#1  
Alt 09.11.2019, 19:34
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Adea Adea ist offline weiblich
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Standard Kirchenaustritte im Dritten Reich

Hallo,

im Archiv Allenstein habe ich einige digitalisierte Akten zu Kirchenaustritten (evangelische Kirche) entdeckt. Darin sind viele Namen enthalten, mit Geburtsdaten, Geburtsort, Angaben zum Beruf und damaliger Adresse. Es handelt sich nicht nur um Leute aus Ostpreußen, sondern von überall her, die zum Zeitpunkt der Antragstellung ihren Wohnsitz in Allenstein hatten. Einige gaben in den Unterlagen auch ihre NSDAP-Mitgliedsnummern an und schrieben kurze Begründungen. Es wurden auch minderjährige Kinder abgemeldet.

1937:
http://olsztyn.ap.gov.pl/baza/skany.php?z=565&s=138
1938:
http://olsztyn.ap.gov.pl/baza/skany.php?z=565&s=139
1939-40
http://olsztyn.ap.gov.pl/baza/skany.php?z=565&s=140
1941-43
http://olsztyn.ap.gov.pl/baza/skany.php?z=565&s=141
1944
http://olsztyn.ap.gov.pl/baza/skany.php?z=565&s=142

Hatte von euch schon mal jemand solche Aktenfunde aus anderen Orten und Regionen?

LG Adea
__________________

Dauersuche:

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- Herkunft von Christian Rausch, um 1811 als Soldat beim dänischen Militär in Warder (bei Segeberg/Holstein)
- Alles über die Papiermacher-Familie Seidler (vor 1800 in Mecklenburg und Holstein)

Meine Suchregionen: Mecklenburg, Ostpreußen, Holstein, Hamburg, Vogtland, Salzburger Land (vor 1732)


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  #2  
Alt 09.11.2019, 20:41
Feldsalat Feldsalat ist offline weiblich
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Aktenfunde dieser Art nicht, aber mein Großvater Edmund Haine (*1903 in Böhmen) ist laut Zusatz im Geburtseintrag "gottgläubig seit 4.1.1940". Getauft wurde er katholisch, also hat da wohl auch ein Kirchenaustritt stattgefunden.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Geburt Edmund Haine 1903.jpg (242,8 KB, 20x aufgerufen)
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  #3  
Alt 10.11.2019, 19:41
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Interessanter Hinweis zu den Kirchenaustritten!

Die evangelische Kirche selbst hat sich im Dritten Reich auch nicht gerade mit Ruhm geehrt, sondern örtlich den "Verhältnissen angepaßt". Ich glaube, da gibt es bis heute noch einiges aufzuarbeiten. Von Seiten der römisch-katholischen Kirche wurde zahlreichen Kriegsverbrechern der Weg nach Lateinamerika geebnet mit Passagierscheinen ausgestellt in Rom...meist gelang die Flucht über Genua.



Gruß
Matthias
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  #4  
Alt 13.11.2019, 01:51
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Meine Großeltern sind während des Krieges aus der evangelischen Kirche ausgetreten, der Großvater aus Überzeugung, die Großmutter um des ehelichen Friedens willen. Großvater fiel 1945 in Russland, im Sterbeeintrag fehlt jeder Hinweis auf Religion ("gottgläubig" wäre damals wohl die Formulierung gewesen), Großmutter trat nach der Flucht schnurstracks wieder ein und engagierte sich auch in der Gemeinde.
(Ich frage mich ja, ob sie ihr jüngstes Kind heimlich hat taufen lassen. Es wurde nach dem Austritt geboren, aber der Vater war als Soldat abwesend, und das Kind starb dann 1945 mit nur 2 Jahren auf der Flucht an Typhus. Den Sterbeeintrag suche ich noch.)
__________________
Gruß Asphaltblume
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  #5  
Alt 13.11.2019, 06:19
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Matthias Möser Beitrag anzeigen
Die evangelische Kirche selbst hat sich im Dritten Reich auch nicht gerade mit Ruhm geehrt, sondern örtlich den "Verhältnissen angepaßt". Ich glaube, da gibt es bis heute noch einiges aufzuarbeiten.
Die meisten Pfarrer standen den Nazis nahe, es gab aber auch Widerstand. Toll finde ich den Roman "Jahrestage" von Uwe Johnson.
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