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  #1  
Alt 31.05.2018, 15:35
Juergen Juergen ist offline
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Registriert seit: 18.01.2007
Beiträge: 4.364
Standard Frage zu Auskünften zur NSDAP Mitgliedschaft ua.

Hallo,

wie läuft aktuell die Anfrage nach Mitgliedschaft in der NSDAP und zusätzlichen möglichen
vorhandenen sonstigen Belegen, Personalakten o.ä. in diesem Zusammenhang ab?

Ich hatte vor Jahren schon mal zur bekannten Mitgliedschaft in der NSDAP meines Großvaters
beim Bundesarchiv angefragt.

Daraufhin bekam ich einen dicken Brief mit Formularen, die auszufüllen waren.
Ausserdem sollte ich damals das Einverständnis seiner lebenden Kinder einholen.

Dann stand geschrieben, dass ich, wenn alles zurück gesendet wurde,
selbst ins Bundesarchiv fahren muß, um das vorhandene Material einsehen zu können.

Ich habe darufhin die Formulare nicht zurück gesendet, also den "Fall" ruhen lassen.

Ist diese Prozedur immer noch so, bürokratisch?
Welche Kosten könnten auf mich zu kommen?

Mein Großvater wurde 1906 geboren, schutzwürdig sind dessen Personendaten somit
nicht mehr.

Das er in der NSDAP war ist eindeutig, in der SA sicherlich nicht.
Was ich gern wüßte, was er in Eichenbrück (Wrongowitz) Polen
arbeiten sollte und ob er dort hin zwangsverpflichtet wurde.

In Berlin arbeitete er wohl erst im Bezirksamt, dann in einer NSDAP-Stelle, wohl der Ortsgruppe des Bezirks in der Verwaltung.

Ob diese Personalakten dort auch noch vorhanden sind?

Er lebte vor 1945 im Ostteil Berlins, also der späteren SBZ.
1945 wurde er von den Russen relativ schnell vorgeladen, um dann
gar nicht mehr wieder zu kommen. Er starb 1946 im Speziallager Sachsenhausen.

Also hatten damals die Russen und deren Helfer zuächst Zugriff auf Personalakten aus dem Bezirk.

Er war vor 1945 wehrunfähig auf Grund einer Augensache, war
also nicht bei der Wehrmacht.

Gruß Juergen

Geändert von Juergen (31.05.2018 um 15:41 Uhr)
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  #2  
Alt 31.05.2018, 17:07
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Hallo Juergen,

wie lange liegt die Anfrage beim Bundesarchiv denn schon zurück?

Ich habe bisher 2 Anfragen gestellt und beide wurden problemlos mit Erfolg beantwortet.

Die erste Anfrage war vor 8 Jahren zu einer Person, die vor 20 Jahren starb. Hier musste ich meinen Personalausweis schicken (mailen) und nach dem Fund von Akten das Todesdatum einer weiteren betroffenen Person aus dieser Akte mailen.
Ich habe keine Erlaubnis der noch lebenden Kinder benötigt (es ging um meinen Großvater)
Vom Bundesarchiv wurden alle Bestände durchsucht, wobei damals der Bestand "NSDAP" nicht enthalten war.
Die Recherche kostete um die 15,00 €, die Kopien von ca. 150 Seiten knapp 85,00 €.

Die zweite Anfrage war im letzten Jahr und wurde innerhalb kurzer Zeit ohne Anforderung weiterer Unterlagen beantwortet.
Die Person, um die es ging, starb vor 1945.
Zu den Beständen, die durchsucht wurden, war (außer dem Bestand, in dem eine Akte gefunden wurde) angegeben:
Weitergehende Nachforschungen in den einschlägigen Beständen der Abteilung Deutsches Reich des Bundesarchivs verliefen negativ. Die Recherchen erfolgten an den personenbezogenen erschlossenen Beständen der Abteilung Deutsches Reich, u.a. in den Sammlungen „NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR“ und „Berlin Document Center“ (BDC), darunter auch in der zu etwa 80% überlieferten NSDAP-Mitgliederkartei
Die Recherche kostete 15,34 €, die Kopien von knapp 120 Seiten auf CD gesamt 13,00 €.

Wo Akten aus dem Bezirksamt - falls noch vorhanden - archiviert sind, weiß ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass eine Akte zu Deinem Großvater, da es das 3. Reich betrifft, ebenfalls im Bundesarchiv sein könnte.

Wie gesagt, ich habe beide Male per Mail angefragt und die Rückantwort kam sehr schnell.
In den Schreiben wurde mir auch mitgeteilt, dass ich die Akten in Berlin einsehen, oder eben Kopien bestellen kann.

Zum Lager Sachsenhausen kennst Du wahrscheinlich diese Seite:
http://www.ddr-diktatur.de/sachsenhausen/totenbuch.html

VG
Angelika
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  #3  
Alt 31.05.2018, 17:34
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Angelika,

Ich habe das briefliche Antwortschreiben in Teilen mit Benutzungsantrag wieder gefunden,
ist datiert von 2006.

Jetzt lese ich darin, in der Regel werden von den Unterlagen Kopien zugesandt,
unter Umständen kann jedoch auch der Besuch vor Ort erforderlich sein.

Das andere Formular, wo ich die Zustimmung der Kinder des NSDAP-Mitglieds
bestätigen sollte, finde ich nicht mehr.

Bei Dir lief das alles per EMail?
Dann versuche ich es doch noch mal.

Hoffentlich werden keine 150 Seiten in der Akte gefunden
wäre ja ganz schön teuer.

Im Schreiben stand so gar, in der Regel werden Kosten von 30,66 EURO fällig.

Vielleicht fand ich dies damals schon teuer.
Was soll es, dann kann ein Kapitel abgehakt werden.

Juergen

Geändert von Juergen (31.05.2018 um 17:39 Uhr)
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  #4  
Alt 31.05.2018, 17:56
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Hallo Juergen,

ja, lief alles per E-Mail. Ich habe die Daten, die ich kannte angegeben und angefragt, ob Unterlagen vorhanden sind und zwar bei berlin@bundesarchiv.de

Ich habe gerade nochmal geschaut. Die Antwort im letzten Jahr kam nach ca. 4 Wochen.

Was die Kosten angeht, war ich im letzten Jahr überrascht, dass fast 80 Seiten auf CD nur 13,00 € Kosten.
Die Recherchegebühr kommt halt dazu und ich weiß nicht, ob die Akte schon digitalisiert war oder gescannt werden musste.

Wenn bei Dir etwas von 30,00 € steht, dann ist das Bundesarchiv wohl billiger geworden. Ich glaube nicht, dass es große Unterschiede im Rechercheaufwand gibt, oder?

Ich hoffe, Du hast Erfolg!!

VG
Angelika
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  #5  
Alt 31.05.2018, 18:07
Juergen Juergen ist offline
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Danke für die Antwort.

Ein Nachweis der Verwandtschaft zum, in meinem Fall nun vor mehr als 110 Jahre
geborenen NSDAP-Mitglied, sollte eigentlich nicht erforderlich sein.
Es ist mein Großvater mütterlicherseits.

Musstst Du, Deine Verwandtschaft belegen?

Dann, werde ich auch noch mal per EMail anfragen und nicht per Kontaktformular.
--> https://www.bundesarchiv.de/DE/Navig...t/kontakt.html

In der reinen Mitgliedschaftskartei der NSDAP, wird wohl nicht viel
mehr als Eintrittsdatum stehen.

Viele Grüße
Juergn

Geändert von Juergen (31.05.2018 um 18:10 Uhr)
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  #6  
Alt 31.05.2018, 18:26
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Hallo Juergen,

ich habe gerade noch mal den ersten Mailverkehr von vor 8 Jahren angesehen. Mit der Mail-Antwort auf meine Anfrage kam ein Benutzungsantrag, den ich ausfüllen musste und den ich mit meinem Ausweis zurück gemailt habe.
Dort habe ich nur die Daten angegeben, die ich schon in der Mail genannt habe und eben das Todesdatum von Opa.
Ich habe den gleichen Nachnamen, vielleicht musste ich deshalb die Verwandtschaft nicht nachweisen.
Ansonsten hätte ich meine Geburtsurkunde, die meines Vaters und die Heiratsurkunde der Großeltern geschickt. (Oder eben Urkunden, aus denen die Verwandtschaft hervor geht).
Das habe ich mal bei einer Anfrage bei einem Standesamt so gemacht, weil die einen Nachweis wollten.

Das Kontaktformular habe ich gar nicht gesehen.
Ich habe die Anfrage im letzten Jahr einfach so gestellt, wie beim ersten Mal und gar nicht lange gesucht...

Wäre schön, wenn es eine Karteikarte gibt und dort vielleicht noch mehr Infos enthalten sind...

VG
Angelika
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  #7  
Alt 31.05.2018, 19:00
Juergen Juergen ist offline
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Alles klar,

den alten blauen Benutzerantrag (ein Blatt) von 2006 habe ich noch, oben
ein handschriftliches Akten-Zeichen vermerkt.

Mit dem Aktenzeichen von 2006 können die sicher nichts mehr anfangen.

So stelle ich eben einen neuen Recherche-Antrag und warte ab.

Juergen
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  #8  
Alt 31.05.2018, 20:40
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Viel Erfolg!

Angelika
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  #9  
Alt 08.06.2018, 16:14
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Ich habe diesen Monat und ca. vor einem halben Jahr zwei Anfragen zu drei Personen gemacht.

Mit der ersten Person bin ich verwandt und hatte viele Infos, sie haben aber nichts gefunden.

Bei meiner zweiten Anfrage hatte ich die Suche für zwei Personen veranlasst, eine davon war nicht einmal mit mir verwandt. Für diese beiden Personen hatte ich nur sehr wenige Informationen, sie wurden zu meiner Überraschung fündig:

Zur Person 2 fanden sie die NSDAP-Mitgliedskarte sowie die Anmeldung bei der Partei. Zur Person 3 fanden sie die NSDAP-Mitgliedskarte sowie eine ausgefüllte Parteiumfrage.

Die Kosten für die zweite Anfrage inkl. Kopien war ca. zwischen 16 und 30 Euro. Ich weiss das nicht auswendig.

In beiden Fällen dauerte die Suche ca. je einen Monat.

In beiden Fällen habe ich die vorhandenen Personeninformationen in einem PDF zusammen gefasst, zusammen mit meinem Pass (Scan) und dem ausgefüllten Formular* an diese E-Mail-Adresse geschickt:

berlin (at) barch.bund.de

Notwendiges Formular:
*
https://www.bundesarchiv.de/DE/Conte...ublicationFile

Ich fand die ganze Prozedur sehr unkompliziert und den Service schnell.
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  #10  
Alt 08.06.2018, 18:52
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Ilja_CH,

Danke für Deine Antwort.
Meine "Schreiben" habe ich schon formuliert.
Meiner Tante erzählte ich von meinem Vorhaben, ich dachte,
sie würde vielleicht die Hälfte der Kosten übernehmen.
Aber sie fragte mich nur, was ich denn davon habe und das sie es eine Sauerei findet,
das sowas überhaupt was kostet.

Na ja, was habe ich davon? Was soll man darauf antworten.
Wenn ich nur die NSDAP-Mitgliedskartei meines Opas erhielte, wäre
das wenig. Ich wüßte halt, wann er genau in die NSDAP eintrat, mehr wohl nicht.

Ich mache es aber einfach trotzdem, schaun wir mal was kommt.

Ist dort auf der Mitgliedskartei ein Passfoto drauf?

Ich habe nur ganz wenige Fotos von meinem Opa, da dessn Ehefrau
nach 1945 alles weggeworfen hat, was an ihn erinnerte,
seine Parteiuniform sowie so.

Gruß Juergen

Geändert von Juergen (08.06.2018 um 18:58 Uhr)
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