Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Allgemeine Diskussionsforen > Begriffserklärung, Wortbedeutung und Abkürzungen
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1001  
Alt 10.10.2011, 18:01
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Noch'ne Abkürzung

saille

Siniv.tinh, Russia

Karl Heinz Jochim

eine gute Adresse für so etwas ist z.B.
www.rusdeutsch.eu
bzw.
inform@rusdeutsch.ru
als Informationsquelle oder auch der
Historische Forschungsverein der Deutschen aus Russland (Michael Wanner); letztgenannten Verein erreichst Du auch über obige www-Adresse.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1002  
Alt 10.10.2011, 18:02
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard oedem anno

Jürgen P.

bin diese Tage in einem KB über den Eintrag "oedem anno" bei Taufen gestoßen. Ich konnte sonst keine weiteren Hinweise erkennen.
Nun ist mir eodem anno=im gleichen Jahr geläufig.
Den Begriff habe ich unter verschieden Taufeinträgen in der zitierten Schreibweise gefunden.

Friedrich

eine Marotte vom Pfarrer? Verschrieben? Verlesen?
Das wären meine Vermutungen. In meinem gelben Buch mit blauem L gibt es den Begriff nicht.

Jürgen P.

es ist wohl so das unter Marotte des Pfarrers zu verbuchen!
In diesem KB erkennt man auch unschwer ob ein Pfarrer den Eintrag vor oder nach der Tauf-/Hochzeitsfeier oder nach " ...a gute Leich muss schwimm" gemacht hat.
Wie schrieb hina in einem Beitrag "...wie der Pfarrer halt so drauf war"
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1003  
Alt 11.10.2011, 10:56
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Was ist ein "Privatmann"?

AnjaBr

ich habe ab und zu in den Beschreibungen meiner Ahnen "Privatmann" stehen. Was bedeutet das?

Tineru

Meine Vermutung wäre, daß diese Vorfahren vermögend waren und von den Erträgen ihres Vermögens (Zinsen, Aktientantiemen etc.) lebten.

Gast Carlton

Ich kenne zwei Begriffe. Das eine ist der Privatmann (die Privatperson), dass andere der Geschäftsmann.
Wenn aber so wenig hier steht, nämlich nur ein Wort, ohne jeden weitere Aussage, dann kann man nun wirklich keine korrekte Aussage treffen.
Aber eines steht fest: Auch ein Privatmann muss arbeiten, um leben zu können. Und auch ein Geschäftsman kann Vermögen haben.

Dorothea

ich habe vor rund zwanzig Jahren für einen Kollegen, der in die Rente ging, etwas zu diesem Thema zusammengestellt. Hierfür habe ich versch. alte und (damals) neue Duden-Ausgaben, Herkunftswörterbücher, Bedeutungswörterbücher, etc. durchgearbeitet. Hier fand ich auch die Bezeichnungen "Privatier" und Rentier in dem Zusammenhang, eben als den, der nunmehr nicht mehr arbeitet.

Gast Carlton

die Begriffe "Privatier" und "Rentier" sind Begriffe, die auch heute noch genutzt werden.
Aber die Bezeichnung "Privatmann" ist doch etwas völlig anderes. Mag sein, dass ich völlig falsch liege.

animei

Privatier siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Privatier

Gast AnMark

Ich bring mal eine neue Variante. Im Altgriechischen bedeutet das Wort Idiotes Privatmann, vielleicht wollte der Pfarrer darauf hinweisen, dass es sich um eine ungebildete Person handelte ......

Dorothea

Hier in diesen Beiträgen wurde schon angeführt, dass ein Privatmann ggf. von seinen Zinsen leben kann, genauso kann er von seiner Rente leben, hier hat er zu Lebzeiten in die Rentenversicherung eingezahlt und erhält nunmehr die Erträge. Es ist somit völlig egal, ob einer von seinen Zinsen oder von seiner Rente lebt. Ich hatte den Begriff Privatier genau in diesem Zusammenhang hier eingebracht. Könnte ja sein, dass der jeweilige Vorfahr nicht mehr berufstätig war, als man ihn als "Privatmann" bezeichnete.

Tineru

Mir fällt gerade noch etwas ein - vielleicht ist mit Privatmann einfach ein Zivilist gemeint?

Hänsel

Und hier zur Bestätigung aus dem Genealogisch-Etymologischen Lexikon:
Privatier: Aus homme privre (frz.), ein Privatmann, eine Person, die von ihrem Vermögen lebt. Eine Person, die sich aus dem Berufsleben zurückgezogen hat, von einem Kapital lebt, welcher er selber verdient oder geerbt hat.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1004  
Alt 11.10.2011, 10:58
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Was ist ein "Bagageführer"?

mac_intosh

ich bin jetzt nun des öfteren über das Wort "Bagageführer" im Zusammenhang mit einem Kriegstagebuch aus dem 1. WK gestolpert.
Ist das sowas wie ein Versorgungsoffizier?

DeutschLehrer

Bagage ist ja eigentlich Gepäck. Der hat wohl dann Transportaufgaben gehabt und musste die Ausrüstung der Truppe hinterher tragen oder fahren lassen.

Humora

ich bin neu hier und suche auch eine "Erklärung" für einen Versorgungsoffizial" zur K+K Zeit. Kann mir vorstellen, dass er mit einem Bagageführer zusammengearbeitet hat.

mac_intosh

nachdem ich das Buch jetzt durch habe, schrieb er auch immer viel von Versorgungsfahren mit dem Pferdekarren ("Panjewagen" - siehe Anhang) und anderen abenteuerlichen, zeitgenössischen Abkürzungen, die mich in den Wahnsinn treiben
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1005  
Alt 11.10.2011, 10:59
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Kirchenbuch / Totenbuch Eintrag Infans

Thruflon

"Infans Max Mustermann" bedeutet "Kind von Max Mustermann"
Hat der Eintrag "Max Mustermann Infans" die gleiche bedeutung oder heißt das das ein Kind namens Max Mustermann gestorben ist?

animei

ich bin zwar kein Lateiner, aber ich glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann, wenn es vor dem Namen steht, heißt es so und wenn dahinter dann anders. Die genaue Bedeutung ist eher aus den Wortendungen ersichtlich, z. B. auch beim Namen des Vaters oder der Mutter.
Beispiel:
filius Antonii = Sohn des Anton(ius)
filia Jacobi et Catharinae = Tochter des Jacob und der Catharina
Es kommt also darauf an, wie Dein Max Mustermann im Original genau geschrieben ist, um zu wissen, ob er das Kind oder der Vater des Kindes ist.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1006  
Alt 11.10.2011, 11:00
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Dispension und Concession

Schubi

Jahr, aus dem der Begriff stammt:1810/1815
Region, aus der der Begriff stammt:Nordthüringen
Cath. Doroth. Gründer, eine Tischlersfrau von 63 J./Ehegatte: Fr. Th. Gründer, Kathol. Konfession/+19.02.1810/ Bem.: erfüllt die Dispension gratis, zur stillen Beerdigung, war eine sehr religiöse Frau
Franz Thomas Gründer, Tischlermeister/ Auf der ...im Amte Liebenburg im G.....ältester Sohn geboren/Brustwassersucht +16.09.1815, 64/65J alt/ Bem: erfüllt die Concession der ...halber gratis er war kath. Confession
Konzession kann ich nachvollziehen, wahrscheinlich erhielt er die Erlaubnis dass er als Katholik auf dem evangelischen Friedhof beigesetzt werden darf. Aber was meint Dispension in diesem Zusammenhang???

Kögler Konrad

Heißt das wirklich: erfüllt und nicht erhält die Dispension bzw. die Concession?
Bei der Dispens wird man von etwas befreit
und bei der Concession bekommt man etwas erlaubt.

Schubi

Ja stimmt, es heißt bei beiden "erhielt". Danke! Muss nur noch heraus finden von was sie befreit wurde.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1007  
Alt 11.10.2011, 11:06
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard "Bleiber" - ein Beruf?

berger74

Ich stöbere zur Zeit in den katholischen Matriken der Gde. Polná na Sumave (Sudetenland im Böhmerwald). Bin gerade in den 1830er und 1840er Jahren. Soweit ich die Schrift korrekt entziffere, steht dort immer wieder bei meinen Vorfahren als Beruf "Bleiber". (Ich denke nicht, dass es ein Name ist, weil es auch bei vielen anderen steht und bei Geburtseintragungen zB nicht aufscheint.)

http://digi.ceskearchivy.cz/index_ma...arch=&allwords
Bitte den letzten Eintrag auf der verlinkten Seite des Sterbebuches ansehen (Theresia, Eheweib des Johann Streinz aus Tussetschlag). Ich lese hier "Bleiber[s]"

gembitzhauland

Hier ist eine Fundstelle im Deutschen Rechtswörterbuch: http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de...C&term=Bleiber - danach ist es ein "überlebender Ehegenosse". Eventuell soetwas wie ein Leibgedinger, also jemand der aus erster Ehe eine gewisses Vermögen (Leibgedinge) erworben hat? Oder es bezieht sich auf die Ehefrau Theresia ...

PeterS

Bei Taufen von seinen Kindern wurde er als Inmann oder Häusler (fürstlicher Untertan) bezeichnet.
Was steht bei seinem Sterbeeintrag, was steht bei Trauungseinträgen von seinen Kindern?
Die Nennung eines "angehenden Bleibers" bei diesem Trauungseintrag
http://pkinde.tripod.com/philipp.htm
ist auch nicht gerade aufklärend. Hier scheint Bauer gemeint zu sein. Der Eintrag steht hier
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6301/71
Bei der Taufe des 1. Kindes ist er immer noch ein Bleiber
http://digi.ceskearchivy.cz/de/8898/63

rigrü

Ich bin mir nicht sicher, ob der erste Buchstabe tatsächlich ein B ist. Vielleicht soll das ja ein C sein und "Cleiber", also Kleiber oder Kleber heißen...

berger74

Unmittelbar wirkt die Bedeutung "überlebender Ehegenosse" überzeugend, da ja der Familienstand generell angegeben wird und auch bei Frauen oft "Wittwe" mit eingetragen wurde. Aber ich habe auch einige Eintragungen gefunden, wo die Frau noch lebt und der Mann dennoch als "Bleiber" bezeichnet wird.
Könnte "Bleiber" derjenige Sohn eines Bauern sein, der den elterlichen Hof übernimmt und somit "bleibt"?

@ Peter S: Danke für die Beispiele. Ich bin mir nur nicht sicher, auf welche Person sich Deine Sätze ("Bei Taufen von seinen Kindern wurde er als Inmann oder Häusler (fürstlicher Untertan) bezeichnet. Was steht bei seinem Sterbeeintrag, was steht bei Trauungseinträgen von seinen Kindern?") beziehen. Auf meinen Vorfahren Johann Streinz? Falls ja, wie hast Du das so schnell gefunden?

PeterS

die Taufen seiner Kinder in Tussetschlag/Břevniště stehen auch in den Büchern von Stein im Böhmerwalde/Polná na Šumavě
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6590
Er starb 1843 im Alter von 72 Jahren, d.h. um 1800 war er im besten Alter für die ersten Kinder.
Der 1. Blick geht ins Indexbuch 16, wo man z.B. 1795
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6606/83
die Taufe eines Laurentius [Lorenz] Streinz in Tussetschlag auf der Buch Seite 444
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6594/219
findet -> Vater: Johann Streinz, Inman; Mutter: Theresia, Tochter des Anton Streinz, Milner [Müller] in der Ponischmill [Ponuschmühle=Stein im Böhmerwald] Nr. 19.
Dann kann man auch schon Seite für Seite weiterblättern, da man schon im für Tussetschlag passenden Teil des Taufbuches ist.
Trauung der Eltern lt. Index
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6606/82
1794 auf der Seite 283
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6598/143
Taufe der Theresia Streinz lt. Index
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6604/218
1771 Buch Seite 155
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6594/81
Die Taufe des Johann Streinz ist dann aber in der Pfarre Pollenitz/Boletice (die kleinen Dörfer dieser Region wechselten öfteres die Pfarrzugehörigkeit)
Laut Indexbuch 13 Pollenitz
http://digi.ceskearchivy.cz/de/2354/39
war seine Taufe 1771 auf der Seite 85
http://digi.ceskearchivy.cz/de/2344/6fen seiner Kinder in Tussetschlag/Břevniště stehen auch in den Büchern von Stein im Böhmerwalde/Polná na Šumavě
http://digi.ceskearchivy.cz/de/6590
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1008  
Alt 11.10.2011, 11:16
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard proconsul

Thruflon

Bin jetzt schon öfters auf das Wort "Proconsul" gestoßen, bedeutet das Bürgermeister? Bei den Römern war das der Statthalter, aber was war er im westfälischen Mittelalter?

Friedrich

ich kenne diesen Begriff aus den Stadträten. Der Proconsul kam immer nach dem Bürgermeister in der Reihenfolge, dürfte also sowas wie der Stellvertreter gewesen sein.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1009  
Alt 11.10.2011, 11:18
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Was ist ein Kirchspiel Gevollmächtigter?

MagicP

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1845
Region, aus der der Begriff stammt: Herzogtum Schleswig

Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 1845 war mein 4-facher Urgroßvater Hufner und Kirchspiel Gevollmächtigter. Ich kann mit dem zweiten Begriff leider gar nichts anfangen. Weiß vielleicht jemand, was ein "Kirchspiel Gevollmächtigter" im Jahre 1845 war?

Waldschrat

http://www.ff-schoenberg.de/chronik/...n_von_1801.pdf
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #1010  
Alt 11.10.2011, 11:19
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
Themenstarter
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.589
Standard Testamentkarte

viola63

auf der Kopie der Geburtsurkunde meiner Urgroßmutter ist eine seitliche Randnotiz mit dem Wortlaut " H. Testamentkarte Nr. 1". Kann mir jemand erklären, was dies bedeutet? Die Geburtsurkunde stammt aus dem Jahr 1870, die Randnotiz muß jüngeren Datums sein, ist aber noch in Süterlin geschrieben.

Waldschrat

Link
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:22 Uhr.