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Alt 05.07.2019, 12:56
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo,

nach einer aktuellen onomast.-wiss. Veröffentlichung tritt der FN Recktenwald bereits 1013 im Saarland auf. Das wäre bezogen auf die Herausbildung von FN sehr früh.
Eine andere Lit.-Stelle nennt einen Joh. Reckh den waldt, 1665 Berschweiler (Ottweiler) / Saarland.
Letzterer FN würde bereits gut zur beginnenden forstwirtschaftlichen Nutzung der Waldgebiete passen - in den vorhergehenden Jahrhunderten wurde eher Raubbau betrieben - sodaß ich mich mit dem Erscheinen eines FN Recktenwald im Jahre 1053 nicht so recht anfreunden kann (evtl. ein Druckfehler?).
Nach all dem bereits hier und an anderer Stelle Genannten tendiere ich auch zu einem Satznamen für einen im Wald Beschäftigten (Förster etc.)

Zum Terminus "reck(en)" nach Köbler, Ahd. + Mhd. WB:
ahd. rekken "recken, strecken, ausdehnen, ausbreiten, erklären, ausstrecken, sich ausdehnen, entfalten, gewähren, dauern lassen, aufsteigen lassen, erheben, überragen, hervorbringen, aufbringen, heraufführen, verursachen, erregen, ersinnen, sinnen auf, ausführen, treiben ..."
mhd. recken (1) "recken, erheben, ausstrecken, strecken, entgegenstrecken, heben, heben an, spannen, glätten, vergrößern, erregen, sich ausstrecken, in die Höhe bringen, hervorbringen, verursachen, ausdehnen, sich ausdehnen, sich erstrecken, reichen"

Ergo: Bring den Wald in die Höhe / Pflege den Wald, damit hohe Bäume darin wachsen

Weshalb sich aber fast nur im Saarland der FN Recktenwald und in ähnlichen Schreibweisen historisch (1896) konzentrierten, ist noch ungelöst. Siehe auch hier: https://nvk.entless.org/mapbox/1890:...90:recktenwald
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Freundliche Grüße
Laurin
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