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  #1  
Alt 01.02.2010, 18:52
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Standard FN Dunekacke

Zitat:
Zitat von Alter Fritz Beitrag anzeigen
Ein Arbeitskollege meines Großvaters hieß DUNEKACKE. Als ich danach vorhin gegugelt habe, erfuhr ich, dass dieser Name sogar in der Feinkostbranche in Hamburg zu Hause ist - Dunekacke & Wilms Nachf. GmbH & Co. KG.
Der FN Dunekacke und zwei ähnliche sehr interessante Namensformen kommen fast nur im Raum Bremen vor.

Er könnte aus dem mittelnorddeutschen Übernamen "dunker" => "dunkel, trübe, verworren" entstanden sein,
aber auch als Herkunftsname zum Ortsnamen "Dunk" bzw. Wohnname "dunk" => "kleine Bodenerhebung im Sumpfland"

Hierzu weiß sicherlich Hina noch etwas zu sagen.
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Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (01.02.2010 um 19:58 Uhr)
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  #2  
Alt 01.02.2010, 22:42
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Hina Hina ist offline weiblich
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Oh je

Im Niederdeutschen ist das c ein Dehnungs-c, deshalb liest und hört man nicht das, was "Hochdeutsche" meinen zu erkennen . Also richtig gesprochen - Dunekaake.

Dennoch ist der Name gar nicht fein. Er dürfe aus dem niederdeutschen Namen Dunekracken verschliffen sein. Zu finden waren in der Bremer Gegend die FN Dunkacke, Dunekacke, Dunekake, Dunkracke, Dunkracken, Dunekracken.

dun = betrunken, eigentlich dicht
kracken = ein abgewirtschaftetes Pferd (Klepper) und ein Schimpfname für Menschen.

So viel ich weiß, haben die meisten Menschen mit diesen beiden Familiennamen ihren Namen bereits geändert, denn auf sie trifft die Ausnahmemöglichkeit der amtlichen Namensänderung beim Standesamt zu.

Viele Grüße
Hina
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  #3  
Alt 02.02.2010, 12:55
Udo Wilhelm Udo Wilhelm ist offline
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Hallo zusammen,

bei Jürgen Udolph fand ich dieses

Dunekake:
ndt.: dun=aufgedunsen, geschwollen // kake=Wange, Backe; einer mit einer dicken Backe

Lieben Gruß,
Udo
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  #4  
Alt 02.02.2010, 12:58
schaefera
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Hallo,

dann bin ich ja mal gespannt,was ihr mir zu diesen FN berichten könnt.

DÜNNEBACKE

Vielen Dank
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  #5  
Alt 02.02.2010, 14:26
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Hallo Astrid,

wenn der Name aus dem hochdeutschen Sprachraum kommt, würde es das ergeben, was man liest, einen ausgemergelten oder auch von Natur aus dünnen oder schlanken Menschen.

Da sich der Name aber vor allem im niederdeutschen Sprachraum findet, kann es aber auch auf einen Wohnstätten- oder Herkunftsnamen hinauslaufen.

Viele Grüße
Hina
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  #6  
Alt 02.02.2010, 15:12
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Zitat:
Zitat von Udo Wilhelm Beitrag anzeigen
ndt.: dun=aufgedunsen, geschwollen // kake=Wange, Backe; einer mit einer dicken Backe
Hallo,

dun = aufgedunsen - ja, das hat den selben Hintergrund wie auch dicht, eng und betrunken. Es leitet sich von dunnen = aufdunsen und eng werden ab. Betrunken natürlich im übertragenen Sinne "er ist dun" bedeutet, er ist vollständig betrunken.

Allerdings kann ich kake als Wange für den Bremer Raum nicht nachvollziehen. Im alten Bremer Wörterbuch ist die Wange eine Bakke. Kake oder ähnliche Schreibweisen in diesem Zusammenhang gibt es nicht und Kaak ist der Pranger, passt also auch nicht.

Natürlich ist es möglich, dass der Name auch aus dem eher friesischen Raum, wo kake Wange, die seitliche Unterkieferregion ist, in den Bremer Raum eingewandert ist. Dann ist es reiner Zufall, dass Dunekracken und Dunekacke Nachbarn sind .

Viele Grüße
Hina
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  #7  
Alt 02.02.2010, 15:20
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GiselaR GiselaR ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von schaefera Beitrag anzeigen
...
dann bin ich ja mal gespannt,was ihr mir zu diesen FN berichten könnt.

DÜNNEBACKE
....
Kann das nicht einfach eine orthographische Sache sein?
gaaanz früher: Duenebacke mit Dehnungs-e, woraus dann aus orthographischem Mißverständnis ein ü wurde. Das ist ja dann möglich, wenn der Namensträger in andere Regionen umzieht, wo der Zusammenhang zwischen Schreibung, Aussprache und Bedeutung ganz anders gedeutet wird.
viele Grüße
Gisela
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  #8  
Alt 02.02.2010, 15:45
Udo Wilhelm Udo Wilhelm ist offline
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Hallo Hina,

Dun und Kake sind auch zu finden im Wörterbuch der Grimms

1.
DUN, adj. angetrunken, betrunken; s. dohn don. denn ich hatte ire lere so girig in mich gefressen und gesoffen das ich gar duhn davon war LUTHER 1, 5a. vergl. die zusammensetzung knüppeldun, wie das oberdeutsche knuppeldick für betrunken, studentisch knüll FROMMANN Mundarten 3, 283, 107. in Hessen sagt man auch dunne, er ist dunne, dunnevoll.
2.
DUN, m. dune f. flaumfeder. s. daune.

1.
KAKE, f. dohle, s. kacke dohle, gäke.

2.
KAKE, KÄKE, f. gewöhnlich pl. kâken (oder gâken), kæken, in Sachsen (Leipzig, Oschatz, Wittenberg, Barby u. a., nicht erzgeb.) das gelbe am schnabel junger vögel, der vogel hat die kaken noch, und im mundwinkel mancher leute; zu einem unerfahrnen menschen 'du hast die gelben kaken noch', bist noch ein 'gelbschnabel'; auch grind oder unreinigkeit überhaupt im mundwinkel, 'wisch dir die kaken ab'. eins der übersehenen oder verachteten alterth. volkswörter, es wird weiter zu finden sein. vgl. kack adj.? nur zufällig klingt an it. cacca d'occhi augenbutter (eig. 'kacke'). vgl. gackenest nesthökchen.

Lieben Gruß,
Udo
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  #9  
Alt 02.02.2010, 18:06
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo zusammen,

es freut mich ungemein und diebisch , daß ein sehr seltener Name doch eine solch anregende Diskussion brachte!

Auch wenn ich anfangs "daneben" lag, so eine fiese Bedeutung hätte ich nicht geahnt.
Und - in Prof. Udolphs "Buch der Namen" nicht nachgeschaut. 1:0 jeweils für Hina und für Udo
__________________
Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (03.02.2010 um 16:55 Uhr)
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