#11  
Alt 18.02.2009, 22:25
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Hintiberi Hintiberi ist offline männlich
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Hier kann man den Artikel lesen:

http://www.sueddeutsche.de/553386/78...endwinter.html

Viele Grüße
-Jens
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  #12  
Alt 18.02.2009, 23:39
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Puuh.... echt Wahnsinn. Das würde auch unsere moderne Gesellschaft ziemlich hart treffen.
Der komplette Verkehr käme zum Zusammenbruch. Schulen blieben geschlossen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Die anschließenden Überschwemmungen würden uns noch viel härter treffen, denn die Versiegelung der Flächen und (Ver-)Kanalisierung der Flüsse ist schließlich weitaus größer als seinerzeit.
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  #13  
Alt 30.04.2009, 08:38
Benutzerbild von karin-oö
karin-oö karin-oö ist offline weiblich
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Standard Klimawandel schon vor 150 Jahren?

Hallo alle miteinander,

ich weiß, das hat jetzt nicht direkt mit Ahnenforschung zu tun, aber Pfarrer Saxeneders Bericht über die Wetterkapriolen von 1860-62 hat mich so beeindruckt, dass ich ihn euch nicht vorenthalten möchte. Er schrieb:

„Im Jahre 1860 war der erste Hagel am Samstag vor Pfingsten, den 26. Mai, der zweite am Feste der Dreifaltigkeit, den 3. Juni; dabei tobte ein so gewaltiger Orkan, daß er die stärksten Bäume entwurzelte oder abriß; die Gewitterwolke ging so niedrig, daß sie den Pfarrhof einhüllte um 3 ½ Uhr Nachmittags. Die Erde ging durch den Schweif des Kometen; der dritte Hagel Donnerstag 14. Juni mit Orkan wie am 3. Juni.
Am 1. Februar 1862 erreichten die Salzach und bald darauf der Inn eine so bedeutende Wasserstand-Höhe, wie am 25. August 1846. In der Mittermühle konnte nimmer gemalt werden. Der Steinberg wurde zu einem reißenden Gießbache durch die schnell geschmolzenen Schneemassen. Daß diese denkwürdige Überschwemmung ohne allen bedeutenden Schaden und Unglück abging ist nach Gott der Festigkeit der Steindämme nach der Lanecker- und Reitbauernau entlang zu verdanken.
In diesem Jahre (1862) war die Ernte nahezu um 6 Wochen früher als gewöhnlich, alle Getreidegattungen waren vortrefflich und so ergiebig, daß jeder Bauer gestand, so viel geerntet zu haben, als sonst in zwei Jahren von mittlerer Fruchtbarkeit. Auf einen sehr gelinden, kaum etliche Wochen dauernden Winter folgten von Lichtmeß an die herrlichsten warmen Tage, so daß Ende März die Vegetation wie mitten im Mai war. Es folgten auch keine Nachtfröste mehr. Der Sommer war sehr heiß, ebenso der Herbst, und im Winter von 1862 auf 1863 wurde überhaupt die Erde nie so viel mit Schnee bedeckt, daß mit einem leichten Schlitten hätte gefahren werden können.“

Heutzutage erklären wir solche Phänomene mit dem Klimawandel, unsere Vorfahren vor 150 Jahren werden dabei wohl eher an den bevorstehenden Weltuntergang gedacht haben!

Schöne Grüße
Karin
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  #14  
Alt 30.04.2009, 09:08
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Das Klima unterliegt seit ewigen Zeiten Schwankungen. Unsere Ahnen haben zwischen 1200 und bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. in einer Art Kaltzeit gelebt. Danach setzte die Warmzeit ein, in der wir uns noch immer befinden.
__________________
Liebe Grüße von Luise
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  #15  
Alt 30.04.2009, 09:28
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Aida Aida ist offline
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Guten Morgen,
eigentlich galt ja das Jahr 1815 in Europa und Nordamerika als "Das Jahr ohne Sommer" - damals war Mitte April in Indonesien der Vulkan Tambora ausgebrochen und sein Ascheregen bzw. die in die Atmosphäre gelangten Aschepartikel verdunkelten den gesamten Sommer.
Auch der Ausbruch des Krakataus im Jahr 1883 verursachte einen "zweijährigen vulkanischen Winter".
Ebenso spricht man in den Jahren von ca. 1570 bis 1630 bzw. 1715 von einer "kleinen Eiszeit" - Klimaschwankungen gab es also schon öfter.
Und nicht zuletzt denke man an den "Osterspaziergang" von Goethe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche".
In den 1920er Jahren war wohl der Rhein im Winter zugefroren.

Gruss
Christel
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  #16  
Alt 30.04.2009, 10:33
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Rheingauner Rheingauner ist offline
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Zitat:
Zitat von Aida Beitrag anzeigen
In den 1920er Jahren war wohl der Rhein im Winter zugefroren.
Ja das ist korrekt. Dies ging sogar noch bis in die späten 50er Jahre hinein. Ich habe Fotos von meinen Vorfahren, wie sie auf dem zugefrorenen Rhein zwischen den aufgetürmten Eisschollen spazieren gehen.
Heute kann der Rhein nicht mehr zufrieren, da sich durch die Sprengung des "Binger Lochs" die Fließgeschwindigkeit dermaßen erhöht hat, dass es zu keiner Eisbildung mehr kommen kann.

Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Binger_Loch
__________________
Grüße
Björn
-----------

IG Rheingau
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  #17  
Alt 30.04.2009, 15:59
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Zitat:
Zitat von Luise Beitrag anzeigen
Das Klima unterliegt seit ewigen Zeiten Schwankungen. Unsere Ahnen haben zwischen 1200 und bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. in einer Art Kaltzeit gelebt. Danach setzte die Warmzeit ein, in der wir uns noch immer befinden.
Moin Luise,

ich erlaube mir eine kleine Korrektur: Die Kaltzeit, von der Du sprichst, setzte nicht um 1200, sondern erst gut 100 Jahre später ein.

Aber mit den Schwankungen beim Klima hast Du zweifellos recht!

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #18  
Alt 30.04.2009, 16:32
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Für Württemberg gibt es dazu ein interessantes Buch "Ernteglück und Hungersnot, 800 Jahre Klima und Leben in Württemberg" von Waltraud Düwel-Hösselbarth.

Da heißt es dann z.B.:
Von 1864 bis 1870 wechselten sich nasskalte mit zu warmen, trockenen Jahrgängen ab. Ähnlich große Unterschiede zeigten sich infolgedessen bei den Ernteergebnissen und den Preisen.
Aufgrund des Fehlens einer Schneedecke sowie Niederschlagsmangel, herrschte im Jahr 1865 eine extreme Trockenheit. Die Hitze in den Sommermonaten tat ein Übriges. Es entstand sehr großer Futtermangel, so dass der Viehbestand vermindert werden musste. Im Dezember war besonders auf der Alb der Wassermangel so groß, dass man den Reif von den Bäumen schüttelte und sammelte, um auf diese Weise Trinkwasser zu gewinnen. Aus den Wasserstellen für das Vieh schlug man sogar den gefrorenen Schlamm und taute in auf.


Unsere Vorfahren hatten keine Zeit sich um solche Theorien wie den Klimawandel zu kümmern...

Als ergänzende Information zur Familienforschung ist das auch wieder ein spannendes Thema. Vor allem erklärt es auch, weshalb zu bestimmten Zeiten sehr viele Menschen auswanderten.

Grüße
Eva
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  #19  
Alt 01.05.2009, 02:09
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Uli Uli ist offline
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Zitat:
Heute kann der Rhein nicht mehr zufrieren, da sich durch die Sprengung des "Binger Lochs" die Fließgeschwindigkeit dermaßen erhöht hat, dass es zu keiner Eisbildung mehr kommen kann.
Der Rhein kann auch nicht mehr so schnell zufrieren da die Kraftwerke die sich an ihm befinden ihr Kühlwasser in diesen wieder ableiten und dadurch die Wassertemperatur auch höher ist als sie früher war.
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  #20  
Alt 01.05.2009, 09:40
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Rheingauner Rheingauner ist offline
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Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Der Rhein kann auch nicht mehr so schnell zufrieren da die Kraftwerke die sich an ihm befinden ihr Kühlwasser in diesen wieder ableiten und dadurch die Wassertemperatur auch höher ist als sie früher war.
Auch das mag seinen kleinen Teil dazu beigetragen haben...
__________________
Grüße
Björn
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