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  #1  
Alt 24.01.2020, 12:31
Alexander B Alexander B ist offline männlich
Benutzer
 
Registriert seit: 11.08.2016
Ort: Hessen
Beiträge: 80
Standard Sütterlin erlernen - macht es Sinn?

Hallo,


bei meiner Ahnenforschung, bin ich mittlerweile in 1767 angekommen. Ab diesem Punkt führt für mich allerdings kein Weg daran vorbei, Kirchenbücher zu durchforsten, was mittlerweile dank Archion weniger Probleme darstellen sollte.

Ein Problem für mich ist jedoch die Schrift, welche mich bei der Entschlüsselung viel Zeit kostet und oft nicht von Erfolg ist.

Glücklicherweise habe ich in meiner Nähe einen Kurs zum Erlernen von Sütterlin gefunden und überlege nun, ob es Sinn ergibt, daran teilzunehmen.

Meines Wissens nach wurde Sütterlin Anfang des 20. Jh. erfunden. Wie viel Ähnlichkeit haben hessische KB aus Mitte des 18. Jh. zu dieser Schriftart, bringt es mir in diesem Bezug überhaupt, Sütterlin zu erlernen oder wäre dies nutzlos?


Viele Grüße

Alexander
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  #2  
Alt 24.01.2020, 12:39
Benutzerbild von Weltenwanderer
Weltenwanderer Weltenwanderer ist offline männlich
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Registriert seit: 10.05.2016
Beiträge: 3.058
Standard

Hallo Alexander,

Sütterlin ist relativ nutzlos, was du absolut für die Ahnenforschung brauchst ist Kurrent, der Vorgänger von Sütterlin. Generell finde ich, dass man am besten durch Übung lernt. Man kann zum Beispiel Scans im Lesehilfeforum versuchen zu transkribieren oder bei eigenen Einträgen eine Transkription zu versuchen und dann andere um Hilfe bitten (und deren Deutungen dann auch anhand des Eintrags nachvollziehen).

LG,
Weltenwanderer
__________________
Kreis Militsch: Latzel, Gaertner, Meißner, Drupke, Mager, Stiller
Kreis Tarnowitz / Beuthen: Gebauer, Parusel, Michalski, Wilk, Olesch, Blondzik, Kretschmer, Wistal, Skrzypczyk, von Ziemietzky, von Manowsky
Brieg: Parusel, Latzel, Wuttke, Königer, Franke
Trebnitz: Stahr, Willenberg, Oelberg, Meißner, Latzel
Kreis Grünberg / Freystadt: Meißner, Hummel

Mein Stammbaum bei GEDBAS

Geändert von Weltenwanderer (24.01.2020 um 12:40 Uhr)
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  #3  
Alt 24.01.2020, 12:44
Feldsalat Feldsalat ist gerade online weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.08.2017
Ort: Bodenseekreis
Beiträge: 715
Standard

Das kann ich nur empfehlen! Es war für mich sehr hilfreich, daß ich Sütterlin lesen und schreiben konnte, bevor ich mit der Ahnenforschung begonnen habe. Allerdings habe ich es mir selbst beigebracht, das geht auch ohne Kurs

Der Bund für deutsche Schrift und Sprache hält hilfreiches Lernmaterial bereit https://www.bfds.de/

Und eifriges Lesen in der hiesigen Lesehilfe ist auch kein Fehler

Die Schriften aus den letzten Jahrhunderten sind alle so unterschiedlich, da kann man nicht pauschal sagen, ob und wie sehr sie Sütterlin ähneln. Manche tun es, viele auch nicht.

Was mich jetzt nur wundert: wie bist du bis 1767 gekommen, ohne Kirchenbücher gelesen zu haben

Geändert von Feldsalat (24.01.2020 um 12:51 Uhr)
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  #4  
Alt 24.01.2020, 12:48
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Registriert seit: 28.05.2017
Ort: Aachen
Beiträge: 916
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Hallo Alexander,

du hast schon Recht, dass du eigentlich Kurrent bräuchtest, nicht Sütterlin. Allerdings wurde Sütterlin als einfache Variante der deutschen Kurrent entwickelt, vollständig unterschiedlich sind die beiden Schriftarten also nicht.

Ich hab damals in einem Seminar "Alte Schriften" zuerst Sütterlin gelernt, danach Kurrent und dann noch ein bisschen frühere Schriften. Ganz unnütz war es nicht. Nachdem man Sütterlin einmal lesen und schreiben konnte, ging Kurrent dann ziemlich einfach. Nur noch Unterschiede lernen.

Ich würde an deiner Stelle mal den Kursleiter anrufen und mich erkundigen, was genau in dem Kurs gemacht wird. Vielleicht gibt es ja auch innerhalb des Kurses schon die Möglichkeit neben Sütterlin auch Kurrent zu lernen.

LG,
Antje
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  #5  
Alt 24.01.2020, 13:21
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
Administrator
 
Registriert seit: 16.07.2006
Ort: z' Minga [Mail: chatty1@gmx.de]
Beiträge: 23.052
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Hallo Alexander,

schau Dir mal das Thema Linktipps - Deutsche Schriften lesen

Da findest Du viele Links um es Dir selbst beizubringen.

Ich fand das Buch von Harald Süß: Deutsche Schreibschrift - Lesen und Schreiben lernen sehr hilfreich .
__________________
Viele Grüße .................................. .
Christine
.. .............
Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #6  
Alt 24.01.2020, 13:44
Mathem Mathem ist offline
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Registriert seit: 01.12.2013
Beiträge: 147
Standard

Hallo Alexander,

wie Du an den bisherigen Antworten sehen kannst, gibt es unterschiedliche Erfahrungen und Möglichkeiten, aber keine Pauschalantwort.

Ich habe folgende Erfahrungen gemacht: Ich habe mir wie Feldsalat das Lesen und Schreiben von Sütterlin selbst beigebracht, und zwar schon als Kind, weil ich die Schrift faszinierend fand. Ich empfand schon damals eine besondere Begeisterung für alte Schriften.

Schwierigere Schriften des 19. Jahrhunderts zu entziffern lernte ich innerhalb meiner Teilnahme an einem kirchlichen Transkriptionsprojekt.
Und durch Übung, Übung, Übung….!

Als ich vor kurzem bei den Schriften des 17. und 18. Jahrhunderts ankam, stellte ich fest, dass diese wieder eine ganz neue Herausforderung sind….

Wie Christine kann ich also bestätigen, dass man sich das Lesen durchaus selbst beibringen kann. Ein Kurs kann hilfreich sein, aber der Erfolg ist sicher auch davon abhängig, wie die Lehrkraft das handhabt.

Im Internet gibt es viele Hilfestellungen fürs eigene Schriftstudium, z. B. dieserart:
https://www.adfontes.uzh.ch/34121/tr...elband-aufgabe

Für mich sind z. B. diese immer noch eine große Hilfe, wenn ich nicht weiterkomme:
Kurrent-Kleinbuchstaben - http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Kanzlei1.htm
Kurrent-Großbuchstaben - http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Kanzlei2.htm

Viel Erfolg wünscht
Mathem
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  #7  
Alt 24.01.2020, 15:13
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Zitat:
Zitat von Alexander B Beitrag anzeigen
... Meines Wissens nach wurde Sütterlin Anfang des 20. Jh. erfunden. Wie viel Ähnlichkeit haben hessische KB aus Mitte des 18. Jh. zu dieser Schriftart ...
Hallo
Warum erlernst Du stattdessen nicht die Schrift, die in hessischen KB Mitte des 18. Jh. benutzt wurde ???

Du gehst von bekannten Worten und Buchstaben aus, machst screenshots, und arbeitest so das ganze Alfabet ab.

Beziehungsweise es handelt sich ja sicherlich um eine Version der "Kurrent"
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (24.01.2020 um 15:20 Uhr)
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  #8  
Alt 24.01.2020, 15:36
Benutzerbild von Mr. Black
Mr. Black Mr. Black ist offline
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Zitat:
Zitat von Mathem Beitrag anzeigen
Und durch Übung, Übung, Übung….!
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dies nur bestätigen. Was nützt mir ein Kurs, der mir "Standard-Kurrent" nach dem Lehrbuch versucht zu vermitteln - was den Pfarrer aber einst so gar nicht interessiert hat und der in seiner ureigenen Handschrift schrieb wie er wollte - und gar verschiedene Stile mischte.

Aber wahrscheinlich muß hier jeder selbst seinen eigenen Weg gehen.

Alles Gute

Marcus
__________________
Just a drop of water in an endless sea. All we are is dust in the wind.
http://ahnensuche.wordpress.com/
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  #9  
Alt 24.01.2020, 16:06
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Ja, es gab nicht die Kurrent, an die sich alle Schreiber 300 Jahre lang gehalten hätten. Am besten lesbar ist noch die Schrift im 16. Jh. Dann entsteht das Barockzeitalter und die Schreiber glaubten ihre Schrift an diese Verschnörkelungs-Mode anpassen zu müssen, und sie wurde mit der Zeit immer unleserlicher. So gibt es zum Beispiel KB-Abschriften aus dem 19. Jht. die für mich schwerer lesbar sind als die Originalen des 17. Jht.
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (24.01.2020 um 16:08 Uhr)
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  #10  
Alt 24.01.2020, 16:30
lemedusa lemedusa ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Mathem Beitrag anzeigen
Für mich sind z. B. diese immer noch eine große Hilfe, wenn ich nicht weiterkomme:
Kurrent-Kleinbuchstaben - http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Kanzlei1.htm
Kurrent-Großbuchstaben - http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Kanzlei2.htm

Viel Erfolg wünscht
Mathem

Vielen vielen Dank für den Link bzw. die Links, die find ich unheimlich praktisch, weil es eben verschieden Handschriften sind...die üblichen gedruckten Listen nützen mir oft nix, weil eben jeder Schreiber ne andere Handschrift hat...ich hatte schon Geburtsurkunden in gestochener deutscher Handschrift ohne jegliche Verschnörkelung, die man wunderbar lesen konnte, aber eben auch welche, die praktisch unleserlich sind. Da ist diese Auflistung sehr hilfreich!
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