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Alt 08.10.2020, 18:27
Corrado Corrado ist offline männlich
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Standard Erste Dürr um Schwäbisch-Hall

Hallo an die Dürr-Freunde!

Im Staatsarchiv Ludwigsburg gibt es eine größere online-einsehbare Sammlung von Urkunden der Stadt Schwäbisch-Hall ab 1231. Dort findet man überraschend früh, wie ich finde, recht viele Nachweise des Namens Dürr, 1327 beginnend, die darauf deuten, daß dieser Stamm DÜRR bereits im 13. Jh im Raum Schwäbisch-Hall entstanden sein muß.
Da Hans Dürr in Gauangelloch nach Auskunft eines regionalen Genealogen vermutlich nicht aus einer Angellocher Familie stammte, und zudem irgendwie mit einem Frh. v. Stetten bekannt gewesen sein muß, ist die nächstliegende Erklärung, daß er selbst aus dem Raum Schwäbisch-Hall stammte und von dort in Gauangelloch eingeheiratet hatte.
Deshalb kann das Namensvorkommen DÜRR im Raum von Hall wichtig sein. Einige Auszüge:

16.4.1327: Heinrich Sulmeister, Bürger von Hall, bekundet: Er hat an Heinrich von Tullau und an Heinrich und Walter Veldner, Bürger zu Hall, die Vogtei über den Hof zu Michelfeld (Inhaber = Dürr), die vom römischen König zu Lehen geht, verkauft. (B 186, U 44)
14.9.1328: Fried. Kröwel, gen. v. Wanbuch, und seine Frau Agnes bekunden: Sie verkauften mit Einwilligung von Konrad Dürr zu Gailnau, Götz Gröner u.s.F. Elsbet, für 40 Pfd Heller an Andres v. Haslach, S.v. Walter, zu Scheffach, die Mühle unterhalb der Brücke (Vorbesitzer: Konrad Dürr), sowie die Mühlstatt oberhalb der Brücke und die Rentwiese. Bürgen, zur Leistung mit Pferd verpflichtet, sind: die ehrbaren Fritz DÜRRE gen. Gaumann, Lutz DÜRRE von Roßbürg, Konrad DÜRRE und Sitz v. Neuenheim (Sitz ist ein Vorname). (B 186, U 49)
14.9.1328: Konrad DÜRR schenkt dem Kloster Comburg (bei Hall) zu seinem und seiner Vorfahren Seelenheil mit Zustimmung der Mitsiegler und deren Ehewirtinnen Elsbet Gröner bzw. Agnes Kröwel (v. Wanbuch) zwei Fischenzen zu Scheffach, oberhalb und unterhalb der Fischenz des Klosters. Die Nutzung soll auf Lebenszeit seinem Bruder Ludwig DÜRR, Konventbruder des Klosters, zustehen. (B 186, U50)
22.2.1332: Rügger Prediger u.s.F. Elsbet, ihre Tochter Elsbet und deren Mann Heinrich Mülner, Bürger zu Hall, sichern Abt Konrad, Prior Lutz DÜRRE und dem Konvent zu Comburg den Wiederkauf des von ihnen erworbenen Hofes zu Michelfeld um 94 Pfd Heller zu, wenn sie darum angegangen werden. (B 186, U51)
6.2.1342: Konrad Ludwig DÜRRE ist Küster des Konvents Comburg. (B 186, U 75)
15.9.1345: Heinz DÜRR (Türe), Bürger zu Hall, seine Hsfr. Elisabeth, To.d. Siferlin Tumpeltorse, und deren Schwester Agnes bekunden: Sie verkaufen mit Zustimmung von Siferlin Tumpeltorse für 4 Pfd Heller … 8 Schilling Heller Nachgeld aus dem Sitz des Siferlin Tumpeltorse, etc. Bürgen: Sitz DÜRR (Ture) u. Klaus Helle, beide Bürger zu Hall. (B 186, U86)
15.1.1350: Sitz DÜRR, Meister des neuen Spitals zu Hall, … (B 186, U 116)
10.3.1351: Sitz DÜRR, Spitalmeister des neuen Spitals zu Hall. (B 186, U 122)
15.5.1406: Bürgermeister und Rat von Hall verkaufen an den Mitbürger Rudolf von Münkheim um 4000 fl rh. die in der Auslösung von Hans Veldner-Gyr übernommenen Güter und Gülten (folgt lange Aufzählung); Lehen zu Comburg: In Eichelhalden die Kelter, 5 Weingärten, 9 Heller, 1 Herbsthuhn, von einem Fuder Ertrag 1 Eimer Vogtwein als Gülte. Inhaber: Eberhard Gottfried, Morhilterin, Hans DÜRR, Heinz Geyersberg. (B 186, U 660)
16.10.1415: Thomas v. DÜRR (auch Dürrn und Dürre) ist Pfarrer von Unterlimpurg. (B 186, U 749)
6.5.1425: Thomas v. DÜRR ist Pfarrer an der Frauenkirche (in Hall). (B 186, U 848)
17.8.1425: Klage der Herren Thomas v. DÜRR, Johannes Vellberg, …, gegen Heinz Heusung, Bürger zu Hall. Es geht um den Verkauf eines Weinberges. Der Lehnsherr Albrecht v. Rinderbach war in den Kauf getreten. Die Kläger erhalten Recht von den Richtern Hans v. Stetten und Konrad v. Rinderbach (und weiteren). (B 186, U 852)
2.8.1433: Thomas v. DÜRR, Pfründner des Georgsaltars in der Michaelskirche erklärt: Er hat das Altargut zu Geifertshofen an Seitz Leyre verliehen. Mit Wissen des Lehnsherrn der Pfründe, dem Abt Gottfried v. Stetten zu Comburg. (B. 186, U 935)
25.8.1438: Thomas v. DÜRR und zwei weitere werden zu Prokuratoren der Bruderschaft der Priester in Hall benannt, um vor dem Bischof v. Würzburg ihre Rechte zu vertreten gegen Johann Halberger, der behauptet, Vikar in Hall zu sein. (B 186, U 989)
9.12.1444: Hans DÜRR von Heimbach und seine Frau Marg. Heußlerin bekunden: Sie verkaufen an Schwager und Bruder Peter Heußler zu Erlbach ihre Ansprüche an das Eigengut ihrer Schwiegermutter und Mutter Agnes Heußlerin von Heimbach für 9,5 fl. (B 186 U 1053)
3.5.1471: Thomas v. DÜRR ist Pfarrer zu Tüngental. (B 186, U 1368)
9.12.1479: Hans v. DHÜREN, Amtmann zu Wildenberg, und andere entscheiden im Auftrag von Erzbf. Dietrich v. Isenburg von Mainz eine Fehde. (B 186, U 1476)
13.1.1486: Die Brüder Lenhard und Endres DÜRR, ihre Mutter Margarethe, verwandt mit Contz Bader am Brückenbad in Hall, sind einverstanden mit der Errichtung einer Jahrzeitstiftung, die der Erblasser verfügte für ihn selbst, seine verstorb. Ehefrau und seine Vorfahren und Nachkommen. (B 186, U 1573)
18.8.1557: Willibald DÜRR, Amtmann zu Tannenbühl, ist einer der Schiedsmänner im Streit um Viehweiden etc. der Gemeinden Ilshofen und Ruppertshofen. (B 186, U 2534)

Es gab also mal, wenn auch nur für eine Person belegt, Kontakt zwischen einem DÜRR und der Familie v. Stetten im 15. Jh. Und es gab etliche privilegierte Familien Dürr, aus denen Hans DÜRR in Gauangelloch stammen kann. Und es gab einen Amtmann DÜRR, der im Raum Hall-Ruppertshofen beheimatet gewesen sein dürfte.

Viele Grüße
Corrado

Geändert von Corrado (08.10.2020 um 22:39 Uhr)
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