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Alt 26.05.2009, 00:13
Geza_ Geza_ ist offline
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Hallo Hina,

daß das "y" in Ungarn ein Adelskennzeichen ist, ist in einigen Unterlagen zu finden, auch mein Vater hat es mir gesagt, der in Ungarn geboren wurde. Wenn ein Ortsname auf "y" endet und die Familie ist bürgerlich, wird auf "i" geändert. Der adlige Dichter Jokay änderte seinen Nachnamen in "Jokai", um die Adelskennzeichen zu entfernen. Das wäre ja nicht nötig gewesen, wenn das "y" nicht in jedem Falle eine Adelszugehörigkeit bedeuten würde.

"yi" ist Adels- und Herkunftsendung zugleich, daran bestehen keine Zweifel. Es ist allerdings die Frage, ob jemand so einen Adelsnamen zu Recht trägt, oder nicht. Der Adel galt in Ungarn nicht allzuviel, schon wegen der großen Zahl von Adeligen. Als Budapest von den Türken befreit worden war, wurden alle Einwohner der Stadt geadelt.

Daß eine Familie im Siebmacher nicht erscheint, bedeutet noch nicht, daß sie nicht adlig ist. Ich kenne Familien, die finden sich dort nicht, aber in Nemesi evkönyv (Adliges Jahrbuch) schon. Und es war allgemeine Praxis bis 1945, daß ungarische dlige in Deutschland ein "von" führten, egal ob sie in den österreichischn Adel aufgenommen wurden, oder nicht. Deswegen hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, daß ungarische Adlige, die vor 1947 (der offiziellen Abschaffung der Adelstitel in Ungarn) nach Deutschland kamen, mit dem "von" eingebürgert werden.

Ich weiß auch, daß im Zuge der Ungarisierung von Familiennamen in Ungarn vor 1945 Namen vergeben wurden, die es bereits als Familiennamen gab, auch Adelsnamen. Offenbar hat man nicht erst um Erlaubnis gefragt.

Lichtgruß,
Geza
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