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  #1  
Alt 06.12.2019, 21:51
Benutzerbild von Bienenkönigin
Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Standard Unterschied Eheliebste - Ehewirthin (1746, Memmingen)

Liebe Mitforschende,

die Frage bezieht sich nicht direkt auf meine Vorfahren, aber ich bin einfach neugierig.
Bei einem digitalisierten Buch zu den 1746 getauften/kopulierten und gestorbenen in Memmingen gibt es Beschreibungen, die sich sehr nett anhören:
Söhnlein
Töchterlein, Töchterle
und eben auch:
Eheliebste sowie
Ehewirthin

Sind die beiden letzteren Synonyme, oder bedeuten sie etwas Unterschiedliches?

Beispiel bei den Verstorbenen:
Frau Anna Catharina, geb. Huglin, Herrn Heinrich Steiner Stadtwercksmeisters Eheliebste
und
Judita geb. Blanckin, Matthias Zettlers Zeugmachers Ehewirthin

Ich sehe schon, dass beim ersten Eintrag die Höflichkeitsform Frau und Herr verwendet wird, beim zweiten einfach die Namen. Hat das damit zu tun?

Hier noch der Link:
https://stadtarchiv.memmingen.de/fil...storbeneMM.pdf

Danke für die Aufklärung!
Viele Grüße,
Bienenkönigin
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Geändert von Bienenkönigin (06.12.2019 um 21:51 Uhr) Grund: Link eingefügt
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  #2  
Alt 06.12.2019, 23:16
Benutzerbild von AUK2013
AUK2013 AUK2013 ist offline männlich
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Hallo Bienenkönigin.

Schaut man in den Duden, gibt es wohl keinen großen Unterschied.

Eheliebste = veraltet für geliebte Ehefrau.
Ehewirt(h)in = Ehefrau.
__________________
>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Liebe Grüße

Arno
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  #3  
Alt 06.12.2019, 23:42
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Bienenkönigin Beitrag anzeigen
... Ich sehe schon, dass beim ersten Eintrag die Höflichkeitsform Frau und Herr verwendet wird, beim zweiten einfach die Namen. Hat das damit zu tun? ...
Ja, meiner Meinung nach schon.
Wobei "Herr" nicht nur eine Höflichkeitsform ist, sondern sich dadurch auch einen höherer Rang oder höheres Ansehen in der Gesellschaft ausdrückt, bzw. der höhere Respekt, den der Schreiberling hatte. Genauso würde ich es mit "Eheliebste" vermuten.

Ich finde, dass zeigt auch das Zitat: "die herren ... nebst ihren eheliebsten" (1681)
dieser Quelle: https://drw-www.adw.uni-heidelberg.d...erm=eheliebste
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (06.12.2019 um 23:45 Uhr)
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  #4  
Alt 07.12.2019, 09:44
Benutzerbild von Bienenkönigin
Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Registriert seit: 09.04.2019
Ort: Oberbayern
Beiträge: 357
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Hallo Anna Sara,

dann hängt das wohl wirklich mit dem Rang zusammen.
Habe auch inzwischen den Hinweis bekommen, dass die Eheliebste wohl etwas wie Gattin war (sie musste nicht arbeiten), die Ehewirthin dagegen war Hausfrau und hat den Laden sozusagen geschmissen.

Also tüchtiger war vermutlich die Ehewirthin ;-)

Viele Grüße,
Bienenkönigin
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  #5  
Alt 07.12.2019, 11:20
Benutzerbild von LisiS
LisiS LisiS ist offline weiblich
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Registriert seit: 27.05.2018
Ort: Oberösterreich
Beiträge: 452
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Frage dazu:

Hat der Begriff "Wirthin" was mit "wirtschaften" zu tun bzw. mit "bewirten"?
Die Wirte/Gasthausbesitzer dieser Zeit nannte man bei uns auch Wirthe (oder manchmal auch Gastgeber).

War die Eheliebste aufgrund der letzten Erklärung wirklich nur als "Liebste" da und die Ehewirthin als "Bedienerin"?
__________________
Liebe Grüße
Lisi
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  #6  
Alt 07.12.2019, 12:14
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.04.2013
Beiträge: 2.332
Standard

Moinsen zusammen, zwischen Eheliebste und Ehewirtin besteht inhaltlich kein Unter-
schied, es handelt sich um die jeweilige Ehefrau. Wie Anna Sara schon geschrieben hat,
finden sich solche Zusätze bei Personen, die im sozialen Gefüge höher angesiedelt waren,
darunter vielen durchaus z.B. Handwerksmeister, Bürger, Ratsverwandte/Senatoren und Pastoren (die gerne meine Eheliebste schrieben).
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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