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Alt 16.11.2019, 10:39
Kowalewski Kowalewski ist offline
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Lieber Billet,
Ihnen und Herrn v. Roy meinen Dank für Ihre Mühen! Die im Gotha abgedruckte Stammfolge der Familie v. Michaelis der Nobilitierung vom 2.4.1808 ist zum Großteil falsch, ebenso die Erklärung zum Wappen der Familie bei z.B. Wikipedia - im Siebmacher (preuß. Adel, S. 263) ist sie aber korrekt wiedergegeben.


Ledebur schreibt im Archiv für Deutsche Adelsgeschichte (1863, S. 322), dass der Gutsbesitzer Gottfried Emanuel von Müller auf Trimmau am 17.6.1797 die Adelsanerkennung erhielt. Gritzner schreibt in den Chron. Matrikeln der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenacte (1874, S. 62) selbiges und führt noch aus, dass die Adelsanerkennung Gottfr. Em. v. Müllers durch Ausdehnung des Diploms vom 5.11.1787 erfolgte.


Nach meinem Post in dieser Gruppe erhielt ich den Hinweis dass in Kneschkes Neues allgemeines Adels-Lexikon Bd. 6 (1865, S. 391f.) aufgeführt ist, dass die Familie v. Müller "[e]in in Ostpreussen begütert gewordenes, aus Esthland stammendes Adelsgeschlecht [ist], welches 1784 zu Klein-Kessel unweit Johann[i]sburgs und zu Trimmau bei Wehlau sass."


Wenn diese Information korrekt ist, müsste der Ursprung wohl in Estland zu suchen sein. Bei einem ersten groben Überblick über die Revaler Kirchenbücher heute Nacht konnte ich auch eine dortige Familie v. Müller feststellen, in der der Vorname Gottfried ein Traditionsname zu sein scheint, da er in allen denkbaren Kombinationen auftritt - nur nicht in der Kombination Gottfried Emanuel.


Etwa zeitgleich habe ich heute Nacht eine Anfrage an den Genealogen der baltischen Ritterschaft gerichtet, in deren Matrikeln die Familie von Müller als Adelsfamilie II. Klasse, also als Teil der erbgesessenen Ritterschaft während der Schwedischen Regierungszeit 1561-1710, gelistet ist.


Mit vielem Dank und besten Grüßen!


Kowalewski
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