubigte Abschrift beizubringen. Fremdsprachige Unterlagen, sofern es sich nicht um solche in englischer Sprache handelt, sind in einer von einem beeideten Dolmetscher angefertigter Über-setzung in die deutsche Sprache vorzulegen. Bei Einbringung des Antrages per Post ist die Gebühr zu überweisen und eine Kopie des Einzahlungs- Überweisungsbeleges dem Antrag beizulegen (keinen Verrechnungsscheck mitschicken).
Die Konsularabteilung der Botschaft hofft, Ihnen damit behilflich zu sein und steht Ihnen für weitere Auskünfte, gerne auch telefonisch unter 030/20287-112, zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Nach meinem Verständnis müssten dann auch Deine Kinder beide Staatsangehörigkeiten besitzen.

Gruß
Bianca

Hina 18.02.2013 22:25

Ich glaube, da liegt der kleine aber feine Unterschied "... in der ab 1.9.1983 gültigen Fassung eheliche Kinder mit der Geburt automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft erwerben".
Demnach betrifft es z.B. nichteheliche Kinder nicht. Da sind andere Länder schon wesentlich weiter, weil sie keinen Unterschied mehr machen, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Natürlich muss es aber eine offizielle Vaterschaftsanerkennung geben.

Viele Grüße
Hina


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