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  #1  
Alt 22.07.2021, 18:12
Retlaw Retlaw ist offline
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Standard Währungen in alten Grundbucheinträgen

Quelle bzw. Art des Textes: Jahr, aus dem der Text stammt: Ort/Gegend der Text-Herkunft:
Quelle bzw. Art des Textes: Grundbucheintrag
Jahr, aus dem der Text stammt: 1587 - 1790
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Mähren Kreis Zwittau

Liebe Schriftkundige,

meine Frage nach den Währungen in den Grundbucheinträgen hatte ich hier bereits im Diskussionsforum "Böhmen, Mähren, Sudetenland, Karpaten Genealogie" gestellt.
https://forum.ahnenforschung.net/sho...83#post1386583
Wegen der alten Schreibweise hat man mir geraten die Währungszeichen hier bestimmen zu lassen.
Nachfolgend ist das erste Digitalisat aus dem Jahr 1587.

https://digi.archives.cz/da/permalin...35aee257260f9f
Es geht mir dabei vorrangig um die Währungszeichen und nicht um das komplette Transkribieren. Sehr gerne nehme ich aber auch Ergänzungen und Verbesserungen in Anspruch.

Die Währungszeichen die ich speziell wissen möchte markiere ich fett mit #Nr

Hier der Text, so wie ich ihn lesen konnte.

Der Vierdte: Thomas Mieller
Er hat die Müehl gekauft, Anno 1587. Von dem Matz Holey?. In
der Summa, ... Sechshundert Taller; Erstes geld hatt
er gelegt .200. #1. In den Jahr gulden zur . ... . #2. an den Hermi=
ni S. Michaelis, De...ig Jahr nacheinander gezahlt .240. .
dem Lorentz Schmiedl; Parol? Braupner, und Martin Piercka .39. . . ab=
gekauft; Hatt also auf dieße abgemeldte Summa außgezahltt .479. . .
Den ???? hatt er noch zu zahlen .121.#. Nemblichen:
Dem Petter im Pueßele .30. . .7 ½. #3.

Unten rechts auf der gleichen Seite steht noch der Betrag 53 . 17 #4

Auf der linken Seite im nächsten Digitalisat
https://digi.archives.cz/da/permalin...9207dabe8e49ad
steht nach dem erstem Abschnitt:

Hiermit werden die Bahr erlegten 5 #5 erstes geldt
Verschriben vor daß 1695 te Jahr idert 5. #6- (was könnte mit idert) gemeint sein?

Auf der rechten Seite im nächsten Digitalisat
https://digi.archives.cz/da/permalin...90cb0c5ca848c9
ist ganz oben rechts der Betrag ,,29,,23,,2 1/2,, angegeben, ich nennen es #7.
Um was könnte es sich dabei handeln?

Auf der rechten Seite im nächsten Digitalisat
https://digi.archives.cz/da/permalin...14a69b5ca95e9a
wird 1790 nur ein Währungskennzeichen verwendet das ich nicht kenne und nenne es #8.

Ich hoffe das alles ist nicht zu verwirrend von mir gestaltet.

@Kaisermelange konnte im Forum "Böhmen, Mähren, Sudetenland, Karpaten Genealogie" folgendes erkennen.

#1 = Gulden
#2 =
#3 = Groschen
#4 = 53 Gulden und 17 Groschen
#5 =
#6 =
#7 =
#8 =

Für Euere Hilfe im Voraus schon mal besten Dank.

Mit freundlichem Forschergruß
Retlaw
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  #2  
Alt 22.07.2021, 18:46
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#1 und#2 dürften eigentlich klar sein, es sind auch Gulden. 600 soll er zahlen, wenn man die Zahlen darunter addiert, bleibt genau der Rest:

"Hatt also auf dieße abgemeldte Summa außgezahltt .479 Gulden
Den Rest hatt er noch zu zahlen
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Lutz

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  #3  
Alt 22.07.2021, 18:52
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Hallo!

Bei #8 lese ich ziemlich sicher "Flr". Es wird sich also auch hier um einen Florenus/Florentiner, also Gulden, handeln.

Zitat:
Zitat von Retlaw
(was könnte mit idert) gemeint sein?
Ich lese "id est", das heißt "das heißt" (Ist vielleicht als Abkürzung i.e. besser bekannt --> d.h.)


P.S. @LutzM
Sicher, dass es 600 Gulden sind? Im Text steht "Vmb Sechs hundert Taller. Erstes geldt hatt er gelegtt -200- #1"
#2 ist (nach einer röm. VIII???) anschließend eher als "fl", also Gulden, zu lesen.
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Geändert von Astrodoc (22.07.2021 um 19:04 Uhr)
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  #4  
Alt 23.07.2021, 11:18
Retlaw Retlaw ist offline
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Hallo Lutz, hallo Astrodoc,

zunächst vielen Dank für Eure Hilfe.

Bei den Zeichen #1 und #2 müsste es sich wie von Euch angegeben um Floren (Gulden) handeln.
Dazu konnte ich inzw. auch schöne Schrifttafeln finden.
https://www.altpostgeschichte.de/ind...%C3%BCrzungen/

Ich frage mich und Euch weshalb der Verfasser im ersten Grundbucheintrag Taller und Gulden erwähnte?

Welchen Sinn könnte damals "Vmb" (@Astrodoc)
und .üj am Anfang und Ende von

Vmb Sechs hundert Taller; Erstes geld hatt
er gelegt .200. #1. In den Jahr gulden zur . .üj . #2.
gemacht haben?

@Astrodoc (nach einer röm. VIII???) Was lässt Dich das vermuten?

Viele Grüße
Retlaw
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  #5  
Alt 23.07.2021, 11:37
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@Astrodoc: Danke für den Hinweis, manchmal hat man irgendwie ein Brett vorm Kopf. Steht ja ganz klar da: Taler

@Retlaw:
Ich denke, dass heißt umb (U und V wurden nicht untrschieden), dann bedeutet es so wie heute in Österreich "um". Die Ösis sagen ja heute noch "Es kosten um 20 Euro", obwohl genau 20 gemeint sind.
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Lutz

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  #6  
Alt 23.07.2021, 11:41
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Zitat:
Zitat von Retlaw Beitrag anzeigen
@Astrodoc (nach einer röm. VIII???) Was lässt Dich das vermuten?
1. Geschrieben und überstrichen wie alle anderen Zahlen.
2. Mir fiel nichts Anderes ein
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  #7  
Alt 23.07.2021, 15:07
Retlaw Retlaw ist offline
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@Lutz Umb macht wirklich Sinn und unten im Text ist das U von
Und dem Geörgle
identisch mit dem von Umb.
In einem Digitalisat einige Seiten weiter vorn
https://digi.archives.cz/da/permalin...e0ed0515d995a7
schrieb er an gleicher Stelle auch Umb.
Auch bei diesem Eintrag deuten die Währungszeichen auf Floren hin, es werden aber ebenfalls Taller erwähnt. ???
Darunter im Satz
Die Jahr güelden zur (Sonderzeichen y mit zwei Punkten darüber) Floren.
befindet sich vor dem Währungszeichen auch wieder ein kryptischer Betrag.

Zurück zur Seite 471
https://digi.archives.cz/da/permalin...35aee257260f9f
Heißt es
ni S. Michaelis, dreissig? Jahr nacheinander gezahltt 200 Floren.

Falls ja, welchen Sinn ergab das damals?

PS.Schade, dass man hier im Forum keine kleinen Bildchen dieser Zeichen zwischen dem Text platzieren kann.
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  #8  
Alt 23.07.2021, 15:24
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Die "dreissig" habe ich auch gelesen, kann mir aber keinen Reim drauf machen...
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  #9  
Alt 23.07.2021, 15:53
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
der Thomas Miellner kauft für 600 Taler/Gulden die Mühle, macht zunächst eine Anzahlung von 200 Gulden und stottert an Michaelis(29.9.) pro Jahr 8 Gulden ab, und hat 30 Jahre lang diese Zahlung erbracht.
Ergeben 440 Gulden. Dann kauft er noch Schmiedl und Konsorten für 39 Gulden ab, was oder wie auch immer, ergibt 479 gleistete Zahlungen.
An Rest bleiben 121 Gulden die zu 4 gleichen Teilen an die 4 genannten Personen noch zu bezahlen sind.
Die Übergabe der Mühle von Thomas an den Sohn Georg erfolgt 1619. Zwei der vier Personen haben da schon jeweils 4 Gulden erhalten, demnach würde ich meinen ist der obere Teil etwa 1617 rückwirkend eingetragen worden. Ach, steht ja auch ganz vorne drin, Laufzeit 1617-1836.
LG Malte
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  #10  
Alt 23.07.2021, 19:47
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Astrodoc Astrodoc ist gerade online
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Super Malte55!

Endlich mal jemand, der uns blinde Hühner aufklärt. So gibt die ganze Sache einen Sinn.

Und: Es war doch tatsächlich 'ne "VIII"!




Zitat:
Zitat von Retlaw
PS.Schade, dass man hier im Forum keine kleinen Bildchen dieser Zeichen zwischen dem Text platzieren kann.
Kann man schon. Du musst die kleinen Bildchen nur irgendwo online auf einem Server haben; dann kannst du über den Button "Grafik einfügen" die Grafik einfügen.
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