#51  
Alt 13.09.2016, 20:23
malu
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So ähnliche Eintragungen habe ich in Kirchenbüchern gelesen: Sohn des Werkmeister's zum Beispiel>


bitte keine Diskussion über den "Beruf" Werkmeister beginnen!
Hallo,
okay, aber über den ostischen Genitiv (hier: "Werkmeister's") darf doch orakelt werden?

LG aus Malu's Hundesalon
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  #52  
Alt 13.09.2016, 23:33
trabajador trabajador ist offline
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Hallo Johanna
ich bin von Natur aus neugierig!
Bei all dem Gekreische hier ist deine Information vom Schwager (#40 von dir) leider wohl untergegangen.
Nun, es würde mich sehr interessieren: ist ein Amtsdecker laut Auskunft des Schwagers nun eine (regionale?) Bezeichnung für einen Berufstitel?
Also Amtsdecker = Handwerksmeister, der seinen Beruf nur ....?
So wie ich die Auskunft vom Schwager verstehe: er war ein Handwerksmeister.
Das würde eine Erklärung sein. Somit wäre "Amtsdecker" gar kein Beruf sondern eine Titelbezeichnung?
Dann müßte/ könnte? aber hinter dem Amtsdecker ja noch was stehen?
Muß aber nicht: dann wäre er eben ein Handwerksmeister, der seinen Beruf eben nur in einem begrenzten Gebiet ausüben durfte.

So ähnliche Eintragungen habe ich in Kirchenbüchern gelesen: Sohn des Werkmeister's zum Beispiel> welche Tätigkeit er als Werkmeister ausführte, das fand ich nie heraus!
viele Grüße
Reinhard

PS: et altera
bitte keine Diskussion über den "Beruf" Werkmeister beginnen!
"Glorreiche" Erkenntnisse aus Google Books kenne ich!
Hallo Reinhard,
ich weiss das leider auch nicht so genau. Wir spielen hier ein bisschen Stille Post. Ich frage meinen Verwandten, der fragt seinen Schwager, dann sagt es mein Verwandter mir und ich sage es weiter. Deswegen habe ich es einfach genauso kopiert und hier gepostet, wie er es geschrieben hat und keine eigenen Interpretationen dazu gemacht oder Rechtschreibefehler korrigiert.
Ich habe es jetzt so für mich verbucht, dass er wohl ein amtlich bestellter Dachdecker war, der in dem Gebiet des Amtes Oldenburg das Dachdeckerhandwerk ausüben durfte. Ich meine, dass das in der Zeit in erster Linie Reetdächer waren.
Mein Verwandter will noch etwas genauer forschen, zusammen mit dem Schwager :-) Vielleicht bekomme ich noch zusätzliche Informationen. Die werde ich dann hier mitteilen.
Gruß
Johanna
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  #53  
Alt 13.09.2016, 23:49
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

hier noch ein Schnipsel zum Decker ( Treffer 3): https://books.google.de/books?id=GZ_...884FBDoAQg4MAY

Aufpassen musste man, egal ob Amts-decker oder nicht: https://books.google.de/books?id=WgB...lstein&f=false

Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #54  
Alt 14.09.2016, 00:33
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo Johanna
Nein, nicht "amtlich bestellt". Sondern eher "amtlich konzessioniert", das trifft es besser. Viele Grüsse
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  #55  
Alt 14.09.2016, 00:40
derteilsachse derteilsachse ist offline männlich
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Hallo Johanna
Ich schließe mich deiner Meinung an: ein Reetdachdecker. Das passt auch gut in die Zeit!
Denn: ich habe ein bischen geguckt. Nein, nein> damals, 1750, waren gebrannte Dachziegeln in deiner Ortsangabe noch nicht üblich!
viele Grüße
Reinhard

PS: ist doch sch....... egal: die blöde Diskussion, ob es nun "amtlich bestellt" oder .... ist> Fakt ist: niemand weiß genau im Forum, wie dieser Begriff "Amtsdecker" 1750 definiert war> nur deine Angehörigen können Auskunft geben! Wahrscheinlich, so vermute ich, gibt es diesen Begriff wohl nur regional? Das wäre die Erklärung, warum tante Google dazu nichts kennt. Und auch andere Suchmaschinen: ich habe mal nachgeschaut in "alte Berufe in Schleswig Holstein"> nichts!

Geändert von derteilsachse (14.09.2016 um 00:58 Uhr)
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  #56  
Alt 14.09.2016, 10:05
trabajador trabajador ist offline
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Zitat:
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Hallo Johanna
Ich schließe mich deiner Meinung an: ein Reetdachdecker. Das passt auch gut in die Zeit!
Denn: ich habe ein bischen geguckt. Nein, nein> damals, 1750, waren gebrannte Dachziegeln in deiner Ortsangabe noch nicht üblich!
viele Grüße
Reinhard

PS: ist doch sch....... egal: die blöde Diskussion, ob es nun "amtlich bestellt" oder .... ist> Fakt ist: niemand weiß genau im Forum, wie dieser Begriff "Amtsdecker" 1750 definiert war> nur deine Angehörigen können Auskunft geben! Wahrscheinlich, so vermute ich, gibt es diesen Begriff wohl nur regional? Das wäre die Erklärung, warum tante Google dazu nichts kennt. Und auch andere Suchmaschinen: ich habe mal nachgeschaut in "alte Berufe in Schleswig Holstein"> nichts!
Hallo Reinhard,
man darf sich an dem Begriff amtlich nicht festbeissen.
Damals gab es noch die Leibeigenschaft. Ein Dachdecker war wohl kein freier Unternehmer, der über seine Aufträge entscheiden konnte.
Dem wurde vom "Amt" oder wem auch immer schon gesagt, welches Dach er zu decken hatte. Also war er wohl eher ein abhängig Beschäftigter. Wenn man so will beim "Amt".
Um den Kontext zu verstehen muss man die regionale Struktur im Auge haben.
Das Herzogtum Holstein wurde damals vom dänischen Königreich regiert. In Ostholstein gab es die ostholsteinische Güterwirtschaft. Dannau gehörte zum Gut Kuhhof. Der Kuhhof lag im heutgen Zentrum von Oldenburg. Damals am Rand und dazu gehörten mehrere Dörfer. Er wurde von einem Amtmann verwaltet. Der Kuhhof wurde auch als "Amt Kuhhof" bezeichnet.
Siehe auch hier:
http://top.akvz.de/4411.pdf
Das ist jetzt eine Darstellung von 1855, also schon nach dem Ende der Leibeigenschaft 1800.
Der Kuhhof war ein großherzoglich oldenburgisches Fideikomißgut. Und hier muss man jetzt wieder aufpassen, denn das ist wieder ein anderes Oldenburg. Oldenburg gehörte damals zu Oldenburg :-)
Gruß
Johanna

Geändert von trabajador (14.09.2016 um 10:30 Uhr)
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  #57  
Alt 14.09.2016, 13:55
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo Johanna,
Für Deine Vorstellung der Interpretation des Wortes "Amtsdecker" hast Du keine Belege. Momentan bleibt Dir nichts anderes übrig als das Wort als unaufgeklärt zu betrachten.
Ich verweise noch mal auf "Amtsschuster" = "zunftmäßiger Schuster" (Grafschaft Oldenburg 18.Jht.), was Deiner Theorie widerspricht. Und wir sind doch in Gft. Oldenburg im 18.Jht. wie Du gerade schriebst.
Gruss
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  #58  
Alt 14.09.2016, 14:16
Benutzerbild von henrywilh
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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"Amtsdecker sind Handwerksmeister die für einen bestimmten Amtsbezirk nur Ihre Arbeiten ausführen durften."

Das glaube ich nur, wenn es einen Quellenbeleg gibt. So etwas gab es für spezielle, im obrigkeitlichen Interesse liegende Berufe: Tierarzt, Kaminkehrer ..., aber m.W. nicht für Dachdecker u. andere Bauhandwerker.

Der Begriff "Leibeigenschaft" ist hier nicht hilfreich. Die war territorial überall etwas anders gefasst, betraf im 18. Jh. praktisch nur Besitzer von Land, an dem bestimmte Dienstverpflichtungen hafteten.

Nach meiner Meinung bleibt es dabei:

So wie es Amtsmaurer etc. gab, die direkt bei einem Amt (wenn man so will, beim Amtmann) in Dienst standen und die Gebäude des Amtes bauten und unterhielten, kann es auch Amtsdachdecker gegeben haben.
Die Alternative ist, dass "Amt" = "Zunft" ist. Dann hätte die Vorsilbe "Amt-" nur den Sinn, die Eigenschaft der Zünftigkeit gegenüber nichtzünfigen Handwerkern hervor zu heben.

Ich vermute stark die erste Variante.
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #59  
Alt 14.09.2016, 14:47
trabajador trabajador ist offline
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Zitat:
Zitat von henrywilh Beitrag anzeigen
"Amtsdecker sind Handwerksmeister die für einen bestimmten Amtsbezirk nur Ihre Arbeiten ausführen durften."

Das glaube ich nur, wenn es einen Quellenbeleg gibt. So etwas gab es für spezielle, im obrigkeitlichen Interesse liegende Berufe: Tierarzt, Kaminkehrer ..., aber m.W. nicht für Dachdecker u. andere Bauhandwerker.

Der Begriff "Leibeigenschaft" ist hier nicht hilfreich. Die war territorial überall etwas anders gefasst, betraf im 18. Jh. praktisch nur Besitzer von Land, an dem bestimmte Dienstverpflichtungen hafteten.

Nach meiner Meinung bleibt es dabei:

So wie es Amtsmaurer etc. gab, die direkt bei einem Amt (wenn man so will, beim Amtmann) in Dienst standen und die Gebäude des Amtes bauten und unterhielten, kann es auch Amtsdachdecker gegeben haben.
Die Alternative ist, dass "Amt" = "Zunft" ist. Dann hätte die Vorsilbe "Amt-" nur den Sinn, die Eigenschaft der Zünftigkeit gegenüber nichtzünfigen Handwerkern hervor zu heben.

Ich vermute stark die erste Variante.
Hallo Henry,
der Begriff "Zunft" ist hier nicht angebracht, denn das Zunftrecht galt nur in Städten. Wir befinden uns hier in einem Dorf, das zu einem Gut gehörte. Hier gibt es kein Zunftrecht.
Gruß
Johanna
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  #60  
Alt 14.09.2016, 14:52
trabajador trabajador ist offline
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Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Hallo Johanna,
Für Deine Vorstellung der Interpretation des Wortes "Amtsdecker" hast Du keine Belege. Momentan bleibt Dir nichts anderes übrig als das Wort als unaufgeklärt zu betrachten.
Ich verweise noch mal auf "Amtsschuster" = "zunftmäßiger Schuster" (Grafschaft Oldenburg 18.Jht.), was Deiner Theorie widerspricht. Und wir sind doch in Gft. Oldenburg im 18.Jht. wie Du gerade schriebst.
Gruss
Nein nicht Grafschaft. Großherzogtum. Wobei das hier nicht territorial zu sehen ist, sondern familienmäßig. Der Kuhhof war seit 1769 " immerwährendes Familienfideicommiß". Das bedeutet, dass der Großherzog die Nutzungsrechte hatte. Es bedeutet aber nicht, dass es zum Territorium des Großherzogtums gehört hat. Das Hochstift Lübeck ging 1803 an das Haus Oldenburg und damit wurden die Herzöge von Oldenburg hier quasi Nachfolger des Hauses Gottorf.

Geändert von trabajador (14.09.2016 um 14:59 Uhr)
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