#1  
Alt 08.12.2019, 16:34
Rei11 Rei11 ist offline
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Standard Ortsbezeichnungen

Immer wieder lese ich, dass bei alten Ortsbezeichnungen der aktuelle Name verwendet wird (z.B. geboren in Bad Bibra). Anfang des 19. Jahrhunderts hiess die Stadt aber Biebra, später Bibra und erst ab 1925 Bad Bibra. Oder: Geboren in Polen..., obwohl es damals preußisch (z.B. schlesisch) war.
Gibt es keine Regel, wonach man einen Ort, eine Provinz o. a. so benennt wie es zum damaligen Zeitpunkt (und nicht wie in der Gegenwart) hiess?
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  #2  
Alt 08.12.2019, 17:38
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Rei11 Beitrag anzeigen
... Gibt es keine Regel, wonach man einen Ort, eine Provinz o. a. so benennt wie es zum damaligen Zeitpunkt (und nicht wie in der Gegenwart) hiess?
Hallo, nein das wäre eher kontraproduktiv.

Der Sinn einer Niederschrift der genealogischen Daten unserer Ahnen liegt darin, diese Informationen für die Gegenwart und die Zukunft verständlich zu halten. Dass heißt die Zielgruppe an die Du Dich wendest mit einer etwaigen Veröffentlichung Deines Stammbaums sind nicht diejenigen, die zu der Zeit lebten als der Ort noch Biebra oder Bibra hieß.
Zwar wären diese historischen Namen noch einigermaßen verständlich, aber das Wichtigste bei der Sache ist, dass Ortsnamen weltweit standardisiert werden, um dadurch die Verknüpfbarkeit und Austauschbarkeit mit anderen Stammbäumen gewährleisten zu können.
__________________
Viele Grüße
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  #3  
Alt 08.12.2019, 22:11
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Ich hab eine Menge Vorfahren in den ehemals deutschen Ostgebieten, und deren Orte schreibe ich mit dem damals gültigen Namen in den Stammbaum. Als Anmerkung notiere ich dazu noch den heutigen Namen. Auch bei heute noch deutschen Orten, die in den größeren Nachbarort eingemeindet wurden, mache ich das so.
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Gruß Asphaltblume
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  #4  
Alt 08.12.2019, 23:05
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Zwar wären diese historischen Namen noch einigermaßen verständlich, aber das Wichtigste bei der Sache ist, dass Ortsnamen weltweit standardisiert werden, um dadurch die Verknüpfbarkeit und Austauschbarkeit mit anderen Stammbäumen gewährleisten zu können.
Genau deswegen.

Ich arbeite an einem weltweiten Stammbaum-Projekt mit (Wikitree) und da werden/wurden teilweise die Ortsnamen einfach irgendwie geschrieben, ob die damaligen Namen oder mit Schreibfehlern drin. Dazu kommt noch, dass es viele gleichnamige Orte gibt, und die werden teilweise ebenfalls fehlerhaft verwendet (Ort X. in Bundesland Y. wird geschrieben, eigentlich wäre es aber X. in Bundesland Z.). Nur durch eine Standardisierung können solche Fehler vermieden werden.
Inzwischen können auch manche Programme oder Webseiten direkt auf Google Maps den Ort anzeigen, aber auch das geht nur bei standardisierten Ortsnamen richtig (sowohl von unserer Seite wie auch seitens Google Maps).

Ich hinke bei meinen eigenen Daten noch hinterher, habe aber angefangen, die Ortschaften nach der offiziellen Schreibweise, z.B. Bern, Bern, Schweiz, zu schreiben. Falls sinnvoll (bei mir in den wenigsten Fällen), kommt die damalige Bezeichnung noch in das Kommentar-Feld.
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  #5  
Alt 08.12.2019, 23:33
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

eine Geburt 1878 in Kaliningrad, Russland gab es aber nun mal nicht.
Es kommt doch auf den jeweiligen Zweck an.
Sorgen um geschichtsvergessene Generationen mache ich mir nicht.
Wer solche Artikel http://genwiki.genealogy.net/K%C3%B6nigsberg ( zu meinem ersten Satz ) nicht findet, der muss eben damit leben.

Gruß


Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #6  
Alt 09.12.2019, 19:36
Rei11 Rei11 ist offline
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Mmh, es scheint also kein eindeutiges Regelwerk zu geben (so wie z. B. Kekule). Um es wie mit Kasstor´s Worten zu beschreiben: Es kommt wohl auf den jeweiligen Zweck an. Deswegen halte ich es so wie Asphaltblume und verwende die zu dem jeweiligen Zeitpunkt gültigen Ortsnamen. Ich persönlich mache die Ahnenforschung für mich selbst, aber in der vagen Hoffnung, dass meine Enkel oder Urenkel auch mal wissen wollen wo ihre Wurzeln liegen. Und da stelle man sich vor, sie lesen (mäßig interessiert) den Stammbaum, in dem aufgeführt wäre, dass mehrere Generationen in einem polnisch geschriebenen und in Polen liegenden Ort geboren, geheiratet und gestorben sind. Ich denke nicht, dass die kommenden Generationen hinterfragen, ob der (jetzt) in Polen liegende und polnisch klingende Ort vielleicht früher mal deutsch war. Für sie wird es anhand des Stammbaums so scheinen, als ob ihre Vorfahren polnisch sprechende Polen mit polnischem Ausweis und nicht deutschsprechende Preußen waren.
Frage nebenbei an Garfield: Historische (z.B. preußische) Ortsnamen haben für immer Bestand. Was ist, wenn aktuelle Ortsnamen irgendwann umbenannt werden? In der NS-Zeit wurden viele Namen geändert – dies könnte ja irgendwann z. T. wieder rückgängig gemacht werden (bekanntestes Beispiel aus DDR-Zeit: Karl-Marx-Stadt)

Geändert von Xtine (09.12.2019 um 21:47 Uhr) Grund: Nutzername korrigiert
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  #7  
Alt 09.12.2019, 20:30
Malte55 Malte55 ist offline
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Zitat:
Zitat von Rei11 Beitrag anzeigen
Um es wie mit Kastoor´s Worten zu beschreiben:
Moin,
hier hat sich ja nun schon innerhalb eines Tages die Schreibweise geändert, wo bitte finde ich Kastoor´s Worte? Ist Kasstor bei Hamburg gemeint oder sind es doch die Kastoren im Wendland?
Es gibt ein eindeutiges Regelwerk: Benenne den Ort kurz und prägnant so, das man ihn ohne Firlefanz wiederfinden kann! Also so wie es auch die Pastoren im allerbesten Fall getan hätten.
Findest Du Jahre später diesen Ort selbst nicht wieder, dann haste was falsch gemacht!
LG Malte
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  #8  
Alt 09.12.2019, 21:05
Rei11 Rei11 ist offline
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Man möge mir meinen Schreibfehler verzeihen: Ich habe mich auf den Satz des Nutzer Kasstor "Es kommt doch auf den jeweiligen Zweck an" bezogen.

Geändert von Xtine (09.12.2019 um 21:48 Uhr) Grund: Benutzername korrigiert
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  #9  
Alt 09.12.2019, 21:14
sonki sonki ist offline
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Die meisten vernünftigen Ahnenprogramme bieten die Möglichkeit bei Orten Alternativnamen oder Kommentare/Koordinaten zu setzen.
Daher mache ich das z.b. so - meine Ahnen kommen aus Schlesien bzw. Pommern. In meiner Ortsverwaltung habe ich dann auch diese Regionen (die ja erst einmal losgelöst von Landeszugehörigkeiten sind) als übergeordnete Kategorie eingetragen. Damit man die alten (preussischen) Orte auch heute noch wieder findet, habe ich als Alternativnamen mit Zeitangabe ab '45 den polnischen Namen notiert. Zusätzlich noch die Koordinaten und damit sollte es auch in ferner Zukunft leicht sein, den Ort wiederzufinden.
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  #10  
Alt 09.12.2019, 21:24
Mathem Mathem ist offline
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Hallo allerseits,


und was macht der Forscher/die Forscherin mit dem "eindeutigen Regelwerk", wenn es den Ort heute gar nicht mehr gibt, also kein "heutiger Name" existiert?

Kommt relativ häufig in meinen Forschungsgebieten vor...


Mathem
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