#1  
Alt 15.01.2013, 14:15
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Standard Was ist die "Helmdecke" ...

Die "Helmdecke",
etwas vereinfacht geschildert :

Der gerüstete Ritter hatte , bedingt durch die enorme Hitze-Aufladung bei Sonneneinwirkung der metallenen Teile seiner Rüstung, den Versuch unternommen,
diesen Hitze-Stau durch einen Überwurf - Tuch-Abdeckung zu mildern.
Ähnlich dem "Burnus" in arabischen Ländern.
Diese Tuch-Abdeckung, meist gehalten in den Haus-Farben des Ritters, wurde teilweise etwas eingerissen (gesplisst) um dann die dadurch entstehenden "Enden" an der Schulter- oder anderen Rüstungsteilen -, zu befestigen um beim "scharfen Ritt" ein nach vorne schlagen des Tuches, vor die Sichtfläche des Helms, zu verhindern .
Auf dem Helm selbst wurde diese "Helmdecke", mittels Stoffwindungen aus der Helmdecke, einer Tuchdrehung- oder Windung (= Wulst) festgehalten.
Nun hat sich in der heraldischen Zeichnung
diese Darstellung verfestigt:
Die Helmdecke wird im Windungs-Verlauf gezeigt, wobei die Wappen-Farben (Haus-Farben des Ritters) so angelegt sind, daß die Grundfarbe aussenseitig am Tuch angelegt ist und eine Metall-Farbe (Gold oder Silber) auf der Innenseite.
Der Helm-Wulst besteht aus gedrehten Stoff-Teilen der Helmdecke, also werden so immer die Decken-Farben wechselseitig gezeigt.

So in ungefähr sollte man sich dies vorstellen

Eine Darstellung als "Blätter-Decke" oder auch "Rosen-Hecke" sollte unterbleiben
und ist bei den eintragenden Wappenrollen nicht erwünscht.

Das Kopieren von Helmdecken aus den Zeichnungen anderer Heraldiker sollte unterbleiben. !
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Dazu noch eine nicht unwichtige Anmerkung:

Zum Thema Helmdecke schreibt der geschätzte Kollege Dr. Bernhard u.a. hier :
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/seite38.htm

Vor allem möchte ich an dieser Stelle wärmstens davon abraten, Helmdecken von Wappen, die einem gefallen, einfach zu übernehmen. Nicht nur ist das ein Verstoß gegen das Urheberrecht, wenn man eine Decke einfach "klaut", und jeder Künstler erkennt seine eigenen Entwürfe wieder, und seien sie noch so verhunzt, und kann rechtliche Schritte einleiten, die schlimmstenfalls zu einer recht teuren Abmahnung führen. Da die Gestaltung der Helmdecke ein wesentlicher Bestandteil weitgehend freier Gestaltung ist, erreicht sie selbstverständlich die nötige Schöpfungshöhe, um ein Urheberrecht zu begründen. In der Tat gibt es auch für Teile von Graphiken ein Copyright, das es zu beachten gilt. Ein guter heraldischer Künstler verwendet daher grundsätzlich eigene Helmdecken.
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