Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Allgemeine Diskussionsforen > Adelsforschung
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 06.05.2013, 01:27
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
Standard Persönlicher Adel nach 1918

Liebe Adelsforscher,

meine Frage ist eigentlich eher eine des Namensrechts, aber ich vermute, hier kann man mir helfen.

Während des ersten Weltkriegs bekam ein Soldat, nennen wir in Mayr, den Bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden verliehen und somit den persönlichen Adelsstand.

Er hieß dann also Ritter von Mayr. Er heiratete noch 1918, seine Frau nannte sich danach "von Mayr".

Mich interessiert, welchen Namen die gemeinsamen Kinder geführt haben müßten. Hätte das Kaiserreich fortbestanden, dann wohl "Mayr", aber damit war ja Schluß.

Die konkrete Frage: Führte die Abschaffung des Adels dazu, daß auch die Kinder "(Ritter) von Mayr" hießen?
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 06.05.2013, 12:32
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 03.03.2007
Ort: Skive, Danmark
Beiträge: 4.661
Standard

Da es ein persönlicher Adelsstand und kein erblicher war, ging er nicht auf die Kinder über. Somit konnten die Nachkommen kein Adelsprädikait führen, dass dann Namenbestandteil werden konnte. Soviel ich weiß, konnte das Adeslprädikat bei persönlichem Adelsstand auch generell nicht in den Namen überführt werden.

Viele Grüße
Hina
__________________
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 06.05.2013, 13:51
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
Standard

Hallo Hina,

danke für die Antwort!

Zitat:
Zitat von Hina Beitrag anzeigen
Da es ein persönlicher Adelsstand und kein erblicher war, ging er nicht auf die Kinder über.
So der Plan, ja. Da aber ja zwischenzeitlich der Adel ganz abgeschafft wurde, ist diese Frage für die nach 1918 geborenen Kinder ja ohnehin keine mehr.

Bleibt lediglich das Namensrecht.

Zitat:
Somit konnten die Nachkommen kein Adelsprädikait führen, dass dann Namenbestandteil werden konnte.
Der Ordensinhaber selber führe es aber weiter. Wenn das Prädikat infolge der entsprechenden Gesetze Teil seines Namens geworden wäre, hätte er diesen ja so an seine Kinder weitergeben können bzw. müssen.

Zitat:
Soviel ich weiß, konnte das Adeslprädikat bei persönlichem Adelsstand auch generell nicht in den Namen überführt werden.
Das wär die Frage. Wenn man mal Google befragt, dann findet man reichlich Träger dieses und ähnlicher Orden, die nach 1918 und auch nach 1945 als "Ritter von" bezeichnet wurden. War das bloße Höflichkeit?

Andererseits hab ich für einige zufällig ausgewählte Personen aus der Liste der Ordensträger per Google keine späteren Namensträger mit "Ritter von" finden können.

Insofern scheinst Du recht zu haben, mir ist nur noch nicht klar wieso.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 06.05.2013, 15:40
Lenz Lenz ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.07.2007
Beiträge: 421
Standard

Seit der Weimarer Reichsverfassung vom 14. Aug. 1919, sind Adelbezeichnungen Bestandteile des Familiennamens. Wenn die Adelsbezeichnung also schon vor Inkrafttretung dieser Verfassung bestanden hat, dann wären auch die Kinder des Ehepaares "Mayr" berechtigt gewesen das "von" als Namensbestandteil zu führen.

Hier ist es m. E. auch unerheblich, ob es sich dabei um einen "erblichen", oder um einen "persönlichen" Adel handelt. Es galt ja nun nicht mehr das "Adelsrecht", sondern das "Bürgerliche Recht". Und dieses Recht besagt eben, dass "Adelsbezeichnungen" als Namensbestandteile gelten.

Gruß Lenz
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 06.05.2013, 20:08
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 03.03.2007
Ort: Skive, Danmark
Beiträge: 4.661
Standard

Ich denke, es ist schon noch etwas komplizierter, denn dazu gab es bereits auch ein Gerichtsurteil, dass zwar das Adelsprädikat des in den persönlichen Adelsstand erhobenen von ihm im Namen weitergeführt werden konnte, nicht aber zum Familiennamen wurde.

"Der nur mit dem persönlichen Adel ausgezeichnete darf die Bezeichnung dieses Adels durch die Hinzufügung des Wortes "von" auch nach der WRV als Teil seines Namens weiterführen. Es liegt hier aber keine Erhebung der Familie in den Adelsstand vor, deshalb kann sein persönlicher Name niemals zum Familiennamen werden und es ist somit ein Übergang dieses Namens auf andere Familienmitglieder nach dem Regeln des BGB ausgeschlossen (BayOblG Recht 22 Nr. 1303)."

Auch Adelstitel bei Primogenitur wurden nach Verabschiedung der WRV nur persönlicher Name, dieser einen Person, nicht aber zum Familiennamen. Auch hierzu gab es drei entsprechende Gerichtsurteile des Bayerischen Oberlandesgerichts.
__________________
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 06.05.2013, 20:36
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
Standard

Zitat:
Zitat von Hina Beitrag anzeigen
"Der nur mit dem persönlichen Adel ausgezeichnete darf die Bezeichnung dieses Adels durch die Hinzufügung des Wortes "von" auch nach der WRV als Teil seines Namens weiterführen. Es liegt hier aber keine Erhebung der Familie in den Adelsstand vor, deshalb kann sein persönlicher Name niemals zum Familiennamen werden und es ist somit ein Übergang dieses Namens auf andere Familienmitglieder nach dem Regeln des BGB ausgeschlossen (BayOblG Recht 22 Nr. 1303)."

Damit findet man auch noch diesen Kommentar:
http://books.google.de/books?id=7UHL...ht+22+Nr.+1303

Herzlichen Dank, damit ist klar, daß ich die Nachkommen meines "Ritter von Mayr" unter Mayr suchen muß (und sie wohl eher nicht finde...).
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 06.05.2013, 20:41
Lenz Lenz ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.07.2007
Beiträge: 421
Standard

Aus der WRV: "Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden".

Hieraus folgt, dass die Adelsbezeichnung der verheirateten Eltern automatisch auch zum Geburtsnamen des Kindes gehören.

Das heißt: Familienname des Ehepaares Mayr vor 1919: "v. Mayr". Familienname Kinder des Ehepaares "v. Mayr".

Gruß Lenz

P.S. In Bayern führten auch die Ehefrauen eines Personaladeligen das Prädikat "von".
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 06.05.2013, 22:37
norddeutscher norddeutscher ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.06.2012
Beiträge: 141
Standard

Was soll das hier werden, oder bin ich hier nicht mehr bei der Ahnenforschung .
Ich glaube hier versucht einer ernsthaft, sich so einen Pseudo-Adel in seinen heutigen Namen einzufügen.
Zum Glück wurde der Quatsch schon lange abgeschafft.

PS: Bitte nicht darauf antworten, es würde nur eine sinnlose Diskussion werden.

Viele Grüße
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 06.05.2013, 22:48
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
Standard

Zitat:
Zitat von norddeutscher Beitrag anzeigen
Was soll das hier werden, oder bin ich hier nicht mehr bei der Ahnenforschung .
Ich glaube hier versucht einer ernsthaft, sich so einen Pseudo-Adel in seinen heutigen Namen einzufügen.

Klar, ich versuche den pers. Adel eines angeheiraten Urgroßonkels dritten Grades in meine völlig anderen Familiennamen zu übertragen...

Zitat:
Zum Glück wurde der Quatsch schon lange abgeschafft.
Leider war man da nicht sonderlich konsequent, wie die Diskussion hervorgebracht hat.

Zitat:
PS: Bitte nicht darauf antworten, es würde nur eine sinnlose Diskussion werden.
Ne, Dir nicht mehr. Willkommen im Killfile.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 06.05.2013, 23:31
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 03.03.2007
Ort: Skive, Danmark
Beiträge: 4.661
Standard

Zitat:
Zitat von norddeutscher Beitrag anzeigen
Was soll das hier werden, oder bin ich hier nicht mehr bei der Ahnenforschung .
Ich glaube hier versucht einer ernsthaft, sich so einen Pseudo-Adel in seinen heutigen Namen einzufügen.
Zum Glück wurde der Quatsch schon lange abgeschafft.

PS: Bitte nicht darauf antworten, es würde nur eine sinnlose Diskussion werden.

Viele Grüße
Eine sinnlose Diskussion muss es, auch wenn ich mir erlaube drauf zu antworten, wirklich nicht geben, weil ich gar nicht wüßte warum. Hier geht es ganz klar um Ahnenforschung.

Nicht immer steckt hinter solch einer Frage die Absicht, irgendein Ego aufzupolieren. Manchmal muss man einfach nur wissen, wie Familiennamen fortgeführt wurden, um die richtigen Personen im Kirchenbuch ausfindig zu machen und genau das hat der Themenstarter ja durchaus erläutert.
Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Herzlichen Dank, damit ist klar, daß ich die Nachkommen meines "Ritter von Mayr" unter Mayr suchen muß (und sie wohl eher nicht finde...).
Also, nicht immer gleich raufhauen, manchmal auch erstmal die Beiträge gründlich lesen .

Viele Grüße
Hina
__________________
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:12 Uhr.