Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 31.10.2019, 21:36
Benutzerbild von viktor
viktor viktor ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.01.2007
Ort: Germania Inferior
Beiträge: 1.077
Standard

Danke für die Antwort, mit Werner Nagler hatte ich vor etlichen Jahren Kontakt bezüglich der Hattenbachs. Unsere Linien stammen von Valentin Hattenbach † 1602 ab. Ein Pfänner und Fleischhauer zu Salzungen. Ich habe 10 Kinder gefunden, teils direkt aus den Taufeinträgen, die 1579 beginnen. Und teils indirekt diejenigen, die vor 1579 geboren wurden. Seine "Reproduktionsrate" belief sich -wie häufig bei Wohlhabenden der Zeit- über rund 20 Jahre. Das macht es schwierig einzuschätzen, ob ich einen Enkel oder Urenkel vor mir habe, wenn es Lücken bei den Kirchenbüchern gibt.
Zu deiner Frage bezüglich der Leichenpredigt. Das steht da nicht direkt. Sondern sozusagen "um die Ecke".
Der zweitjüngste Sohn Johann Hattenbach (1587-1663) schlug die Pfarrerlaufbahn ein. Er war mit Euphrosyne Koch verheiratet, die eine Nachkommin der Cranachs war. Eine ihrer Töchter Margarethe *1619 heiratete den Pfarrer Andreas Höpffner *1602. Ein Sohn war Joh.Christoph Höpffner *1647. Dieser wurde zu Salzungen zur Schule geschickt und wohnte dort "bei seiner Mutter Schwester". Statt Studium entschied er sich zur Lehre im Metzgerhandwerk und "ist er zu seinem Vetter Jeremias Hattenbach in Salzungen verdinget worden". Das stammt aus der Leichenpredigt des Johann Christoph Höpffner.
Jetzt habe ich hin und her konstruiert und kann nicht mit Sicherheit sagen, ob nun Jeremias Hattenbach ein Enkel oder Urenkel des Valentin Hattenbach ist. Rechnerisch ist beides möglich, wenn man den Altersunterschied der Kinder des Valentin betrachtet. Der Begriff "Vetter" weist auch nicht zwingend auf einen Cousin 1.Grades oder 2.Grades hin.
Ich sende dir gerne die Leichenpredigt zu wenn du mir deine Mailadresse per PM zukommen lässt.
Spare es dir zu den "Mormonen" zu fahren, die dort oder bei Ancestry vorhandenen Kirchenbücher sind nicht durchgängig, sie setzen für etliche Jahre aus - ärgerlicherweise genau dann, wenn es für uns "spannend" wird.
Das heißt aber nicht, dass die Kirchenbücher fehlen, sie liegen höchstwahrscheinlich in Eisenach als Mikroverfilmung vor. Die "Mormonen" haben nicht alle Bücher, sondern nur die, die auch als Kopie im Staatsarchiv vorliegen. Aus Thüringen haben die nur Sicherheitsverfilmungen des Reichssippenamtes.

Nachtrag: Ich weiß nicht, ob du genau weißt, was ein "Pfänner" ist. Diese hatten für viel Geld Lizenzen erworben zum "Pfännen" d.h. Salzsieden und standen an der Spitze einer hochwichtigen Güterproduktion. In der Regel waren sie recht wohlhabend. Ich war schon selber in Salzungen, dort gibt es ein großes Hochrelief an einer Hauswand, der die hierarchische und gesellschaftliche Stellung der Pfänner recht anschaulich darstellt.

Geändert von viktor (31.10.2019 um 21:44 Uhr)
Mit Zitat antworten