#11  
Alt 27.04.2013, 15:30
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.809
Standard

Zitat:
Zitat von Hintiberi Beitrag anzeigen
"Nach Ausweise des Cop.-Protokolls hat im Jahr 1825 am 19. November die Angela Maria Gockel den Johann Christoph Kneer, Förster und Kröger, geehelichet, der das Kind für das seinige anerkannt hat, wonach also die Angabe der Mutter als zurückgenommen anzusehen ist."
Daß die Angaben der Mütter nicht immer ganz richtig gewesen sein mögen liegt auf der Hand und führte dann ja auch dazu, daß die Vaterschaft nur nach Gerichtsbeschluß oder nach freiwilligem Bekenntnis eingetragen wurde.

Einer meiner Vorfahren wurde auch als Vater eines unehelichen Kindes angegeben, bestritt dies aber:

Den 22. Aprilis [1679] ist durch R. P. Wigandum Molitorem ein
uneheliches Khindt mit Namen Georgius getaufft
wordten dessen gewisser Vatter ist dato unbe,,
wußt die Muetter sagt war das Christoph Hueber
noch ledtigen Standts ein Schuechkhnecht beÿ Wasner,,
schuester allhier sein soll, er aber widersprichts
zu dene auch des ausgesagte factum mit der
Zeit nit uber eins stimbt, in dene es beÿ 11 in
12 Wochen felth. Die Muetter ist Maria noch ledtigs
Standts ein Diern beÿ dem Hochenauer. Der Gevatter
ist Wolfgangus Hueber Hofwüerth allhier

Ein Jahr später heiratete er dann eine mutmaßlich andere. Was aus Mutter und Kind wurde, weiß ich nicht.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 27.04.2013, 16:16
lisetta lisetta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2012
Beiträge: 235
Standard

In einer Seitenlinie habe ich einen Fall, der riecht irgendwie nach verbotener Liebesgeschichte:

Die ledige Catharina Johanetta wird gleich zweimal Mutter eines unehelichen Kindes, 1822 und 1827, und beide Male wird der gleiche Mann aus einem Nachbarort genannt, der die Kinder als die seinen anerkennt und auch die Taufurkunde jeweils mitunterschreibt.

Bei der zweiten Taufurkunde steht dann ein Randvermerk: Die Eltern ehelichten sich 1832 - da war das ältere Kind schon 10 Jahre alt.
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 27.04.2013, 16:32
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.809
Standard

Zitat:
Zitat von lisetta Beitrag anzeigen
In einer Seitenlinie habe ich einen Fall, der riecht irgendwie nach verbotener Liebesgeschichte:

Die ledige Catharina Johanetta wird gleich zweimal Mutter eines unehelichen Kindes, 1822 und 1827, und beide Male wird der gleiche Mann aus einem Nachbarort genannt, der die Kinder als die seinen anerkennt und auch die Taufurkunde jeweils mitunterschreibt.

Bei der zweiten Taufurkunde steht dann ein Randvermerk: Die Eltern ehelichten sich 1832 - da war das ältere Kind schon 10 Jahre alt.
Du schreibst nicht, wo sich dies ereignete, aber in Niederbayern war das damals nicht unüblich. Um sich verheiraten zu dürfen brauchten die Eheleute einen Nachweis, daß sie eine Familie ernähren konnten. Sie mußten also einen Hof erworben oder übernommen haben oder ein Gewerbe oder Handwerk ausüben. Für junge Leute war das damals aber nicht so einfach und daher gab es oft voreheliche Kinder. Auch mehrjährige Abstände zwischen erstem Kind und der Hochzeit waren nicht selten.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 27.04.2013, 17:30
Joanna
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo alle miteinander!

Ich habe einen richtigen "niedlichen" Sterbeeintrag.

Einer meiner Ahnen hatte 1847 ein uneheliches Kind. Dieses hat er anerkannt und auch gewünscht, dass das Kind seinen Familiennamnen erhält. Die Mutter hat er allerdings nie geheiratet.

Im Jahre 1850 verstarb er mit 25 Jahren. Im Sterbeeintrag hat der Pastor notiert: "Es war nie verheiratet, hatte aber ein Kind".

Gruß Joanna

Geändert von Joanna (27.04.2013 um 19:58 Uhr) Grund: Änderung Jahreszahl
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 27.04.2013, 19:41
roi roi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.11.2006
Ort: Münsterland
Beiträge: 377
Standard

Noch eine Variante aus früher Zeit, z.B. 1629:
hier sind im Billerbecker Kirchenbuch mehrere uneheliche Kinder geboren, Z.B.
Arndt , Albert Bierboem (Vater), Arndt Averkamp (Pate)
die Mütter sind nicht verzeichnet, wie auch bei den legitimen Kindern nicht. Normalerweise sind sie dann nur über die Hochzeit zu ermitteln, aber wenn die nicht stattgefunden hat, gibt es da keine Chance...
In späteren Jahren stehen bei den unehelichen Geburten überwiegend beide Eltern, auch wenn es zu keiner Hochzeit kam.
Mit Zitat antworten
  #16  
Alt 27.04.2013, 19:49
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.809
Standard

Zitat:
Zitat von roi Beitrag anzeigen
In späteren Jahren stehen bei den unehelichen Geburten überwiegend beide Eltern, auch wenn es zu keiner Hochzeit kam.
Ich kenne das so, daß dann da oft auch noch die Großväter angegeben wurden, da die Kindseltern über diese identifiziert wurden. Leider wurde das nicht konsequent durchgehalten und variiert...
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #17  
Alt 27.04.2013, 20:09
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.11.2009
Ort: Arendsee/Altm.
Beiträge: 4.151
Standard

Meine Urgroßmutter wurde 1885 unehelich geboren. Ihre Eltern waren zu diesem Zeitpunkt erst 20 Jahre alt. Ich vermute, dass sie zum Heiraten noch nicht das Geld hatten, denoch standen im Taufeintrag beide Eltern mit dem Vermerk, dass sie noch nicht verheiratet sind. Die Heirat erfolgte erst 4 Jahre später, als meine Ururgroßmutter mit dem 2. Kind schwanger war.

In einem anderen Fall, hat der Vater kurz vor der Eheschließung mit der Mutter das 3 Jahre zuvor geborenen Kind als seines anerkannt. Dieses stand allerdings gesondert im Kirchenbuch.

Wie der Vater des erstgeborenen meiner Urgroßmutter ist, weiß ich bis heute nicht. Zumindest trug er 6 Jahre später noch den FN seiner Mutter, obwohl sie da bereits verheiratet war. Als mein Urgroßvater starb, unterschrieb dieser Sohn allerdings mit dem FN des "Stiefvaters".

LG Silke

Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
Mit Zitat antworten
  #18  
Alt 27.04.2013, 20:13
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.809
Standard

Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Ihre Eltern waren zu diesem Zeitpunkt erst 20 Jahre alt. Ich vermute, dass sie zum Heiraten noch nicht das Geld hatten
Sie waren auch noch unmündig, denke ich. Vielleicht wollte ein Vater nicht sein Plazet geben.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #19  
Alt 27.04.2013, 22:52
lisetta lisetta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2012
Beiträge: 235
Standard

Zitat:
Du schreibst nicht, wo sich dies ereignete, aber in Niederbayern war das damals nicht unüblich. Um sich verheiraten zu dürfen brauchten die Eheleute einen Nachweis, daß sie eine Familie ernähren konnten. Sie mußten also einen Hof erworben oder übernommen haben oder ein Gewerbe oder Handwerk ausüben. Für junge Leute war das damals aber nicht so einfach und daher gab es oft voreheliche Kinder. Auch mehrjährige Abstände zwischen erstem Kind und der Hochzeit waren nicht selten.
@gki

Mein Fall ereignete sich im hessischen Hinterland (Ecke Marburg). Aber vielleicht gab es da ja auch solche Heiratseinschränkungen, ich weiß es nicht. Aber wurden denn bei solch gesetzlichen Regelungen die Existenz solch vorehelicher Kinder "achselzuckend" hingenommen oder bedeutete es für die Mutter ein Spießrutenlaufen?
Wo /Wie lebten solch unehelichen Kinder (der Vater der Catharina Johanetta (also der Großvater) war schon tot ...), wenn doch schon für eine Ehe nicht genug Geld da war?
Mit Zitat antworten
  #20  
Alt 27.04.2013, 23:32
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.809
Standard

Zitat:
Zitat von lisetta Beitrag anzeigen
@gki

Mein Fall ereignete sich im hessischen Hinterland (Ecke Marburg). Aber vielleicht gab es da ja auch solche Heiratseinschränkungen, ich weiß es nicht.
Müßtest Du erforschen. Bayern war allerdings bekannt für die hohe Quote von unehelichen Kindern, die sich aus dieser Einschränkung ergaben. Dies führte dann auch zur Abschaffung dieser Regelung.

Zitat:
Aber wurden denn bei solch gesetzlichen Regelungen die Existenz solch vorehelicher Kinder "achselzuckend" hingenommen oder bedeutete es für die Mutter ein Spießrutenlaufen?
Das steht leider nicht dabei...

Bis mindestens 1760 gab es ja noch Strafen wg. "Leichtfertigkeit", die waren um 1820 allerdings schon abgeschaft.

Ich vermute, daß das ganze zu der Zeit schon recht gewöhnlich war. Solange die Kinder vom Vater anerkannt wurden, hat man vermutlich mal nach dem Hochzeitstermin gefragt, aber ansonsten wird da wohl nicht so viel gewesen sein.

Ich hab mal gerade nachgezählt: Auf dem Blatt des Taufbuchs auf dem die Taufe geführt wird, um die es bei meinen Ahnen geht, sind insgesamt 13 Taufen aufgeführt. 6 davon sind unehelich, eine davon mit der späteren Legitimation. Das ist natürlich noch keine Statistik, zeigt aber wie die Situation ungefähr war. Gutgeheißen wurde das natürlich nicht.

Zitat:
Wo /Wie lebten solch unehelichen Kinder (der Vater der Catharina Johanetta (also der Großvater) war schon tot ...), wenn doch schon für eine Ehe nicht genug Geld da war?
Vermutlich war sie Magd irgendwo, möglicherweise bei ihrem Bruder. Der Wohnort der Mutter müßte ja aus dem Taufeintrag der Kinder hervorgehen.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:18 Uhr.