#1  
Alt 23.07.2010, 15:04
Merle Merle ist offline
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Standard Heiraten in "Las Vegas" ;-) anno 1868?

Hallo zusammen,

und gleich noch eine Frage bezüglich meiner Lieblingsahnen.

Carl Mathias Hubert Prömper, geb. in Aachen, zweitweise wohnhaft in Lüttich und Köln, heiratet 1868 in Neuwied am Rhein Maria Agatha geb. Lobs, geb. in Köln. Nachdem ich endlich diese Heirat gefunden hatte (durch familysearch - reiner Zufall, denn nichts deutete auf Neuwied), war ich sehr glücklich und dachte, ich hätte endlich eine Spur meiner Ahnen gefunden, denn Familie Lobs verschwindet nach 1846 spurlos aus Köln und ich weiß bisher nicht, wohin sie verzogen sind. Nach Neuwied aber jedenfalls nicht, denn weder im OFB Neuwied, noch in den anschließenden Kirchenbüchern/Standesamtsregistern gibt es einen Sterbeeintrag der Eltern von Maria Agatha oder einen Hinweis auf weitere Lobs-Kinder nach 1846.

Da auch sonst nichts nach Neuwied deutet, habe ich nun die Vermutung, dass die beiden "einfach so" dort geheiratet haben. Also, so wie man heute nach Las Vegas fliegen würde um zu heiraten, stelle ich mir vor, dass die beiden mit dem Schiff von Köln (?) nach Neuwied gefahren sind und sich dort haben trauen lassen. Ist so etwas denkbar? Zumindest der Bräutigam war auch wohlhabend (vom Brautvater weiß ich es nicht genau, denn der ist ja verschwunden), so dass eine solche Vergnügungstour finanziell durchaus möglich war.

Was meint Ihr?

Gruß
merle
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  #2  
Alt 23.07.2010, 15:12
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Hallo Merle,

Warum nicht. Ich weiß, dass sogar Leute aus Amerika zurück nach Deutschland sind um dort zu sterben.

Bei meinen Ahnen habe ich auch sowas. Die Brüder gingen beide nach Amerika. Einer kehrte zurück um seine Verlobte zu holen und zu heiraten.

Für viele war es sicherer, noch im alten Land zu Heiraten, denn auf der Fahrt nach Amerika oder in andere Länder ist oft einer gestorben. Vielleicht hatten sie ja bessere Möglichkeiten, wenn sie bereits verheiratet waren.

LG Silke
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  #3  
Alt 23.07.2010, 15:48
animei animei ist offline weiblich
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Hallo Merle,

ich weiß jetzt nicht, wo Du die Heirat in Neuwied gefunden hast, ich find sie nicht, dafür aber weitere Einträge zu dem Paar, deren Kinder scheinbar in Aachen geboren wurden: http://fsbeta.familysearch.org/s/sea...filtered=false
__________________
Gruß
Anita
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  #4  
Alt 23.07.2010, 15:51
Merle Merle ist offline
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Hallo Silke,

bei Deinen Beispielen war es ja so, dass die Leute extra in die Heimat gingen. Bei mir ist es ja umgekehrt, sie haben irgendwo fremd geheiratet. Und das wundert mich, denn beide waren gut katholisch und da gehört(e) man ja zu einer Heimatpfarre, man kannte dort den Pfarrer etc. Warum also dieser Trip nach Neuwied?
Ein Kind war übrigens auch nicht unterwegs, das 1. wurde knapp 9 Monate später in Aachen geboren.

Gruß
merle

Edit: Hallo animei, vielen Dank, die Kinder sind mir alle bekannt.
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  #5  
Alt 23.07.2010, 16:00
Marlies
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Hallo merle,

in einem bei mir ähnlichen Fall lag die Einwilligung der Brautmutter in die Ehe nicht vor, woraufhin der Bräutigam seine Braut einfach "entführte"

( Die Braut kam übrigens aus Aachen, vielleicht hats ja "Schule" gemacht)

Liebe Grüße
Marlies
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  #6  
Alt 23.07.2010, 16:23
animei animei ist offline weiblich
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Hallo Merle,

ich hatte es so verstanden, dass Du nicht weißt, wo das Ehepaar nach der Hochzeit abgeblieben ist, aber das bezog sich ja nur auf Familie Lobs.
__________________
Gruß
Anita
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  #7  
Alt 23.07.2010, 16:48
Benutzerbild von Johannes v.W.
Johannes v.W. Johannes v.W. ist offline männlich
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Ich würde eher nicht an eine "Vergnügungstour" mit anschließender Hochzeit denken, sondern an einen realen Bezug nach Neuwied. Selbst im Fall einer Brautentführung müßte es ja eine Beziehung dahin gegeben haben. Aber da die Lösung meist die einfachste und naheliegenste ist, denke ich, daß die Eltern der Braut zum Zeitpunkt eben in Neuwied waren. Und wenn sie dort nicht gestorben sind-- dann leben sie noch heute ...
Nein, dann waren sie vielleicht einfach wieder woandershin verzogen. Städtische Bevölkerung war damals auch schon mobiler als die ländliche.

Viele Grüße
Johannes
__________________
Dergleichen [genealogische] Nachrichten gereichen nicht nur denen Interessenten selbst, sondern auch anderen kuriosen Personen zu einem an sich unschuldigen Vergnügen; ja, sie haben gar oft in dem gemeinen Leben und bei besonderen Gelegenheiten ihren vielfältigen Nutzen. Johann Jakob Moser, 1752
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  #8  
Alt 23.07.2010, 17:25
Merle Merle ist offline
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Hallo Marlies,

danke für diesen interessanten Ansatz. Also nicht Las Vegas sondern Gretna Green .

Zu meinem Pech liegt Neuwied ja nicht mehr in den Zivilstandsregister-Departement (obwohl Rheinprovinz) und damit gibt es für die Heirat von 1868 keinerlei Standesamtsunterlagen . Und der Kirchenbucheintrag gibt nicht viel her, noch nicht einmal, ob die Eltern der Brautleute noch leben oder nicht.

Hallo Johannes,

auch Dir danke für Deine Einschätzung. Es kann schon sein, dass die Familie zeitweise dort lebte, auch wenn sie nach 1846 erst einmal anderswo gelebt haben und nach 1868 wieder von dort verschwunden sind. Leider gibt es keine Adressbücher aus der Zeit. Ein Hinweis könnte sein, dass es in Neuwied Seifenfabriken gab und mein Vorfahre zeitweise eine Seifen- und Parfümfabrik in Lüttich hatte. Er könnte also geschäftlich in Neuwied gewesen sein und dort seine spätere Frau kennengelernt haben.

Die Trauzeugen sind übrigens ein Lehrer, der wohl geschätzte 80% der Paare "begleitete" und noch ein Neuwieder, zu dem ich bis jetzt keinerlei Bezug herstellen konnte.

Jetzt ist mir noch eine Idee gekommen. Ich könnte nachprüfen, ob irgendwo in einem kirchlichen Archiv die "Entlassscheine" aufbewahrt werden (wenn man in einer anderen Pfarre als die Heimatpfarre heiratet). Aber ich glaube es nicht.

Vielen Dank an Euch, auch an Dich, animei, und wenn Euch noch etwas einfällt....

Gruß
merle
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  #9  
Alt 23.07.2010, 18:29
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Hallo Merle,

Ich konnte auch keinen Bezug zum Ort der Eheschließung meiner Urgroßeltern finden.
Erst als ich die Urkunde jetzt bekam sah ich, das mein Urgroßvater dort gelebt hat, obwohl die Kinder (1. beiden) Wieder im Geburtsort meines Uropas geboren wurden.

Übrigens, die anderen 8 Kinder sind in Lübeck geboren. Dort zogen meine Urgroßeltern 1899 in.
Meine sind auch katkolisch.
Vielleicht war ja die Braut zu diesem Zeitpunkt dort.

LG Silke

Geändert von Silke Schieske (23.07.2010 um 18:41 Uhr)
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  #10  
Alt 24.07.2010, 17:13
Balbina Balbina ist offline weiblich
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Hallo Merle

Ich grübel auch an so einem Fall rum.
Etwa gleiche Zeit und Gegend.

Ein Ahne von mir, der immer in Köln wohnte, dort geboren, gestorben und das 1. X geheiratet hat, heiratete 1871 in 2. Ehe in LINZ .. eine Frau, die aus der Gelderner Ecke kam (also noch nördlicher als Köln).

Gut, in dem Fall war die Heirat etwa 6-7 Monate nach dem Tod der 1. Frau, aber ob das Grund genug war soweit weg zu heiraten?
Ich hab den Grund bisher noch nicht entdeckt.
Aber wenn ich jetzt Deinen Fall lese, dann überlege ich, ob es da nicht vielleicht doch etwas gab.
Denn es sieht so aus, als wäre mit Absicht im "Ausland" geheiratet worden.

Weißt Du, ob von Deinen Ehepartnern einer vielleicht relativ frisch verwitwet war?


Gruß

Balbina
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