#1  
Alt 09.08.2017, 09:47
Knobelbruder Knobelbruder ist offline
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Standard Begriff "Krug" Beruf "Krüger"

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1797
Region, aus der der Begriff stammt: Posen


Hallo,

an anderer Stelle hatte ich die Frage gestellt:

Welche "Erfahrung" habt ihr mit der Berufsbezeichnung "Krüger"? Einerseits soll damit wohl der Schankwirt gemeint sein, andererseits wird auch Land, welches trockengelegt wird als Krug bezeichnet und Krüger dann eben derjenige sein, der Land trockenlegt. Der Vater von Anna Weydmann war "Einwohner auf den neuen Krüge"

Unter diesem Thema ist die Frage wohl besser platziert. Mittlerweile habe ich mir mal das entsprechende Messtischblatt angesehen (Rogasen 3268) und dort wird in der Legende durchaus unterschieden zwischen Whs. für Wirtshaus und Kr. für Krug. Auf dem Messtischblatt Schocken ist ein solcher Kr. eingezeichnet und sieht nicht nach einem Gebäude aus. Auch im Kirchenbuch taucht der Begriff Krüger ziemlich häufig auf.

Daher meine Zweifel. Kann mir da jemand etwas zu sagen?

Vielen Dank, Dirk
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  #2  
Alt 09.08.2017, 10:21
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henrywilh henrywilh ist offline männlich
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http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de...&index=lemmata

Unterschiede zwischen "Krug" und "Wirtshaus" könnten regional und epochal darin gelegen haben, dass mit dem "Krugrecht" keine Genehmigung zum Verkauf von Kost und Logis verbunden war.
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #3  
Alt 09.08.2017, 15:11
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo Dirk,
Krüger war der norddeutsche Begriff für den Gastwirt.
Dass heißt man sagte in Norddeutschland nicht Wirtshaus sondern Krug.

Was und warum nun wiederum Dein "Messtischblatt" zwischen diesen beiden Begriffen unterscheidet ist ein ganz anderes Thema jüngeren Datums (Ende 19.Jht.), und ist für Dein Thema eher irrelevant.

Zitat:
Zitat von Knobelbruder Beitrag anzeigen
... andererseits wird auch Land, welches trockengelegt wird als Krug bezeichnet ...
Hast Du dazu bitte eine Quelle?


Ich habe z.B. ein Zitat:
Kroog (in Dithmarschen): "ein mit zaun, wall oder graben ümgebenes stück landes, das geweidet oder besäet wird'
Gruss
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  #4  
Alt 09.08.2017, 16:04
Knobelbruder Knobelbruder ist offline
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Leider nein, dass ist ja das Problem. Als ich vor gut einem halben Jahr das erste mal dem Thema nachgegangen bin, bin ich sehr schnell im Internet fündig geworden (trockenlegen des Sumpfes) und habe mir daher die Seite nicht z. B. als Lesezeichen gemerkt. Damals ging es um die Ortsangabe zur Ehefrau "auf den neuen Krüge". Auf der Suche nach dem Geburtsort des zweiten Kindes habe ich in wenigen Km Entfernung jetzt aber den Ort Neukrug gefunden.

Ich meine damals auch auf den Begriff "Krugland" gestoßen zu sein. Dies finde ich jetzt aber auch nur noch im Zusammenhang mit dem Schankwirt.

Sehr ärgerlich.
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  #5  
Alt 09.08.2017, 16:15
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Du hast recht damit, dass "Krugland" wohl eine spezielle landwirtschaftliche Bedeutung hatte, die vermutlich nichts mir einem Gasthaus zu tun hatte.
Hier zwei Beispiele:
Angehängte Grafiken
Dateityp: png Krugland.PNG (5,3 KB, 22x aufgerufen)
Dateityp: png Krugland2.PNG (64,6 KB, 21x aufgerufen)

Geändert von Anna Sara Weingart (09.08.2017 um 16:18 Uhr)
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  #6  
Alt 09.08.2017, 16:32
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Dies aber

https://books.google.de/books?id=vG8...-g4ChDoAQguMAI

https://books.google.de/books?id=NSD...ugland&f=false

spricht eindeutige dafür, dass das "Krugland" doch etwas mit dem "Krug" (der genehmigten Schenke) zu tun hat. Es ist offenbar (im Gegensatz zum "Bauernland") das Land, das unlösbar zur Schenke gehört.
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm

Geändert von henrywilh (09.08.2017 um 16:33 Uhr)
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  #7  
Alt 09.08.2017, 16:33
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Meine These:
Krugland = das Land, dass für den örtlichen Krüger zur Verfügung steht, damit er damit seine Gastwirtschaft (Krug) und seine Familie versorgen kann.
Siehe dazu die zwei Anhänge:

Zitat:
Zitat von henrywilh Beitrag anzeigen
... Land, das unlösbar zur Schenke gehört.
Das hört sich gut an.

So wie das "Predigerland" im letzten Beispiel (zur Versorgung des Pfarrers)
Angehängte Grafiken
Dateityp: png Krugland3.PNG (12,4 KB, 6x aufgerufen)
Dateityp: png Krugland4.PNG (108,3 KB, 12x aufgerufen)
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  #8  
Alt 09.08.2017, 16:36
Knobelbruder Knobelbruder ist offline
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....soetwas und das auch die Bezeichnung "Krüger" häufig vorkommt, lässt mich an dem Schankwirt zweifeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Krugland von 3 Morgen als solches bezeichnet wird, nur weil dort eine Wirtschaft ist. Das wäre ja Land, was an den Schankwirt verpachtet ist. Bei 3 Morgen wäre er aber eher Wirth als Krüger. Ich finde, dass passt nicht wirklich alles zusammen.
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  #9  
Alt 09.08.2017, 16:42
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https://books.google.de/books?id=wCt...ugland&f=false

Deinen Einwand verstehe ich nicht.
Ein "Krüger" ist der Pächter der Schenke. Mitverpachtet ist das "Krugland".
Gibt er den Krug auf, verliert er auch das Nutzungsrecht am Krugland.
Theoretisch kann auch ein Bauer (der in manchen Regionen "Wirt(h)" genannt wurde, einen Krug pachten. Dann unterscheidet man sinnvollerweise zwischen seinem "Bauernland" und dem "Krugland".
Warum nun dein "Krüger" kein Schenkwirt sein soll, erschließt sich mir nicht.
Hier umfasst das Krugland 3 Morgen, das ist für einen "Bauern" (in dem Sinne "Wirth") doch wenig.

https://books.google.de/books?id=AMo...ugland&f=false

Aber nun hast du das Recht, zu glauben und nicht zu glauben, was du willst.
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #10  
Alt 09.08.2017, 16:43
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Ok, eure Argumente sind schon stark. Dem kann ich nichts entgegensetzen. Aber ich bin mir sicher, dass ich auch die andere Bedeutung schon gelesen habe.
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krug / krüger

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