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  #11  
Alt 29.05.2009, 00:11
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Geza_ Beitrag anzeigen
Als Budapest von den Türken befreit worden war, wurden alle Einwohner der Stadt geadelt.
Hallo Geza,

der Satz fällt mir jetzt erst auf. Von wem bitte sollen die Einwohner von Pest geadelt worden sein? Seit 1526 regierten die Habsburger Ungarn. Die Türken wurden 1686 von den Habsburgern rausgeschmissen. Nur sie hätten die Bürger von Pest in den Adelsstand erheben können. Nichts dergleichen haben sie gemacht. Sie haben die Einwohner so schlecht behandelt, dass es zum Aufstand kam, der blutig niedergeschlagen wurde.

Zudem kannte der ungarische Adel selbst keine Standeserhöhungen (Briefadel). Der ungarische Adel bildete sich aus den grundbesitzenden freien Einwohnern des Landes und machte ca. 12-16 % der Bevölkerung aus. Dass das ein "geschlossener Kreis" war, versteht sich von selbst. Kein Grundbesitzender hätte einem Unfreien Land verkaufen dürfen aber nur so wäre ein "Aufstieg" in den Adel möglich gewesen.

Alle Standeserhöhungen in Ungarn gehen auf das Konto der Habsburger und das war dann österreichisch-erbländischer Adelsstand.

Die Quelle Deiner Aussage würde mich doch sehr interessieren.

Viele Grüße
Hina
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"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #12  
Alt 05.06.2009, 13:13
WortSpiel
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Das Ganze ist irgendwie unbefriedigend, da die eigentlichen Fragen offen blieben.
Zitat:
Zitat von Geza
daß das "y" in Ungarn ein Adelskennzeichen ist, ist in einigen Unterlagen zu finden,
Nach meinen Recherchen weist nicht die Endung -y auf Adel hin, sondern die Endung -i.
Vor den eigentlichen Familiennamen wurde der Besitzname in adjektivischer Form gesetzt -yi.
Der Name Esterhazy dürfte daher nach Einschätzung der Juristen ein Familienname sein, adelig wird er erst durch den zusätzlichen Titel.
Bei einfachem Adel ohne Grundbesitz wurde das Wort "Adel" hinzugefügt -nemes.
Zitat:
Zitat von Geza
...allgemeine Praxis bis 1945, daß ungarische dlige in Deutschland ein "von" führten, egal ob sie in den österreichischn Adel aufgenommen wurden, oder nicht. Deswegen hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, daß ungarische Adlige, die vor 1947 (der offiziellen Abschaffung der Adelstitel in Ungarn) nach Deutschland kamen, mit dem "von" eingebürgert werden.
Da der Adel in Ungarn erst am 14. Januar 1947 abgeschafft wurde, wäre es natürlich möglich, ich konnte jedoch in keiner Kommentierung einen Hinweis darauf finden.
Fest steht wohl, daß von dem allgemeinen Grundsatz, daß jedermann den Namen führen muß, den er in seinem Heimatland hat, abgewichen wurde.
In Ungarn war es zwar gesetzlich verboten, einen anderen als den standesamtlich registrierten zu führen, jedoch wurde hiervon aufgrund des "Gewohnheitsrechtes" abgewichen.

Nach dem bis zum 14. Jan 1947 geltenden ungarischen Recht war es ungarischen Staatsangehörigen bei Benutzung der deutschen Sprache gestattet, ihren Namen in der deutschen Form zu führen und dabei ihre Zugehörigkeit zum ungarischen Adel durch die Beifügung des deutschen "von" kenntlich zu machen. 1)

Das galt aber eben nur für Ungarn, nicht für die Einbürgerung von Ungarn ins Deutsche Reich bzw. nach Österreich.
Zitat:
Zitat von Geza
Lichtgruß,
Leider hat mich das Licht der Erleuchtung bei den Recherchen nicht erreicht

WS

1) siehe auch "Die Adelsbezeichnung im deutschen und ausländischen Recht", Dissertation von Karl Friedrich Dumoulin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz
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  #13  
Alt 05.06.2009, 14:00
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Wortspiel,

ursprünglich war beides bei der Benennung von freien Geschlechtern (urspünglich führten ja nur diese Geschlechternamen) zu finden, wobei sich das y mehr durchsetzte, als auch der Rest der Bevölkerung Familiennamen annahm, was jene jedoch nicht davon abhielt, sich auch nach ihrer Herkunft sowohl mit i aber auch mit y zu benennen. Beides ist eben kein Adelskennzeichen, sondern ein Herkunftskennzeichen.

Ich will es mal an einem Beispiel ins deutsche übertragen. Die eine Variante sind die von Rabenstein, die andere die Rabensteiner. Beides war bis ins 17. Jh. hinein eine übliche Form der Benennung ein und des selben adeligen Geschlechtes. Erst im Laufe des 18. Jh. setzte sich dann die Benennung mit "von" durch. Aber genauso führen auch heute noch bürgerliche Familien das "von" oder das -er im Herkunftsnamen, wobei das -er häufiger vorkommt.

Viele Grüße
Hina
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