Thema: FN Moldaschl
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Alt 13.02.2013, 16:33
franz ferdinand franz ferdinand ist offline männlich
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Danke Gerhard, fürs Nachsehen. Die Moldau-Geschichte halte auch ich für eine Mär; damals hat eine Lehrerin meiner Schwägerin einfach eins und eins zusammengezählt und hat als Ergebnis drei herausbekommen.

Das Grimmsche Wörterbuch weiß übrigens auch Interessantes zu berichten:

Zitat:
maultasche, f.
1) klatschender schlag aufs maul, maulschelle: die taschen, maultaschen;
...
2) maultasche, in Schlesien ein gebäck. Weinhold 97b; in Schwaben gefüllte nudel. Schmid 379. s. maulschelle.
http://woerterbuchnetz.de/DWB/?lemma=maultasche

Erst jetzt wird mir die Ähnlichkeit zum süddeutschen Ausdruck "Tetschen" für Ohrfeige bewusst.

Von der liederlichen Frau über die Speise und den Stier hin zur Ohrfeige haben wir ja jetzt schon eine ordentliche Bandbreite an Deutungen...

PS: Das weiche d ist übrigens erst im 20.Jh in den Namen gekommen, vorher schrieb man die Familie "Moltaschl".

Kurzes Update:
Da ich mit den üblichen Namensverteilungskarten weder in D noch in Ö auch einen einzigen Treffer zu den Namen "Maultaschl" bzw. "Mauldaschl" gefunden habe, dafür aber eine Flut an Moldaschl, Moltaschl und Moldaschel gehe ich davon aus, dass das "o" wohl eher nicht auf ein verschobenes "au" zurückgeht und vielmehr immer schon ein "o" war. Die Deutungen basierend auf Maultasche sind daher eher mit Vorsicht zu genießen, nehme ich an.
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Geändert von franz ferdinand (14.02.2013 um 12:23 Uhr)
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