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Hinweise

Umfrageergebnis anzeigen: Meine Meinung zum Dialekt
Ich spreche selbst Dialekt (oder kann/könnte es zumindest) und bin für den Dialekterhalt 160 67,51%
Ich kann keinen Dialekt sprechen, begrüße aber die Bestrebungen Dialekte zu erhalten 59 24,89%
Ich lege keinen Wert auf Dialekt, könnte/kann jedoch Dialekt sprechen 12 5,06%
Ich lege keinen Wert auf Dialekt, spreche auch keinen 6 2,53%
Teilnehmer: 237. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #21  
Alt 30.07.2012, 23:52
Benutzerbild von Momo
Momo Momo ist offline weiblich
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Registriert seit: 06.02.2009
Ort: Unterfranken
Beiträge: 108
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Ich spreche (manchmal bereue ich das) noch recht ausgeprägt Dialekt.
__________________
Liebe Grüße Momo
  #22  
Alt 08.02.2016, 11:00
MMR MMR ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.01.2015
Beiträge: 230
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Ich bin noch ein junger Bursche und der einzigste der in meiner Jahrgangsstufe noch richtig den Dialekt unserer Gegend sprechen kann.
__________________
Experte für die Region um Nidda in Oberhessen, speziell für einigen Ortsteilen.

Meine Vorfahren kommen überwiegend aus Oberhessen und dem Sudetenland

Dauersuche: Alle Reiber/Räuber/Rajbr oder ähnliches in Böhmen und Umgebung, speziell aber Widim, Albertsthal, Raj, Wemschen.
  #23  
Alt 08.02.2016, 19:03
Benutzerbild von Tunnelratte
Tunnelratte Tunnelratte ist offline männlich
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Registriert seit: 10.03.2014
Beiträge: 628
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Ich versuche sooft wie möglich Dialekt zu sprechen, leider mit Einschränkungen.
- erstens spreche ich ein querdurchbadenwürttembergschwäbisch, Mutter gaus MNühlacker, Vater in Heilbronn geboren , in Forchtenberg und Unterheinriet aufgewachsen, der eine Großvater aus Stuttgart, der andere aus Heilbronn, dazu noch die Freudenstädter Verwandtschaft,....

Ich selbst bin im Limpurger Land , südlich der Dialektgrenze (also gerade noch so schwäbisch) aufgewachsen, in Stuttgart studiert mit Kollegen von dr ALb ra, wohne in Oberbayern, etc......

Leider habe ich keine "richtiges" lokalisierbares schwäbisch, aber wenn ich so richtig loslege kann meine Frau kaum noch, und deren Verwandschaft überhaupt nicht mehr verstehen was ich sage. Die kommen nämlich aus Vorpommern. Ein paar können noch das dortige Platt, das versteh ich aber sehr gut, und den berlinesken Alltagsslang sowiso. Der ist eh kein richtiger Dialekt sondern nur Mangel an Grammatikkenntnissen ;-)
__________________
wenn man den Nachbarshund zum angeln mitnimmt, ist wenigstens die Köterfrage geklärt
  #24  
Alt 09.02.2016, 18:11
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.04.2013
Beiträge: 2.315
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Moin, Moin...,
„Das Niederdeutsche ist ein Teil unserer Kultur mit eigenständiger Prosa und Poesie. Schon aus diesem Grunde sollte es gepflegt werden. Vielleicht sollten wir nicht nur an Naturschutz und Denkmalpflege betreiben, sondern auch Sprachschutz."

Bi uns to Huus schnackt wie all no Plattdüütsch, för de ganz püüken
Lüüd og mol Nedderdüütsch, wenn se keen Plattdüütsch begriepen,
watt datt ja gifft.
Nur wenn de ganz olden Lüüd miteinander snacken, dann wards
swoor, de Foden to beholden.
LG. Roland
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


  #25  
Alt 10.02.2016, 22:00
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.01.2010
Ort: Lüneburg
Beiträge: 1.313
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Leider galt und gilt im Norden und Westen Deutschlands der regionale Dialekt vielerorts als "nicht fein", und die Eltern befürchteten Probleme in der Schule, wenn die Kinder nicht schon mit Hochdeutsch aufwuchsen. So konnte ich zwar den heimischen Dialekt verstehen, da die Eltern und die ganze Verwandtschaft untereinander rheinisches Platt in diversen lokalen Färbungen sprachen, aber nicht mit uns Kindern, und so habe ich Platt sprechen erst später gelernt.
Beklagenswerterweise hat sich der Trend "weg vom Dialekt" immer weiter verstärkt, das stelle ich auch hier in NO-Niedersachsen fest, wo ich nun lebe.

Ich beneide die südlicher gelegenen Regionen, wo es immer noch ganz natürlich ist, dass man die lokale Mundart spricht.

Wenn ich heute ins Rheinland komme und mit ehemaligen Schulkameraden spreche, muss ich jedoch oft schmunzeln. Die waren zwar alle nie Dialektsprecher, aber vielleicht haben sich gerade deswegen sprachliche Eigenheiten etabliert. Oder ist das etwa Hochdeutsch, wenn mir jemand erzählt: "Die war die ganze Zeit am Kühmen."
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
  #26  
Alt 17.02.2016, 16:08
Benutzerbild von Spielmann
Spielmann Spielmann ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 15.11.2010
Beiträge: 54
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Hallo,
muß zu diesem Thema unbedingt meinen Senf abgeben.

Ich (Jahrgang 1967) bin mit Dialekt (Allgäuer Schwäbisch) aufgewachsen, selbst in der Grundschule war es noch völlig normal, Dialekt zu sprechen. Als ich dann 1978 ins Gymnasium in der nächsten Kleinstadt zog, wurde ich zum ersten Mal mit richtigen Hochdeutschsprechern konfrontiert. Außer im Fernsehen/Radio hatte ich vorher noch nie Hochdeutsch gehört. Es war für mich fast so, als wenn ins Ausland gegangen wäre. Seitdem hat sich viel verändert. In Ravensburg, wo ich heute lebe, einer Kleinstadt mit ca. 40000 Einwohnern, die allerdings mit anderen Städten und Ortschaften zu einem Siedlungsraum mit vielleicht ca. 70000 Einwohnern verschmolzen ist, hört man heute keinen Dialekt mehr, wenn man einkauft oder sonst was macht. Im angrenzenden Bayern, wo meine Famiie ihren Ursprung hat, ist die Situation auch nicht viel besser. Die meisten Leute, die ich so kenne, denken, Dialekt zu sprechen sei ein Zeichen von fehlender Bildung, Hinterwäldlertum oder gar von mangelnder Intelligenz - was definitiv nicht stimmt. Sie wollen nicht, daß ihre Kinder diskriminiert werden, weil sie Dialekt sprechen, also gewöhnt man sie an Hochdeutsch. Ich schätze mal, daß das ursprüngliche Allgäuerisch (Allemannisch) bereits heute völlig verschwunden ist, es gibt nur noch Allgäu-Schwäbisch. Das einzige, was letztendlich vielleicht bleiben wird, ist ein Durchschnitts-Schwäbisch und das Bairische. Das ist eine sehr traurige Entwicklung, eine kulturelle Verarmung. Ich hatte in der Schule das Gefühl, daß mir Sprachen zu lernen leichter fiel, weil ich sozusagen 2-sprachig aufgewachsen bin (Hochdeutsch - Schwäbisch). Allerdings kam ich mir teils diskriminiert vor, weil manche Lehrer sich über meine Aussprache mokierten und auf Hochdeutsch bestanden, besonders im Gymnasium. Das erschien mir fast wie eine kulturelle Unterdrückung. Aber ich beugte mich nie lange und spreche heute noch Dialekt. Natürlich kann ich Hochdeutsch und spreche es auch, wenn mich jemand nicht versteht. Insgesamt sehe ich jedoch den Trend - wie weltweit - daß unwahrscheinlich viele Dialekte und Sprachen in der nächsten Zeit verschwinden werden. Lokale Varianten werden auch in der Sprache glattgebügelt.

Gruß
Bernhard
  #27  
Alt 18.02.2016, 01:05
Florek Florek ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
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Ort: Deutschland (Ba-Wü) / Polen (Dolny Slask/Niederschlesien)
Beiträge: 291
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Von Haus aus bin ich mit Schwäbisch auf gewachsen, genauer gesagt das Schwäbisch von der Mittleren Alb. Es gibt aber viele besondere schwäbische Begriffe die ich zwar noch kenne und verstehe aber in meinem Alltag kaum noch oder gar nicht mehr verwende. Hier gibt es definitv einen Generationenunterschied.

Also ich behaupte mal von mir, dass ich ein gewisses Sprachtalent habe und vom breitesten Schwäbisch über das sogenannte Honoratiorenschwäbisch bis hin zum sauberen Schriftdeutsch alle Ebenen und Zwischenstufen beherrsche (einschließlich der jeweils unterschiedlichen Grammatik). Zugeben, der entsprechende schwäbische Akzent ist bei mir trotzdem immer noch rauszuhören wenn ich "nach der Schrift" spreche (und ich schätze mal das schlägt sich auch in den Fremdsprachen nieder). Dafür schäme ich mich aber nicht, wozu auch? Gehört zu meiner Persönlichkeit.

Ich passe mich dabei aber auch immer ganz intuitiv und automatisch an die Sprache meines Gesprächpartners an. Soll heissen, sogar wenn ich mit jemanden aus einem anderen Dialektraum spreche fliesen bei mir sogar teilweise dessen lokale Eigenheiten in meine Sprache ein.

Ich beherrsche auch den fliegenden Wechsel zwischen Schriftdeutsch, Schwäbisch, Englisch und Polnisch. Das ist bei mir mittlerweile täglich der Fall, privat wie beruflich.

Persönlich befürworte ich den Erhalt von Dialekten und Minderheitensprachen in Deutschland und Europa. Ich halte dies für einen wesentlichen Teil unserer Kultur bzw. kulturellen Vielfalt was es zu erhalten und zu pflegen gilt.
  #28  
Alt 18.02.2016, 01:39
Der Suchende Der Suchende ist offline männlich
Gesperrt
 
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Ort: 34270 Schauenburg
Beiträge: 2.362
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Hallo.
Es gibt doch nichts schöneres in Nordhessen - in Gegenwart eines "Fremden" -
statt "Wie bitte" = HÄ ? zu fragen.
Grüße
Heinrich
  #29  
Alt 18.02.2016, 13:34
Larilin Larilin ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 29.12.2015
Beiträge: 13
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Na ja, also ich finde, man sollte einfach wissen, wann es angemessen ist, ihn zu verwenden und wann nicht. Aber Dialekte gehören eben zur Geschichte dazu und sind ein sehr spannendes Thema, daher würde ich dem Ganzen jetzt keinen Riegel vorschieben!
  #30  
Alt 18.02.2016, 15:58
Artsch Artsch ist offline
Erfahrener Benutzer
 
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Beiträge: 1.934
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Zitat:
Zitat von Larilin Beitrag anzeigen
Na ja, also ich finde, man sollte einfach wissen, wann es angemessen ist, ihn zu verwenden und wann nicht. Aber Dialekte gehören eben zur Geschichte dazu und sind ein sehr spannendes Thema, daher würde ich dem Ganzen jetzt keinen Riegel vorschieben!
Hallo,

es soll Leute geben, die nur Dialekt sprechen.
Sollen die jetzt den Mund halten, wenn sich die Großen (Hochdeutschsprechenden) unterhalten?
Der Dialekt gehört nicht nur zur Geschichte, sondern auch zum Leben.

Ich verstehe auch nicht, warum es da überhaupt Gegner gibt. Oder auch schlimm, wenn ein Dialektsprecher einen anders Dialektsprechenden wegen dessen Dialekts verurteilt.

Neben zwei Dialekten spreche ich auch Hochdeutsch, allerdings sicherlich mit Akzent und dialektischer Sprachmelodie. Empfinde dies aber als Hemmschuh. Das klingt dann nicht spontan und herzlich. Gefühle lassen sich so weniger treffend ausdrücken.

Den sächsischen Dialekt, der in meinem Elternhaus gesprochen wurde, spreche ich auch mit meinen erwachsenen Kindern und die mit mir ebenfalls, auch im Beisein von Freunden oder Fremden. Alles andere würde für mich bedeuten, daß ich mich verstelle. Auch wenn ich selbst schon und die nachfolgende Generation in Baden-Württemberg geboren ist, werde ich dies nicht ablegen. Das Springen von einem Dialekt zum andern, machte mir schon als Kind keine Mühe.

Dialekte höre oder lese ich gerne. Für mich ist das eine Bereicherung unserer deutschen Sprache.
Als Schulfach würde ich es sehr begrüßen.

Beste Grüße
Artsch
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