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Ilja_CH 15.10.2019 21:54

Sammelte die DDR Infos über Touristen?
 
Falls ja, wo könnte man diese Infos einsehen?

Falls Schweizer oder Ausländer mehrmals in der DDR und Ostberlin waren, kann es sein, dass sich die DDR für diese Besucher interessiert hat?

Anna Sara Weingart 15.10.2019 22:24

Ja, natürlich.

Bloß wirst Du keine Infos bekommen wegen Datenschutz.
Außer Du willst etwas über Dich selber herausfinden. Aber das hätte keinen Mehrwert, denn Du kennst Dich ja selber am besten.

https://www.bstu.de/akteneinsicht/privatpersonen/
https://www.bstu.de/assets/bstu/de/D...eneinsicht.pdf

Brunoni 15.10.2019 23:00

Zitat:

Zitat von Ilja_CH (Beitrag 1214897)
Falls ja, wo könnte man diese Infos einsehen?

Falls Schweizer oder Ausländer mehrmals in der DDR und Ostberlin waren, kann es sein, dass sich die DDR für diese Besucher interessiert hat?

Natürlich hat man sich für diese Besucher aus dem NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) interessiert.
Die Besucher wurden ja von den Gastgebern per Antrag eingeladen. So war man informiert wer wann zu wem kam.
Bis weit in die 70er Jahre nannte man das Gesamtdeutsche Arbeit bzw. Gesamtdeutsche Gespräche.
Der Bürgermeister wurde vom Rat des Kreises über den Zeitpunkt des Besuches informiert.
Bestimmte Vertreter aus den Gemeinden führten dann bei den Gastgebern mit den Besuchern Gespräche über die Politische Lage und die Ansichten der Gäste.
Über das Ergebnis dieser Gespräche wurde dann der Rat des Kreises informiert. In den Städten war es sicher ähnlich.
Ich empfehle für die Suche auf dem Land immer zuerst das Ortsarchiv. Danach kann man größere Kreise ziehen.
Es ist manchmal verwunderlich, wo alte Akten so lagern.

Viele Grüße
Brunoni

Mr. Black 16.10.2019 16:40

Zitat:

Zitat von Brunoni (Beitrag 1214909)
Bestimmte Vertreter aus den Gemeinden führten dann bei den Gastgebern mit den Besuchern Gespräche über die Politische Lage und die Ansichten der Gäste. Über das Ergebnis dieser Gespräche wurde dann der Rat des Kreises informiert. In den Städten war es sicher ähnlich.

Diverse Zweige meiner Familie wurden durch diese absonderliche Posse der Mauer geteilt und besuchten sich in diesen Jahren gegenseitig. Solche Vertreter wie oben erwähnt oder Gespräche mit diesem Hintergrund gab es jedoch nie. Es ist wohl wie mit allen Dingen - alles ist/war möglich.

Alles Gute

Marcus

Wolfg. G. Fischer 16.10.2019 17:44

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1214900)
JAußer Du willst etwas über Dich selber herausfinden. Aber das hätte keinen Mehrwert, denn Du kennst Dich ja selber am besten.

https://www.bstu.de/akteneinsicht/privatpersonen/
https://www.bstu.de/assets/bstu/de/D...eneinsicht.pdf

Ich werde das mal versuchen. Möchte schon wissen, was die über mich wussten!

Ilja_CH 16.10.2019 18:49

Danke erstmals allen für ihre Infos und Beiträge.

Dann handelt es sich dabei also um das «normale» Stasi-Archiv, hätte ich mir denken können. Aber nachfragen kostet nichts.

Zitat:

Bloß wirst Du keine Infos bekommen wegen Datenschutz.
Außer Du willst etwas über Dich selber herausfinden. Aber das hätte keinen Mehrwert, denn Du kennst Dich ja selber am besten.
Das ist mir bewusst, aber ich kann für besagten Vorfahren alles vorbereiten und Vorfahre unterschreibt dann.
Und selbst wenn es über mich ginge, fände ich eine Einsicht trotzdem spannend. Wie wurde ich interpretiert? Gab es überhaupt Aufzeichnungen? Falls z. B. Nordkorea eines Tages offen sein wird, werde ich dort auch versuchen nachzufragen, ob es eine Akte gibt, als ich 2012 dort war. Falls es – wie im Falle der DDR – überhaupt überlieferte Akten geben wird.

Juergen 16.10.2019 18:57

Hallo,

nur so, nicht ganz passend.

In den 1990 iger Jahren stellte ich mal einen Antrag zur Akteneinsicht bei der damaligen
"Gauck-Behörde", um zu sehen, ob überhaupt zu meiner Person eine Stasi-Akte existierte.

Praktisch war ich aber für die Stasi unintersseant, jedenfalls brachte es fast nichts.
Ausser, das dort ein West-Berliner, welcher mir namentlich völlig unbekannt ist,
genannt wird, der mich angeblich besuchen wollte und meine Adresse angab.

Wie der auf mich kam, ist mir völlig rätselhaft.
Vielleicht mal eine flüchtige Kneipenbekanntschaft mit der ich einst Adressen austauschte?
Wer weiß ...

Nach dem wohl aus der CSSR stammenden Herren hatte ich auch mal gegoggelt,
aber nischt gefunden.

P.S. Mir fällt noch ein, einmal wurde ich von den Herren von der Stasi per Auto, zur Stasi Zentrale
abgeholt, um zur Klärung eines Sachverhaltes befragt zu werden.
Es ging um einen mir Bekannten "Republik-Flüchtling".

Diese Befragung tauchte in meiner Akte nicht auf.
War schon "ulkig", wie die mich dort recht freundlich aushorchten, um zu erfahren, ob mir dessen Pläne bekannt waren
und ich sollte mich bei denen melden, wenn dieser mir mal Post schickte.
Ansonsten, hatten sie mich erst im Unklaren gelassen, ob die Flucht geglückt ist.
Aber später dann doch gesagt der sei im Westen.
Den habe ich auch mal im West TV gesehen nach seiner Flucht. Der war aber "unpolitisch".

Gruß Juergen

Anna Sara Weingart 16.10.2019 19:21

Noch bis 21.10.2019 ist die Erich-Mielke-TV-Doku in der Mediathek bei arte verfügbar
https://www.arte.tv/de/videos/043849...ter-der-angst/

Brunoni 16.10.2019 20:40

Zitat:

Zitat von Mr. Black (Beitrag 1215050)
Diverse Zweige meiner Familie wurden durch diese absonderliche Posse der Mauer geteilt und besuchten sich in diesen Jahren gegenseitig. Solche Vertreter wie oben erwähnt oder Gespräche mit diesem Hintergrund gab es jedoch nie. Es ist wohl wie mit allen Dingen - alles ist/war möglich.


Marcus, nun würde mich der Zeitraum der Besuche nach 1970 mal interessieren.
Später gab es diese Gespräche nicht mehr. Da reichte die persönliche Meldung über die erfolgte Einreise aus.
Diese betrug, glaube ich, 24 Stunden.
Auch unsere Familie hatte mit Mauer und Trennung zu kämpfen.

Viele Grüße
Brunoni

Mr. Black 17.10.2019 11:28

Hallo Brunoni,

das ist eine interessante Thematik und ich muß gestehen, diese Gespräche sind mir völlig neu - ich habe einige Familienmitglieder diesbezüglich befragt und der Zeitraum der Besuche lag in den 1960er Jahren bis zum Ende dieses Konstruktes.

Alles Gute

Marcus


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