#1  
Alt 09.03.2019, 13:36
Si na Si na ist offline
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Standard Welches Antonowka?

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1927
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Antonowka bei Kostopol
Konfession der gesuchten Person(en): evangelisch
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): AGAD, Lueck Karte 1927, Karten bei mapywig
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):



Hallo an alle Forum -Leser,



vielleicht könnt ihr mir ja bei folgender Sache weiterhelfen:


Meine Ahnen kommen aus Antonowka bei Kostopol. Ich konnte sogar einige in den KB wiederfinden, die vom Agad online zur Verfügung gestellt werden. Laut der Lueck-Karte von 1927 gibt es in dieser Gegend nur einen Ort Antonowka (nordöstlich von Kostopol). Jetzt habe ich mir allerdings ein paar Karten bei mapywig angeschaut und gesehen, dass dort ein weiteres Antonowka südlich von Kostopol (bei Rudenka) eingetragen ist, welches man nicht auf der Lueck-Karte finden kann. Könnt ihr mir vielleicht sagen, auf welches Antonowka sich die KB-Einträge beziehen?





LG und einen schönen Tag an alle!


Si na

Geändert von Si na (09.03.2019 um 13:39 Uhr)
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  #2  
Alt 11.03.2019, 12:37
Gkoe Gkoe ist offline
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Standard Ortsuche Antonowka

Hallo Si na,

da Du schreibst, dass Du beim AGAD in den Kirchenbücher gelesen hast, kann es nur das Kantoratsbuch von Antonowka in der Gmina Berezne sein. Dieses Kantorat gehörte zum Kirchspiel Tutschin. Die derzeit bekannten Kirchenbücher sind hier gelistet: https://wolhynien.de/records/Tutschin.htm

Lt. russischem Ortsverzeichnis von 1906 hatte die Kolonie Antonowka 94 Höfe, 3 Stans (=Außenstellen) und 658 Einwohner.
Ein paar Bilder vom heutigen Ort findest Du auf wolhynien.de + Fotogalerie + Oblast Rowno + Antonowka.

Gerhard König
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  #3  
Alt 11.03.2019, 15:30
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Si na,

kennst Du die sogenannten Stammblätter der Umsiedler aus Wartheland-Polen, und Litauen,
EWZ (Einwandererzentralstelle) 1940-1941 schon?

Dort hatte ich schon mal darin gestöbert, und mir fiel ein, dass dort auch Einträge
aus Tutschin ua. vorhanden sind.

Hier z.b. ein LAUMERT August, geb. 25.2.1925, ev. aus Antonowka.
Eltern: Heinrich LAUMERT gest. in Antonowka.
Mutter: Wanda geb. ZIELKE, laut. ? Umsiedl.?
zugezogen nach Zgierz.
am 28.4?.1940 von Kostopol.

--> https://www.familysearch.org/ark:/61...=64&cat=252070

noch ein LAUMERT Adolf, geb. 9.10.1915 (Bruder) in Petrikau
auch hier Vater Heinrich LAUMERT gest. in Antonowka.
Mutter: Wanda geb. ZIELKE, laut. ? Umsiedl.?
zugezogen nach Zgierz.
am ??.??.1940 von Kostopol.
--> https://www.familysearch.org/ark:/61...=66&cat=252070

noch ein Bruder:
LAUMERT Gustav, geb. 5.8.1920 in Antonowka
--> https://www.familysearch.org/ark:/61...=67&cat=252070

ua. nach Heinrich LAUMERT gest. in Antonowka suchst Du dort doch.
--> https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=139986

LAUMERT Friedrich, geb. 5.5.1922 in Antonowka
--> https://www.familysearch.org/ark:/61...=68&cat=252070

Du suchst wohl noch immer noch den Sterbeeitrag des Vaters Heinrich LAUMERT angeblich verst. in Antonowka oder?

Zitat:
09.10.2016,... ich suche nach dem Sterbeeintrag von Heinrich Laumert. Er soll 1936 in Antonówka gestorben sein. Das AGAD konnte mir leider nicht weiterhelfen. Habt ihr eventuell noch einen Tipp für mich, an wen ich mich diesbezüglich wenden kann?
Demnach 1. Sohn (verh. Töchter müsste man suchen) 1915 in Petrikau geboren letzter Sohn 1925 in Antonowka
P.S. die Karteien wirst Du sicherlich doch schon kennen.

Nachtrag:
Es ist schon seltsam in Antonowka gab es ja bereits 1902 Eheleute
Heinrich LAUMERT oo Wanda Zielke, gemäß der Geburt der
Emma LAUMERT.

--> http://geneteka.genealodzy.pl/index....D&bdm=D&w=21uk

Da fragt sich, ob 1925 tatsächlich noch Kinder aus dieser Ehe entsprossen.

Vermutlich in diesem Froum auch Dein Thema.
--> https://forum.wolhynien.de/index.php?id=26895


Gruß Juergen

Geändert von Juergen (11.03.2019 um 17:13 Uhr)
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  #4  
Alt 18.03.2019, 15:52
Si na Si na ist offline
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Hallo Juergen,


herzlichen Dank für die detaillierte Zusammenstellung der Daten!

Die Stammblätter sind mir jedoch bereits bekannt.



Und ja, die Eheleute Heinrich Laumert und Wanda Zielke (sie war um einiges jünger als Heinrich) hatten ihren ersten Sohn 1912 bekommen und den letzten 1925. Auch Emma (sehr früh verstorben) und Emilie (geb. 1903) waren Kinder dieser Eheleute. Es gibt ein Familienfoto, auf dem alle Kinder mit Wanda Zielke zu sehen sind.

Heinrich war vor der Ehe mit Wanda Zielke mit einer Bertha Schultz verheiratet; diese ist jedoch recht jung verstorben. Die Ehe muss zwischen 1890 und 1994 geschlossen worden sein. Hast du zufällig einen Tipp, wie ich das überprüfen bzw. das genaue Heiratsdatum herausfinden könnte?


Liebe Grüße
Si na
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  #5  
Alt 18.03.2019, 22:38
Gkoe Gkoe ist offline
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Standard Kirchenbücher Tutschin

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
Die Ehe muss zwischen 1890 und 1894 geschlossen worden sein. Hast du zufällig einen Tipp, wie ich das überprüfen bzw. das genaue Heiratsdatum herausfinden könnte?
Aus dieser Zeit existieren leider die ev.-luth. Kirchenbücher vom Kirchspiel Tutschin nicht mehr. Vergleiche Kirchspiel Tutschin (ab 1888)


gerhard
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  #6  
Alt 18.03.2019, 15:27
Si na Si na ist offline
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Zitat:
Zitat von Gkoe Beitrag anzeigen

Lt. russischem Ortsverzeichnis von 1906 hatte die Kolonie Antonowka 94 Höfe, 3 Stans (=Außenstellen) und 658 Einwohner.
Ein paar Bilder vom heutigen Ort findest Du auf wolhynien.de + Fotogalerie + Oblast Rowno + Antonowka.

Hallo Gerhard,


vielen lieben Dank für die interessanten Infos und Links. Mir war vorher nicht klar, dass Antonowka Außenstellen hatte. Wie muss ich mir denn eine solche vorstellen und ist eigentlich bekannt, wo genau sich diese befanden? Würde sich rekonstruieren lassen, ob eine Familie direkt im Ort oder in einer Außenstelle ansässig war bzw. gibt es eigentlich Ortsfamilienbücher/Einwohnerlisten von Antonowka? Bestimmt nicht... Wäre ja zu einfach!


Und noch eine Frage, aber diesmal über Rudenka: Ist Dir zufällig bekannt, ab wann dieser Ortaufgegeben wurde?





Liebe Grüße
Si na
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  #7  
Alt 18.03.2019, 22:22
Gkoe Gkoe ist offline
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Hallo Si na,

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
.. Außenstellen hatte. Wie muss ich mir denn eine solche vorstellen und ist eigentlich bekannt, wo genau sich diese befanden?
Es waren Höfe, die etwas außerhalb des Ortes lagen, meist in der Nähe der bewirtschafteten Ackerflächen.
Die ehemalige Kolonie Antonowka existiert heute nicht mehr. Sie lag direkt südlich zu dem heutigen Ort Antonowka.

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
Würde sich rekonstruieren lassen, ob eine Familie direkt im Ort oder in einer Außenstelle ansässig war ..
Nur wenn Du jemand findest, der dort gelebt hat, sich heute noch erinnern kann und einen Ortsplan zeichnet.

Im Wolhynischen Heft Folge 8 findest Du einen Übersichtsplan von der Gegend und von Ludwig Buchholz geschriebene Artikel mit Einwohnerlisten zu den Nachbarorten Kuple, Kurhany, Samostyschtsche und Wielkopole. Bestellbar in der Versandstelle des Historischen Verein Wolhynien.

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
.. gibt es eigentlich Ortsfamilienbücher .. von Antonowka?
Nein. Dies macht in Wolhynien wenig Sinn, weil zuviele Kirchenbücher fehlen. Und bei einem Ortsnamen wie Antonowka gäbe es zuviele Verwechslungen. Allein im Ujesd Rowno gab es 5 Orte, die ähnlich oder gleich hießen.

Gerhard
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  #8  
Alt 18.03.2019, 22:31
Gkoe Gkoe ist offline
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Standard Ort Rudenka

Hallo Si na,

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
Und noch eine Frage, aber diesmal über Rudenka: Ist Dir zufällig bekannt, ab wann dieser Ort aufgegeben wurde?
Dies passierte mit dem Ausbau des militärischen Sperrgebietes, wahrscheinlich in den 1950er Jahren. Östlich zur Hauptstraße P05 in Richtung Kostopol und nördlich zu Tutschin befand sich dieses Sperrgebiet. Die ehemalige Kolonie Rudenka befand sich am nördlichen Rand dazu.

gerhard
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  #9  
Alt 23.04.2019, 11:10
Si na Si na ist offline
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Hallo Gerhard,


Dir noch einmal herzlichen Dank für deine Antwort und vor allem für die für mich neuen Details! Das Heft habe ich bestellt und es hat sich als eine Fundgrube erwiesen, da ich (mit hoher Wahrscheinlichkeit) eine weitere Ahnin in einem der Nachbarorte gefunden habe.



Gibt es eigentlich Deines Wissens nach deutschsprachige Literatur über die Siedlungsgeschichte etc. im Raum Kostopol?
Und gibt es vielleicht alte Karten, wo die ehemaligen Kolonistenfriedhöfe eingezeichnet sind?




Viele Grüße
Si na

Geändert von Si na (23.04.2019 um 11:14 Uhr)
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  #10  
Alt 23.04.2019, 17:15
Gkoe Gkoe ist offline
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Hallo Si na,

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
... und vor allem für die für mich neuen Details! Das Heft habe ich bestellt und es hat sich als eine Fundgrube erwiesen ...
Schön zu lesen, dass es dir geholfen hat.

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
Gibt es eigentlich Deines Wissens nach deutschsprachige Literatur über die Siedlungsgeschichte etc. im Raum Kostopol?
Ja, von den Wolhynischen Heften sind bisher 16 Folgen erschienen. Da sind auch einige Artikel zur Gegend von Kostopol dabei. Gehe im VolynWiki auf die Seite zum Historischen Verein Wolhynien e.V. + im Abschnitt Veröffentlichungen / Versandstelle wähle entweder die Zeile Inhaltsverzeichnis der einzelnen Hefte oder Inhaltsverzeichnis alphabetisch nach Autoren. Bei 13 Artikeln ist der Ort Kostopol genannt.

Der Bestellvorgang ist dir ja bekannt.

Zitat:
Zitat von Si na Beitrag anzeigen
Und gibt es vielleicht alte Karten, wo die ehemaligen Kolonistenfriedhöfe eingezeichnet sind?
Auch, ja Entweder findest du in den Wolhynischen Heften einen Artikel mit gezeichnetem Ortsplan oder du gehst auf die polnischen topographischen Karten aus den 1920er Jahren:

Beschreibung des Kartenwerks "Mapa Taktyczna Polski"

Wenn du die Karte von Kostopol (Link unten) aufrufst, ein paar Bildschirmzentimeter nach oben gehen und du bist mit dem Mauszeiger in Wlk. Kupla. Rechts vom Ortsnamen siehst du ein Rechteck mit einem Plus oder Kreuz. Hier war der ehemalige Friedhof. Jetzt kennst du das Symbol und kannst in deinen Orten weitersuchen.

Beispiel Kartenblatt A45-B43-Kostopol

Falls du die Gegend besuchen möchtest, empfehle ich Dir, diese Karte in guter Auflösung auszudrucken. Die heutigen Einwohner kennen überwiegend nur den ungefähren Standort vom Hören und Sagen.

Gerhard K.
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