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  #1  
Alt 21.02.2021, 11:42
Kowalewski Kowalewski ist offline
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Beiträge: 57
Standard fehlerhafte Wappenbeschreibung oder Darstellung im Siebmacher?

Guten Tag!



In: Otto Titan von Hefner: Siebmachers Wappenbuch. Blühender preußischer Adel, Bd. III.2, Edelleute, Nürnberg 1878, findet sich auf auf Tafel 314 das Wappen der Familien meiner Großmutter (von Michaelis, nobilitiert 1808; Grafik anbei).


Im selben Buch findet sich auf Tafel 263 die Beschreibung des Wappens: "
Schild: Quadriert mit gold-gerändertem, rot und silber gespaltenem Mittelschilde, worin ein silbernes, rechtshin springendes Ross. 1 und 4 blau mit silbernem Hufeisen, 2 und 3 silber mit auffliegendem, einen goldenen Ring im Schnabel haltenden Raben. Helm: Gekrönt, der Rabe.Decken: links: blau silber rot, rechts: rot silber."


MMn sind hier entweder die bildliche Darstellung des Wappens oder die Beschreibung fehlerhaft. Ich denke das Pferd müsste entweder auf dem Wappen in die andere Richtung steigen und die Helmdecken auf die jeweils andere Seite des Helms gesetzt werden.



Seht Ihr das ähnlich, oder widerspricht Ihr?
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Michaeli mit Tinktur.jpg (53,2 KB, 24x aufgerufen)
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  #2  
Alt 21.02.2021, 15:09
Benutzerbild von Duppauer
Duppauer Duppauer ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.03.2014
Beiträge: 459
Standard

Hallo Kowalewski,

grundsätzliches etwas zum Siebmacher.
Diesen darf man nicht als das non plus ultra der Heraldik ansehen, das Werk zeigt viele Fehler auf !

Was nun richtig ist, der Blason oder die Zeichnung, vermag ich hier auch nicht zu sagen!

Um noch mehr Verwirrung in das ganze zu bringen schau Dir mal den Eintrag bei Maximillian Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen_Standeserhöhungen und Gnadenakte 1600-1873, Seite 74, zur der Nobilitierung der Familie Michaelis vom 2.4.1808 an.
https://upload.wikimedia.org/wikiped..._1600-1873.pdf
Dort wird das Pferd im Herzschild auch als linksgekehrt beschrieben, was auch der Zeichnung im Siebmacher entspricht (heraldisch links = bildlich rechts) aber das Pferd wird dort als #= schwarz beschrieben!
Auch die Felder 1+4 sind hier anders mit rot tingiert!
M. Gritzner bezieht sich hier bei der Wappenbeschreibung auf Koehne IV,3.

Nun was soll ich sagen, letztendlich bleibt Dir wohl nichts anderes übrig, als der Gang in das Archiv, um den entsprechten Adelsakt einzusehen.
Die darin enthaltene Blasonierung des Wappens, evtl. auch eine Abbildung des Wappens zählt hier einzig und allein und nichts anderes !
Oftmals schreibt ein Autor vom anderen bei der Wappenbeschreibung falsch ab, oder verändert diese auch noch!
Evtl. kannst Du auch den ganzen Adelsakt anforden, natürlich mußt Du hierfür auch die Kosten tragen!
Das zuständige Archiv dürfte das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin sein.
Einfach dort mal nach dem Adelsakt vom 2.4.1808 nachfragen.
https://gsta.preussischer-kulturbesi...rvice/kontakt/
__________________
Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fängt aber mit Kleinigkeiten an. (Sokrates)
Passt auf Euch und andere auf und bleibt gesund!
Herzliche Grüße
Dieter

Geändert von Duppauer (21.02.2021 um 15:24 Uhr)
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  #3  
Alt 21.02.2021, 18:29
Kowalewski Kowalewski ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 28.08.2017
Beiträge: 57
Standard

Hallo Duppauer,


vielen Dank für Deine Einschätzung und Hilfestellung. Das Chaos rund um die Einträge zur Familie von Michaelis bei Gritzner, Siebmacher und in der Offiziernomenklatur im GStAPK war hier schon an anderer Stelle Thema. Da konnte ich auch nur mithilfe des Forums hier auf einen grünen Zweig kommen.


Danke für Deinen Hinweis auf den Unterschied zur Wappenbeschreibung bei Gritzner. Den Gritzner habe ich zwar im Regal, aber ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass dort auch Wappen beschrieben werden.


Ich schätze, es bleibt wirklich nur noch die Anforderung des Adelsaktes. Bis zu Deiner Nachricht war mir dieser Begriff überhaupt nicht geläufig. Ich versuche gerade bei Google zu eruieren, was genau ich mir unter einem Adelsakt vorzustellen habe und wie umfangreich ein solcher Akt denn wohl ist.





Zitat:
Zitat von Duppauer Beitrag anzeigen
Hallo Kowalewski,

grundsätzliches etwas zum Siebmacher.
Diesen darf man nicht als das non plus ultra der Heraldik ansehen, das Werk zeigt viele Fehler auf !

Was nun richtig ist, der Blason oder die Zeichnung, vermag ich hier auch nicht zu sagen!

Um noch mehr Verwirrung in das ganze zu bringen schau Dir mal den Eintrag bei Maximillian Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen_Standeserhöhungen und Gnadenakte 1600-1873, Seite 74, zur der Nobilitierung der Familie Michaelis vom 2.4.1808 an.
https://upload.wikimedia.org/wikiped..._1600-1873.pdf
Dort wird das Pferd im Herzschild auch als linksgekehrt beschrieben, was auch der Zeichnung im Siebmacher entspricht (heraldisch links = bildlich rechts) aber das Pferd wird dort als #= schwarz beschrieben!
Auch die Felder 1+4 sind hier anders mit rot tingiert!
M. Gritzner bezieht sich hier bei der Wappenbeschreibung auf Koehne IV,3.

Nun was soll ich sagen, letztendlich bleibt Dir wohl nichts anderes übrig, als der Gang in das Archiv, um den entsprechten Adelsakt einzusehen.
Die darin enthaltene Blasonierung des Wappens, evtl. auch eine Abbildung des Wappens zählt hier einzig und allein und nichts anderes !
Oftmals schreibt ein Autor vom anderen bei der Wappenbeschreibung falsch ab, oder verändert diese auch noch!
Evtl. kannst Du auch den ganzen Adelsakt anforden, natürlich mußt Du hierfür auch die Kosten tragen!
Das zuständige Archiv dürfte das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin sein.
Einfach dort mal nach dem Adelsakt vom 2.4.1808 nachfragen.
https://gsta.preussischer-kulturbesi...rvice/kontakt/
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  #4  
Alt 22.02.2021, 19:17
Benutzerbild von Duppauer
Duppauer Duppauer ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.03.2014
Beiträge: 459
Standard

Welchen Umfang die preußischen Adelsakten haben kann ich nicht sagen.
Ich kann nur aus eigener Forschung, allerdings im Österreichischen Staatsarchiv sagen, das bei den drei von mir erforschen Familien, der Adelsakt einen Umfang von 4-99 Seiten hatte.
In diesen österreichischen Adelsakten, liegt fast der ganze Schriftverkehr der zur Nobilitierung erfolgte vor. Auch eine Abschrift des Adelsdiploms.
Das originale Adelsdiplom, also die "Schmuckausführung" mit Wappen, Siegel usw. wurde der Familie ausgehändigt.
https://www.kettererkunst.de/kunst/k...14&anummer=464
https://www.siegen.de/leben-in-siege...ach-1829-1899/

Wahrscheinlich liegt Dir diese Ausführung des "Schmuckdiploms" nicht vor, denn darin wäre auch das Wappen beschrieben, bzw. dargestellt. Ansonsten mußt Du dich mit der Abschrift begnügen.
__________________
Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fängt aber mit Kleinigkeiten an. (Sokrates)
Passt auf Euch und andere auf und bleibt gesund!
Herzliche Grüße
Dieter
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