Thema: Fn Sabath
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Alt 08.11.2016, 00:35
dirkss dirkss ist offline
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Hallo zusammen,

ich denke es ist nicht ganz eindeutig woher der Name stammt. Es gibt verschiedene Hinweise.

Die meisten mir bekannten Sabath´s stammen aus Schlesien. Da könnte es einen Zusammenhang zum Berg oder zur Stadt Zobten geben. Beide wurden in alten Urkunden Soboth genannt. Möglicherweise ist Soboth der Ursprung und wandelte sich im Laufe der Zeit zu Sabath. Es gibt Soboth auch als Familiennamen und ich habe mal eine Empfehlung gelesen, das jemand mit Namen Sabath doch wieder den alten Namen Soboth annehmem solle. Der wäre ja der Ursprungsname.

Das der Name Sabath eine lateinisierte Form ist, denke ich eher nicht. Ich habe ausser Sabath selbst keine anderen Namen gefunden aus dem er entstanden sein könnte. Und in der
Olsnographia (Beschreibung des Oelsnischen Fürstentums, 1707) werden werden von den Oelsner Ratsherren nur 2 nicht lateinisiert geschrieben. Einer davon ist Sabath.

Die ältesten Schlesier sind mir ab Anfang des 17. Jh. bekannt. Etwa zur gleichen Zeit gibt es Vorkommen in den mährischen KB.
Eine weitere Möglichkeit ist das der Name aus Mähren stammt.

Die jüdischen FN gehen sicher auf den Sabbath als 7. Tag der Woche zurück.

Ich habe dazu als Ergänzung noch die folgenden Hinweise.

1. Der Name kommt im Lateinischen in verschiedenen Schreibweisen für den schlesischen Ort und Berg Zobten vor. In der Zeit zwischen 1180 und 1223 wird dem Sandstift in Breslau u.a. auch der Ort Zobten als Besitz bestätigt. In der Urkunde über die älteste Ausstattung des Sandstifts (Nr. 58), ausgestellt zwischen 1180 und 1201, steht „forum in Soboth“. 1193 nimmt Papst Coelestin III. das Sandstift in päpstlichen Schutz und bestätigt u.a. „forum in Sabat cum decimis“ als dessen Besitz (Urkunde Nr. 61). 1209 bestätigt Herzog Heinrich I. den Besitz und nennt die Stadt „Soboth“ (Urkunde Nr. 342). 1221 gewährt Herzog Heinrich I. den dem Sandstift gehörenden Dörfern, unter ihnen „Sobota“ deutsches Recht (Urkunde Nr. 354, angeblich eine Fälschung). 1223 wird der Besitz durch Bischof Lorenz von Breslau bestätigt (Urkunde 237). Hier heißt es „Sobota“.

(Urkunden aus dem „Schlesischen Urkundenbuch“ Bd.1 971-1230, ersch. 1971, ISBN 3205 081323)

2. Franz Faber (eign. Koeckritz, * 3.10.1497 Ottmachau) Autor der lateinischen Dichtung „Sabothus sive Silesia“, erstmals erschienen 1592 in Basel als Beitrag in dem Werk von Nicolai Reusner „Itinerarium totius orbis.“, zweiter Druck von G. Tilgner, Primitiae Silesiacae. Leipzig 1715, 57.

Das könnte man noch intensivieren, wenn mal Zeit ist ....

Lisa: Wie kommst du auf den Namen? Hast du da Daten?

StefOsi: Könntest du mir deine Daten mitteilen? Ich würde dann mal schauen ob ich etwas dazu finde.

Viele Grüsse


Dirk
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