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  #11  
Alt 08.03.2016, 13:39
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AnGr AnGr ist offline
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Guten Tag,

war der Pflegevater Eisenbahner? Interessant auch das der Ehemann von Vera den gleichen Nachnamen wie die Pflegeeltern hatte.
__________________
Schönen Gruß Andreas

https://www.youtube.com/watch?v=VwX7nC-LpKs
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  #12  
Alt 08.03.2016, 19:01
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Michel,

Am 15. September 1935 trat das Reichsbürgergesetz in Kraft.
--> https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsbürgergesetz

Wenn das Kind Vera keine vollständigen nach deutschen Maßstäben
gültigen Papiere vorweisen konnte, so könnten
die Behörden daran gezweifelt haben, sie als Volksdeutsche zu klassifizieren.
Sie kam schließlich allein aus der damaligen Sowjetunion,
bzw. aus Witebsk nach Deutschland.

Und wenn sie Findelkind war, so wussten die Behörden
vermutlich nicht eindeutig, ob sie ein
1923 in Schneidemühl geborenes Mädchen unbekannter Eltern war.

Ob das der Grund des Vermessen durch das entsprechende Amt,
war, weiß ich nicht.

Haare blond, Augen blau, wäre wohl damals ua.
ein Indiz für die Rasseforscher, dass jemand von deutschen Blut bzw. arischer Rasse sei.

Slawen galten zwar auch als minderwertige Rasse,
wichtig war bekanntlich damals hauptsächlich nicht jüdischer Abstammung zu sein.

Den Rest mit Ihren Adoptionen und Namen, verstehe ich auch nicht.

Gibt es denn dafür einen Hinweis ein erhaltenes Dokument,
dass sie schon als Baby um 1923 von Alfred LUTOSCHKA adoptiert wurde?

Na vielleicht hast Du noch Glück, und Du bekommst
eine vollständige Kopie dieser "Geburts-Urkunde" von 1935,
bzw. die Kopie dieses Blattes, woraus Dir das Standesamt I kürzlich diese "Geburtsurkunde" erstellt hat.

Die alte Einwohner-Meldekartei von Berlin ist praktisch im WK II
verbrannt. Diese wurde nach dem Krieg aus anderen Quellen teilweise rekonstruiert.

Versuch es aber doch einfach.

Viel Glück.

Juergen

Geändert von Juergen (08.03.2016 um 19:06 Uhr)
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  #13  
Alt 08.03.2016, 21:07
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U Michel U Michel ist offline weiblich
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"...Wenn das Kind Vera keine vollständigen nach deutschen Maßstäben
gültigen Papiere vorweisen konnte, so könnten
die Behörden daran gezweifelt haben, sie als Volksdeutsche zu klassifizieren.
Sie kam schließlich allein aus der damaligen Sowjetunion,
bzw. aus Witebsk nach Deutschland.

Und wenn sie Findelkind war, so wussten die Behörden
vermutlich nicht eindeutig, ob sie ein
1923 in Schneidemühl geborenes Mädchen unbekannter Eltern war. ..."


Hallo Jürgen,
Vera hatte ausreichende Papiere, wie der Kinderausweis aus Moskau beweisen dürfte. Sie war zu der Zeit bereits Halbweise, ihr Vater war nicht auffindbar in Russland gewesen. Moskau hat nach den vorhandenen Unterlagen ihrer beiden Eltern, der verstorbenen Mutter Magda und Vater Alfred ihren Reisepass ausgestellt, denn andere Unterlagen gab es nicht (welche wir leider nicht haben, aber im Reisepass von Moskau stehen). In den Vermerken zur Ausstellung des Reisepasses 1930 in Moskau steht: "Deutscher Reisepass des Vaters und deutscher Reispass der verstorbenen Mutter".

Warum sollten aber die Behörden in den damaligen Geburts-Unterlagen von 1923 etwas anderes als die Wahrheit reinschreiben ?
Und warum wird das zw. 1931 - 1935 nicht nachvollziehbar gewesen sein anhand von den noch vorhandenen Dokumenten ihrer Eltern aus Berlin, Neustettin und Schneidemühl, wo ihre Eltern nachweislich lebten?
Die Behörden von damals haben alles akribisch genau vermerkt, aufgehoben, verwahrt und konnten die Geburt von Vera, die erfolgte Adoption (denn das musste über die Jugendämter und die Sozialfürsorge per Antrag und Bewilligungen gehen) und die Nachweise der Eltern mit Sicherheit in allen Einzelheiten aus den jeweiligen Meldeämtern der Wohnorte anfordern.
Was uns stutzig macht ist die plötzliche Änderung des FN ohne eigentlich triftigen Grund gegenüber ihren 1.Adoptiveltern Lutoschka, denn sie hatte ja noch ihre Verwandtschaft gleichen Namens in Cottbus, Falkenberg, Berlin und Eutin. Diese Verwandtschaften behielten ihren FN. Es kann also nur noch mit ihren leiblichen Eltern zusammenhängen, welche wir auch nicht kennen noch sind diese irgendwo verzeichnet worden in den Akten, welche wir bisher kennen. Es muss Jugendamtsakten gegeben haben zu diesem gesamten Vorgang. Ob diese noch existieren ist fraglich, aber zu dem Zeitpunkt von 1923 lebten beide Eltern, also Alfred und Magda Lutoschka noch in Berlin. Also werden diese Unterlagen und Vorgänge zur Adoption in Berlin und Schneidemühl geführt worden sein.

Hallo AnGr,
der 1. Pflegevater von Vera, der Alfred Lutoschka war bei der Bahn beschäftigt, zunächst als Monteur und Installateur, dann als Techniker und Bauleiter oder Objektleiter. Vermutlich war er eher mit der Elektrifizierung von Bahnstrecken oder elektrischen Bauteilen, Umbau oder deren Organisierung beauftragt. Auch war er sehr oft in Russland unterwegs, in Petrograd, Leningrad, Moskau, .... Sicherlich auch nur im Auftrag deutscher Firmen wie Siemens und Siemens-Schuckert, Elektrotechnische Werke Siemens & Halske AG oder ähnliches. In Berlin arbeitete er 1925 am Alexanderplatz bei der U - Bahn, seine Tochter Vera hatte uns das erzählt.
Leider sind die deutschen und russischen Archive diesbezüglich, auch bei Siemens, den Nachfolgefirmen von Siemens in Russland .... nicht zugänglich, in denen man die damaligen Auslandsaufträge, Personen und Mitarbeiter in Russland nachlesen könnte.

Vera heiratete 1939 einen Sohn der 2. Pflegeeltern Schütze aus Schneidemühl, den Sohn des Max Schütze (Festungsbaumeister, Architekt) und seiner Frau Auguste. Auguste war die beste Freundin ihrer verstorbenen Mutter Magda Lutoschka gewesen, daher hatte sie die kleine Vera von Cottbus direkt von ihrer Verwandtschaft wieder nach Schneidemühl geholt.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Vera dann nach der Heirat 1939 den gleichen Namen trug wie ihre 2. Pflegeeltern .

Ich weiß, dass das alles sehr verwirrend ist, aber das bedeutet nicht, dass es nicht stimmt. Alles in allem ist es sehr mühsam ohne originale Geb. Urkunde von 1923 suchen zu müssen, denn diese muss ja existiert haben - schon für die Reisepassausstellungen ihrer Einreise aus Deutschland 1928 nach Witebsk und ihrer Ausreise von Weißrussland nach Deutschland 1931.
__________________
Freundliche Grüße aus Böhmen von
Michel

(Suche alles zum :
FN Lutoschka und FN Rose in Lettland-Riga, Litauen, Wehlisch/ Russland, Witebsk/ Weißrussland, Berlin - Cottbus Niederlausitz - Wahrenbrück - Hamburg/ Deutschland und Neustettin/ Polen;
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Geändert von U Michel (09.03.2016 um 09:40 Uhr)
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  #14  
Alt 08.03.2016, 21:19
Jule Jule ist offline
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Hallo,

Die Namensänderung der Vera könnte einen ganz einfachen Hintergrund haben. Falls Vera bei den Großeltern gelebt hat, konnten diese nach § 1706 bürgerliches Gesetzbuch, ihr ihren Familiennamen gegeben haben. Somit wäre es der Name der Großeltern den sie trägt, der natürlich identisch ist mit dem Namen der Mutter. Das wurde allerdings normalerweise im Geburtenregister als Randvermerk eingetragen. Soetwas habe ich bei meinen Ahnen auch. Es wäre eine Möglichkeit.

LG Jule
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  #15  
Alt 09.03.2016, 21:26
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Hallo Jule,
Vera hat als Kind in Witebsk bei den Großeltern gelebt als Vera Magda Lutoschka, Kind der Magda und des Alfred Lutoschka in Witebsk. Der Pass 1930 (ausgestellt in der Moskauer Deutschen Botschaft!) ist auch auf diesen Namen ausgestellt und sie ist als eine "Lutoschka" in Deutschland angekommen.
Der Familienname Rose ist zwar der Geburtsname ihrer 1. Pflegemutter Magda Lutoschka, aber dieser wurde erst nach der Einreise nach Deutschland geändert, erst 1935 in Schneidemühl. Da lebte sie schon 4 Jahre in Deutschland, allerdings erst bei ihrem Onkel Felix Lutoschka in Cottbus, dann bei ihren 2. Pflegeeltern in Schneidemühl.
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  #16  
Alt 12.03.2016, 11:29
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Hallo,
es gibt etwas Neues:

Das LAB Berlin teilte mir gestern (kostenpflichtig) auf mehrfache Anfrage mit, dass sich in den Unterlagen über Vera Magda Lutoschka keine Einträge finden lassen. Im standesamtlichen Geburtsregister des LAB Berlin lassen sich kein Geburtseintrag des Findelkindes Vera aus Schneidemühl nachweisen.

Lt. LAB:
Vera wurde 1923 im Alter von ca. 3 Monaten am Säuglingsheim Schneidemühl "aufgefunden" und dort auch untergebracht. Eine amtliche Adoption durch Magda und Alfred Lutoschka ist in Schneidemühl angeblich nicht nachweisbar bzw. vorhanden in den Unterlagen.
Es wurde eine Sammelakte zum Geburtseintrag für Vera (603/1935 Schneidemühl) angelegt, somit wurde der Name und das Geburtsdatum durch die "damalige zuständige Behörde bestimmt" (so wörtlich im Schreiben von Berlin). Die Sammelakte des Stadtkreises Schneidemühl liegt aber als "Folge des 2. WK " beim StA Berlin nicht vor.
Nun wird amtlich eine Adoption der Eltern Lutoschka 1923 angezweifelt, da es keinen entsprechenden Hinweis darauf in der Sammelakte von 1935 gibt.


1. Wo kann ich heute noch nachfragen, nachvollziehen, suchen, ob es einen Adoptionsnachweis gibt für Vera? Weiterhin in Kirchenbüchern der Stadt und dem Landkreis von Schneidemühl, in deutschen Akten in Berlin, Kirchen und Archiven noch suchen, um den Adoptionsnachweis zu finden?

2. Wer weiß eventuell noch, wo die Akten des damaligen Säuglingsheimes aus Schneidemühl lagern bzw. wo ich nachfragen könnte nach den Unterlagen? Das LAB StA I Berlin schließt diese Akten bei sich aus zur Recherchierung.

3. Welche "damalige Behörde" (so der Wortlaut vom LAB) war zuständig für die erneute Ausstellung einer anderen Geburtsurkunde für Vera 1935? Das Standesamt Schneidemühl nehme ich an, oder?

Bitte, wer kann uns weiter helfen diese Unterlagen aufzufinden?
__________________
Freundliche Grüße aus Böhmen von
Michel

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  #17  
Alt 04.10.2017, 18:24
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Liebe Mitleser,
ich habe gestern endlich vom Leipziger
Sächsischen Staatsarchiv eine Antwort auf meine Fragen erhalten:

"Sehr geehrte Frau Michel,
zur gesuchten Familie Lutoschka/o aus Cottbus fanden sich in unseren genealogischen Unterlagen keine weiterführenden Hinweise, so dass uns eine Hilfe bei Ihren Nachforschungen nicht möglich ist. Die ehemals durchgeführten Untersuchungen auf sogenannte „arische“ Herkunft von Findelkindern wurden meist von den „Erbgesundheitsämtern“, die städtische Behörden waren, durchgeführt. Wenn daher in Schneidemühl keine Akte mehr verfügbar ist, könnte sie mit vernichtet worden sein. Da die leiblichen Eltern des Findelkindes nicht bekannt sind, dürften in solch einer Akte auch keine wissenschaftlich verwertbaren Hinweise zu finden sein. Das „sippenkundliche NS- Vokabular“ zur Abstammung aus solchen Akten ist aus heutiger Sicht für weitere genealogische Nachforschungen generell unbrauchbar.

Polizei-Akten zum Tod des Regierungsbauinspektors Max Schütze 1936 dürften auch nur im Staatsarchiv in Schneidemühl zu finden sein. Solche Akten zu unnatürlichen Todesfolgen wurden natürlich angelegt, könnten aber bei Einstellung der Verfahren aus Mangel an Beweisen durchaus der nachfolgenden Kassation durch Archivare an heim gefallen sein.

Zu den Einbürgerungen der Deutsch-Balten aus Ihrer Familie könnten entsprechende Unterlagen im Bundesarchiv in Berlin bzw. im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz ebenfalls in Berlin sein. Bitte wenden Sie sich direkt dorthin. Auch das Stadtarchiv Cottbus könnte eine Jugendfürsorgeakte zu Vera Magda Lutoschka/Rose haben."

Meine Fragen dazu an alle, die sich damit auskennen:

1. Wer weiß hier im Forum, ob das Staatsarchiv Schneidemühl noch Unterlagen zu polizeilichen Akten aus dem Jahr 1936 besitzt?

2. Wer weiß, ob sich generell noch Einbürgerungsakten aus den Jahren 1909 - 1915/ 1930 - 1942 erhalten haben?

Danke!


__________________
Freundliche Grüße aus Böhmen von
Michel

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1930 , leningrad , lutoschka , rose , schneidemühl , witebsk

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