#1  
Alt 19.11.2016, 15:41
Julchen53 Julchen53 ist offline
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Standard Getauft oder nicht?

Hallo zusammen,

ich würde gerne nach Taufeinträgen suchen, bin mir aber nicht sicher, ob diese überhaupt existieren.

Zwei Söhne, geboren in Frankfurt/Main 1907 und in Krefeld 1910. Die Eltern gaben sich als Ehepaar aus, waren aber nicht verheiratet (was 1921 dann bei Mutter und Kindern in Bezug auf den FN gerichtlich korrigiert wurde).
Der erste Sohn wurde standesamtlich (nach amtlicher Vorladung) erst 1911 angemeldet von der Großmutter, die Eltern waren zu der Zeit in England.
Beim zweiten war die Anmeldung zwar zeitnah zur Geburt, aber man zog kurz danach wieder weiter.

Beide Elternteile waren katholisch und auch bei den Jungen hieß es später immer 'katholischer Religion'.
Also sollte man annehmen, dass beide getauft wurden.
Aber war das unter diesen Umständen überhaupt möglich?
Und benötigte man zur späteren (standesamtlichen) Heirat dann noch einen Taufschein oder reichte einfach die Aussage, einer Religion anzugehören?


Wäre froh über ein paar Meinungen dazu
Viele Grüße
Julchen
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  #2  
Alt 19.11.2016, 16:50
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Julchen53 Beitrag anzeigen
... benötigte man zur späteren (standesamtlichen) Heirat dann noch einen Taufschein ...
Hallo,
Wenn man die standesamtliche Geburtsurkunde bei der Heirat vorweisen kann, benötigt man keinen Taufschein. Religion ist dem Standesamt egal, da benötigte das Brautpaar keinen Nachweis.

Zitat:
Zitat von Julchen53 Beitrag anzeigen
... Zwei Söhne, geboren in Frankfurt/Main 1907 und in Krefeld 1910. Die Eltern gaben sich als Ehepaar aus, waren aber nicht verheiratet (was 1921 dann bei Mutter und Kindern in Bezug auf den FN gerichtlich korrigiert wurde). Der erste Sohn wurde standesamtlich (nach amtlicher Vorladung) erst 1911 angemeldet ...
Also sollte man annehmen, dass beide getauft wurden.
Aber war das unter diesen Umständen überhaupt möglich? ...
Ja, warum soll die Taufe nicht möglich gewesen sein? Unehelichkeit der Eltern ist und war kein Taufindernis.
An beiden Orten existierten kathol. Kirchen:
Frankfurt - https://de.wikipedia.org/wiki/Religi...olische_Kirche
Krefeld - https://de.wikipedia.org/wiki/Krefeld#Christen

Gerade weil die standesamtliche Anmeldung verspätet erfolgte, deutet es für mich darauf hin, dass sie ihre Kinder taufen ließen.
Nach dem Motto: "Unsere Kinder sind getauft, Standesamt? Was ist das? Wozu soll das gut sein? Brauch mer nicht"
Viele Grüsse

Geändert von Anna Sara Weingart (19.11.2016 um 16:59 Uhr)
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  #3  
Alt 19.11.2016, 17:22
Julchen53 Julchen53 ist offline
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Hallo Anna Sarah,

dann müßte der Taufeintrag aber unter dem Namen der Mutter zu finden sein?
Die amtliche Urkunde lief nämlich auf den (nicht korrekten) FN des Vaters, was eben später (Randvermerk) korrigiert wurde.

Und wenn es bei einer Heiratsurkunde heisst 'katholischer Religion', dann wurde das auf Treu und Glauben eingetragen, ohne das es belegt war?

Viele Grüße
Julchen
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  #4  
Alt 20.11.2016, 00:46
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Julchen53 Beitrag anzeigen
... dann müßte der Taufeintrag aber unter dem Namen der Mutter zu finden sein? ...
Hallo,
Die Tauf-Einträge im Kirchenbuch erfolgen zeitlich hintereinander (chronologisch).
Dort steht dann:
- der Tauftag
- der Taufname (Vorname des Täuflings)
- Angabe der Eltern (soweit bekannt)

Beispiel:
1.10. - Hans - unehelicher Sohn des Jacob Schmid, Kaufmann allhier, und der Maria, eheliche Tochter des Hans Müller, Bäcker in München.

Beantwortet das Deine Frage?

P.S.
Häufig wird auch der Vater unehelicher Täuflinge im Kirchenbuch nicht genannt, weil die Mutter dessen Namen nicht angegeben hat

Geändert von Anna Sara Weingart (20.11.2016 um 00:51 Uhr)
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  #5  
Alt 20.11.2016, 01:35
gki gki ist offline
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Hallo!

Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Häufig wird auch der Vater unehelicher Täuflinge im Kirchenbuch nicht genannt, weil die Mutter dessen Namen nicht angegeben hat
Oder auch weil der Pfarrer den genannten Vater nur auf dessen Wunsch eintragen durfte.
__________________
Gruß
gki
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  #6  
Alt 20.11.2016, 01:40
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Ja genau, häufig stritt der die Vaterschaft ab, deshalb wurde er im Eintrag nicht benannt.
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  #7  
Alt 20.11.2016, 09:25
Julchen53 Julchen53 ist offline
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Danke für eure Hilfe.
Dann werde ich mein Glück mal bei den Kirchenarchiven versuchen, bei chronologischer Reihenfolge ist die Chance ja eher gegeben.
Die Vaterschaft hat er sicher nicht abgestritten, wenn er auf den Standesämtern beiden Kindern seinen FN gab.
Viele Grüße
Julchen
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  #8  
Alt 20.11.2016, 10:08
Lock Lock ist offline
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Standard Mecklenburg-Vorpommern

Hallo Zusammen

zu dem Thema habe ich einen aussagekräftigen KB-Eintrag. Er stammt aus dem KB- Kreckow (Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz) 1840

Auf allerhöchsten Befehl ist durch die Bekanntmachung des Großherzogl.
Consistorii vom 5.März 1840 den Pastoren verboten
Unehelichen Kindern - außer im Fall der Legitimation durch nach-
Folgende Ehe oder durch landesherrliche Verheisung – den Familien-
Name des Vaters beizulegen, und daß daher im Kirchenbuche
(unben ?) den Taufnamen eines unehelichen Kindes nur der Vor= und
Familien = Name der Mutter zu verzeichnen ist, nötigenfalls mit
Angaben ihres Geburts = oder Wohnortes. Uebrigens bleibt es unben-
nommen, wenn der Vater des unehelichen Kindes sich selbst aus
freien Willen oder durch geschehenen Antrage als solcher angibt,
dies im Kirchenbuche vermittels einer besonderen Note zu vermerken
Ich habe es für nöthig gehalten, Um Irrungen vorzubeugen, diese An-
Ordnung in die Kirchenbücher einzutragen.
Hartwig

v.G.
Gerhard
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Anordnung_ uneheliche_Kinder.JPG (186,5 KB, 5x aufgerufen)
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