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  #11  
Alt 22.02.2013, 14:28
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von franz ferdinand Beitrag anzeigen
Diese Linie konnte ich noch gar nicht weiter beackern, da für Oberösterreich die Jahre 1818-1919 nicht auf Matricula veröffentlicht sind und ich dazu erst ins Landesarchiv Linz gehen muss - wofür mir leider iM die Zeit fehlt. Sobald ich mehr weiß, werde ich es hier posten.

Zu den Schreibweisen kann ich jedenfalls schon die beiden Versionen Molldaschl und Moltaschl anbieten, diese habe ich schon anderweitig gefunden.
Für die Namensforschung ist es ja egal, ob die Namensträger verwandt waren. Von daher ist ein Blick in die älteren Bücher durchaus aufschlußreich. Um welche Pfarre handelt es sich denn?
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Gruß
gki
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  #12  
Alt 28.02.2013, 18:01
franz ferdinand franz ferdinand ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Für die Namensforschung ist es ja egal, ob die Namensträger verwandt waren. Von daher ist ein Blick in die älteren Bücher durchaus aufschlußreich. Um welche Pfarre handelt es sich denn?
Das ist eigentlich eine gute Idee - vor lauter Gewissenhaftigkeit in der Ahnenforschung ("Alles immer nur Schritt für Schritt machen") bin noch gar nicht darauf gekommmen, einmal auf gut Glück in die älteren Bücher reinzuschauen.

Also: es handelt sich um die Pfarre Sierning in Oberösterreich. Die Matriken von 1606 bis ca. 1830 sind online einsehbar unter http://www.matricula-online.eu

Auf die Schnelle fand ich als älteste Taufeinträge in Sierning:

FX Molltaschl (* 1814, fol. 179, S. _0239)
Josefa Moltaschl (*1819, fol. 200, S. _0260)
Catharina Moldaschl (* 1826, fol. 247, S. _0307)

Eltern oo 31.5.1813, fol. 40, S. _023
Peter Moldaschl, Zimmermannssohn aus Reitzenschlag (Pf. Litschau, Diözese St. Pölten), Niederösterreich, angehender Webermeister und Rosalia Neunteufel, Webermeisterstochter, beide 23 Jahre alt bei der Trauung, dh * ca. 1790.

Es geht also in Richtung Nord-Osten ins Waldviertel hart an der böhmischen Grenze.

In Litschau findet sich im Index *1750-1809 eine Vielzahl von Treffern zum FN Moldaschl - zumindest im Index durchgehend genau so geschrieben - (Index_0115). Die Bücher der Jahre davor sind nicht mit Indices versehen, aufgrund der großen Anzahl von Personen im oben genannten Zeitraum (noch dazu aus verschiedenen Ortsteilen, dh es handelt sich wohl um unterschiedliche Familien) ist aber davon auszugehen, dass man auch vor 1750 in dieser Pfarre fündig werden würde.

LG Martin

PS: Auch wenn man wie oben beschrieben vorsichtig sein sollte mit voreiligen Schlüssen, so müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn genannter Peter nicht der allererste Moldaschl in Sierning und somit "oberösterreichischer Spitzenahn" der Familie meiner Frau wäre. Ein schöner und nicht erwarteter Nebeneffekt der Beschäftigung mit dem Familiennamen! Aber verschreien wir nichts.
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  #13  
Alt 28.02.2013, 18:27
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Hallo Martin,

bei google.books Verzeichnis saemmtlicher bey der K.K. Armèe angestellten Feldaerzte (1803) - Seite 107
findet sich ein Eintrag:
  • im Register: Moldaschl Anton. (Seite 28)
  • auf S. 28: Unterarzt Moldaschel, Anton
Ich habe heute in unserem tschech. Partner-Forum genealogie.taby.cz nachgefragt, ob der FN, auch in der Form Moldašl,
evtl. eine slaw. Bedeutung hat / aus Böhmen stammt.
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Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (28.02.2013 um 19:20 Uhr)
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  #14  
Alt 28.02.2013, 21:04
gki gki ist offline
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1685 heiratet im benachbarten Třeboň lt. Index ein Pavel Maulbešl aus Hlina. Im Buch steht aber eher Maultoschl.

http://digi.ceskearchivy.cz/DA?lang=de&menu=3&id=8040

Aufname 21, links, dritter von oben.
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Gruß
gki
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  #15  
Alt 28.02.2013, 21:38
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
1685 heiratet im benachbarten Třeboň lt. Index ein Pavel Maulbešl aus Hlina. Im Buch steht aber eher Maultoschl.
Für mich sieht es ebenfalls aus wie Maultoschl. Mal abwarten, wie das unsere ČZ-Partner lesen
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Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (01.03.2013 um 15:06 Uhr) Grund: orthograf. Korr.
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  #16  
Alt 28.02.2013, 22:43
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http://digi.ceskearchivy.cz/de/5884/24

Hier noch die Trauung eines Simon Moldäschl von 1664 (rechts, vierter von oben).
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Gruß
gki
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  #17  
Alt 01.03.2013, 09:19
franz ferdinand franz ferdinand ist offline männlich
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Lieber gki, lieber Laurin,

vielen herzlichen Dank für Eure Bemühungen, das weiß ich wirklich sehr zu schätzen! Eure Funde in den böhmischen KB sind sehr interessant, vor allem die Tatsache, dass - obwohl zeitlich und geographisch nicht weit entfernt - Simon Moldäschl ganz offensichtlich Deutscher war, während Pavel Maultoschl offenbar der tschechischen Bevölkerungsgruppe angehörte. Es wäre interessant, wer hier was übernommen hat - Tschechen einen deutschen Namen oder Deutsche einen tschechischen Namen. Wenn ich nicht ganz irre, war auch dieses Gebiet bis 1945 ja weitgehend deutsch besiedelt.

LG Martin
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Geändert von franz ferdinand (01.03.2013 um 09:25 Uhr)
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  #18  
Alt 01.03.2013, 09:33
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Hallo Martin!

Zitat:
Zitat von franz ferdinand Beitrag anzeigen
vor allem die Tatsache, dass - obwohl zeitlich und geographisch nicht weit entfernt - Simon Moldäschl ganz offensichtlich Deutscher war, während Pavel Maultoschl offenbar der tschechischen Bevölkerungsgruppe angehörte.
Woraus schließt Du das? Aus der Sprache in der die Kirchenbücher geschrieben waren? Waren dann meine Vorfahren Römer? Die KB sind ja teilweise in Latein...

Nichts für ungut!
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Gruß
gki
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  #19  
Alt 01.03.2013, 09:54
franz ferdinand franz ferdinand ist offline männlich
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Salve gki!

Ein bisschen römisches Blut wird schon in uns existieren, so gesehen...

Und ja, das hatte ich eigentlich schon aus der Eintragungssprache und dem tschechischen Vornamen Pawel geschlossen - vielleicht ist das ein bisschen naiv, aber anders kann ich mir das nicht erklären. In Neufistritz waren laut Wikipedia (im 19. Jh) rund 96% der Bewohner deutsch, in Wittingau bzw. im 17. Jh. wird es wohl nicht recht viel anders gewesen sein - da wäre es doch unwahrscheinlich, dass dort ein tschechischer Pfarrer werkt, der in den Matriken die Namen aller deutschen Bewohner tschechisiert, oder?

Aber ich gebe zu, mich in diesem Bereich viel zu wenig auszukennen; bei meinen Forschungen in Südmähren hatte ich ausschließlich mit deutschen Matriken zu tun und wie das Verhältnis Deutsche-Tschechen im Böhmen des 17. Jh war (etwa bezüglich der Ämterverteilung, Zweisprachigkeit, Eheschließungen) weiß ich leider auch zu wenig. Mein Wissen über das Sudetenland beginnt erst im 19. Jh. und da waren die Nationsgrenzen ja schon abgesteckt - was sie vielleicht im 17. Jh noch nicht waren. Kannst Du mir mehr zu diesem Thema sagen?

LG und Danke!
martin
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  #20  
Alt 01.03.2013, 10:37
gki gki ist offline
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Hallo Martin!

Zitat:
Zitat von franz ferdinand Beitrag anzeigen
da wäre es doch unwahrscheinlich, dass dort ein tschechischer Pfarrer werkt, der in den Matriken die Namen aller deutschen Bewohner tschechisiert, oder?
Warum das Buch auf Tschechisch ist, weiß ich auch nicht.

Ich halte es aber wg. des Latein-Beispiels für unwahrscheinlich, daß die Sprache der Bewohner bei der Wahl der Sprache des KB eine Rolle spielte.

Die konnten zum Großteil ja eh nicht lesen, egal welche Sprache.

Ich halte es für möglich, daß der Pfarrer dieser Zeit ein Chorherr des Augustinerstiftes war und daß er eben aus einem tschechischsprachigen Gebiet kam.

Zitat:
Aber ich gebe zu, mich in diesem Bereich viel zu wenig auszukennen; bei meinen Forschungen in Südmähren hatte ich ausschließlich mit deutschen Matriken zu tun und wie das Verhältnis Deutsche-Tschechen im Böhmen des 17. Jh war (etwa bezüglich der Ämterverteilung, Zweisprachigkeit, Eheschließungen) weiß ich leider auch zu wenig. Mein Wissen über das Sudetenland beginnt erst im 19. Jh. und da waren die Nationsgrenzen ja schon abgesteckt - was sie vielleicht im 17. Jh noch nicht waren. Kannst Du mir mehr zu diesem Thema sagen?
Leider nein, meine Ahnen haben es nicht so weit nach Norden bzw. Osten geschafft.
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Gruß
gki
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