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Alt 14.03.2017, 10:56
trabajador trabajador ist offline
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Zitat von Wolhyniendeutscher1861 Beitrag anzeigen
Ich möchte mich nicht unbedingt in eine Schublade stecken, sondern (mehr oder minder präzise) wissen, wo meine Herkunft und Ursprung liegt. Dass es Vermischungen immer gibt und dass die Wiege der Menschheit in Afrika liegt, ist mir klar.
Aber dass ich nicht einschätzen kann, ob ich nun zu 1/4 Pole oder zu 3/4 Pole bin, stört mich. Von der Genealogie erhoffte ich mir Antworten, die bisher ausbleiben.

Darum würde ich mich freuen, Ergebnisse anderer Ahnenforscher dieser Gebiete zu hören. Dein Beitrag war schonmal interessant zu lesen, mir war nicht klar, dass es sogar in Holstein zu Vermischungen kam. Bliebe mir nur die Frage, ob diese innerhalb einer Generation bei 1% oder bei 50% der Familien vorkamen. Die Dimensionen sind es, die mich interessieren.
Wenn Du wirklich quantifizieren willst, wieviel slawischer Anteil in Dir ist, dann wird es schwer.
Da kann dann vielleicht eine Genanalyse eher weiterhelfen als die Ahnenforschung.
Wenn ich mal von mir ausgehe, dann gibt es in der Familie keinen einzigen Polen oder Russen. Alle meine Vorfahren waren Deutsche. Die Vorfahren aus Wolhynien hatten die russische Staatsangehörigkeit, aber waren herkunftsmäßig alle Deutsche.
Sie sind von Preussen aus immer weiter ostwärts gezogen, an der Weichsel entlang bis an den Narew und von dort nach Wolhynien.
Immer wenn der Gutsherr die Schrauben angezogen hat, haben sie als Pioniere neues Land erschlossen.
Ich kann jetzt nur anhand der Nachnamen annehmen, dass vielleicht Polen dabei waren. Es gibt z.B. die Nachnamen Bonkowski oder Biernacka bei mir. Sie waren aber auch evangelisch. In Polen waren die Evangeliken ja fast gleichzusetzen mit der deutschen Minderheit. Die Polen waren fast alle katholisch. Die Russen orthodox.
In Holostein sind auch alle Deutsch. Allerdings taucht da im 15 Jahrhundert auch mal der Vorname Pawel statt Paul auf. Das regt in mir den Verdacht, dass da wohl auch der eine oder andere Nachkomme der Wagrier dabei war. Die Wagrier lebten um ca. 1000 in Ostholstein und sind von den Sachsen assimiliert worden. Es gibt in Ostholstein noch viele slawische Dörfernamen. Auch viele Dörfer mit dem Präfix Groß- oder Klein-. Die "Klein"Dörfer waren meist die Siedlungen der slawischen Restbevölkerung. Sie haben noch eine Zeit in eigenen Siedlungen gewohnt, bevor sie komplett assimiliert wurden.
__________________
Oberschlesien, Kreis Neustadt: Wistuba, Henschel, Peschel, Grziwa
Niederschlesien, Kreis Militsch, Oels: Titzmann, Bänisch, Matzke
Schleswig-Holstein, Kreis Plön:
Wisser, Sindt, Weber, Heldt, Colmorgen, Rönnau, Nüser
Schleswig-Holstein, Kreis Ostholstein: Vorhaben, Wöbs, Bumann
Mittelpolen, Masowien: Guderjahn, Biernacka, Dobslaw, Prochnau, Dawid, Lücke, Telke, Kelm, Klingbeil, Müske, Stein, Klaus, Ortlieb, Beyer, Bonkowski, Feldt
Preussen, Posen bzw. Großpolen: Egiert, Oheim

Geändert von trabajador (14.03.2017 um 10:57 Uhr)
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