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Alt 29.11.2014, 17:04
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U Michel U Michel ist offline weiblich
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Standard Suche nach Familie Rose in Weißrussland/ Witebsk

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1893 - 1945
Genauere Orts-/Gebietseingrenzung: Witebsk
Fernabfrage vor der Beitragserstellung genutzt [ja/nein]: ja, Archiv der Stadt Witebsk, UWD und MWD in Witebsk, Zentralarchiv Moskau, FCB Smolensk, Raduratski Riga,
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive, Datenbanken): zum Thema weitergehende Informationen hier: http://forum.ahnenforschung.net/show...=104583&page=6,


Liebe Forumsmitglieder,

ich habe eine besondere Anfrage zur Findung von Unterlagen in Weißrussland:

Alexander Jacob Rose (*30.1.1863 Riga - + 12.5.1942 Jastreb bei Welisch) wurde 1933 in Witebsk verhaftet und der Spionage verdächtigt, was sich aber nicht bestätigte und er wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde. Im "Belarus Memorial" steht er verzeichnet mit folgenden Angaben:

Розе Александр Яковлевич

Родился в 1863 г., г. Рига; латыш; Проживал: Витебская обл., Витебский р-н, Витебск.
Арестован 20 октября 1933 г.
Приговорен: Оперсектор ПП ОГПУ БССР по Витебской обл. 3 ноября 1933 г., обв.: 68 УК БССР - Подозревался в шпионаже.
Приговор: дело прекращено. Данные не подтвердились. Освоб.: 03.11.1933

Источник: Белорусский "Мемориал"

und im Smolensker Buch der Rehabilitierten:

Розе Александр Яковлевич

Родился в 1863 г., г. Рига; немец; б/п; временно не работал, д. Ястреб Велижского р-на Смоленской области.
Арестован 22 апреля 1942 г. прокурором Велижского района
Приговорен: 12 мая 1942 г.
Приговор: дело прекращено в св. со смертью Реабилитирован 16 сентября 1992 г. Прокуратура Смоленской области

Источник: Книга памяти Смоленской обл.

Aus Smolensk habe ich bereits ein vom Archiv zusammengestelltes Schreiben erhalten, indem aus seiner Biografie einige Daten stehen, jedoch keine Dokumente, Kopien der Akte oder originale Unterlagen dazu, obwohl ich alle Nachweise der Familienzugehörigkeit dorthin sandte mit einem Einschreiben.

Anders verhält es sich jedoch in Weißrussland: Hier lassen sich angeblich keine Unterlagen finden. Alle angeschriebenen Archive (von denen ich weiß) in Witebsk schreiben eine Negativantwort auf meine Anfragen.

Weiß jemand von Euch, wohin ich mich genau (an welches Archiv, welchen Geheimdienst, welche Behörde) wenden muss, um die Unterlagen über seine Verhaftung 1933 in Witebsk zu erhalten? Wenn er im Memorialbuch verzeichnet ist müssen doch seine Daten und Dokumente noch vorhanden sein.

Grüße von Michel
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  #2  
Alt 30.11.2014, 19:52
Hronograf Hronograf ist offline
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Standard Rose, Aleksander, Archive Belarus

[quote=.

Anders verhält es sich jedoch in Weißrussland: Hier lassen sich angeblich keine Unterlagen finden. Alle angeschriebenen Archive (von denen ich weiß) in Witebsk schreiben eine Negativantwort auf meine Anfragen.
Weiß jemand von Euch, wohin ich mich genau (an welches Archiv, welchen Geheimdienst, welche Behörde) wenden muss, um die Unterlagen über seine Verhaftung 1933 in Witebsk zu erhalten? Wenn er im Memorialbuch verzeichnet ist müssen doch seine Daten und Dokumente noch vorhanden sein.

Grüße von Michel[/quote]

Leider ist die sehr gebremste Auskunfts-Bereitschaft in BY bekannt. Vielleicht kommst Du über den Fonds-Katalog der Staatl Archive etwas weiter. Viel Glück - Hronograf
http://fk.archives.gov.by/
Документы Национального архивного фонда Республики Беларусь (НАФ) освещают историю Беларуси с XIV века и до наших дней и являются национальным и мировым достоянием.
Сведения о составе, содержании и местонахождении документов государственной части НАФ содержит Государственный фондовый каталог НАФ (ГФК), который отнесен к республиканским государственным информационным ресурсам и зарегистрирован в Государственном регистре информационных ресурсов Республики Беларусь 22 октября 2001 г. под № 0200100017.
  1. Сайт «Фондовый каталог государственных архивов Республики Беларусь»содержит часть информации ГФК о составе, содержании и местонахождении более чем 50 тыс. фондов, находящихся на постоянном хранении в государственных архивах Республики Беларусь.
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  #3  
Alt 15.12.2014, 11:06
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U Michel U Michel ist offline weiblich
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Hallo,
vielen Dank für die Info. Leider befindet sich in dem Archiv nicht die gewünschte Information.
Warum ist in Weißrussland diese Familiensuche so schwer?
Welche Gründe für das schwierige Prozedere sind das?

Wir haben leider diese Erfahrung auch schon gemacht. Aber aus Minsk sind uns - mit viel Geldüberweisung dorthin - 6 ungefähre Abschriften übersandt worden. Leider auch keine Originale oder Kopien davon noch weitergehende Hilfen für unsere Suche.
Mutters Cousine suchte dringend seit Jahren ihre Eltern (Vaters Verbleib nach ihrer Ausweisung als Kind in 1930 aus Witebsk) und den Großvater Alexander. Nun ist sie ohne jegliche Auskunft leider verstorben. Und dabei wäre es ihr größter Wunsch gewesen zu wissen, was aus ihrem Vater Alfred und Großvater Alexander, Tante Erna und deren Familie nach 1930 geworden ist.....
Schade.

LG Michel
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  #4  
Alt 15.12.2014, 18:22
Amoena Amoena ist offline weiblich
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Hallo Michel,
leider kann ich dir nicht helfen, versuche aber Antworten auf deine Fragen zu finden.
Die Erfahrung, die du und deine Familie gemacht hat, haben auch andere gemacht, ich auch – und viele machen die Erfahrung immer noch.
Gehen wir zu den Anfängen des Riesenreiches, Revolution, Bürgerkrieg, Aufbau eines neuen (sozialistischen) Systems, Stalin und Millionen von Säuberungen, Millionen von Opfern! http://de.wikipedia.org/wiki/Stalins...C3%A4uberungen
Das ganze System, von der Schule bis zur Uni, gaukelte einem eine heile Welt vor, deren Vorbilder hatten Personenkult. Man musste vieles totschweigen, verschließen, den Anschein erwecken, dass dieses System eine Errungenschaft der Arbeiter und Bauern war – und nicht auf Millionen von Toten aufgebaut war. Die Leute hatten sich verschlossen und hatten geschwiegen, sie hatten Angst, besonders bis zu Stalins Tod und natürlich auch danach, denn alle waren vorsichtig.
Mit dem Zerfall der Sowjetunion gab es sehr viele Leute, die sich mit der „dunklen“ Vergangenheit ihres Landes auseinandersetzten. Sie bekamen Zugang zu den verschlossenen Akten in den Archiven und arbeiteten die Vergangenheit auf, indem sie die Schicksale von Millionen von Opfern klärten und veröffentlichten – online bzw. als Bücher. An dieser Stelle einen großen Dank an sie!
Angehörige hatten endlich eine Chance, über ihre Vermisste die Wahrheit zu erfahren.
Jetzt schreibe ich paar Beispiele.
Von der Cousine meines Mannes habe ich 2 Sterbeurkunden ihres Opas erhalten. Der Opa wurde 1938 verhaftet. Der Familie wurde nicht mitgeteilt, was mit dem Mann, Vater geschehen ist. Die 1. Sterbeurkunde wurde Anfang 1960-er Jahre ausgestellt: verstorben 1942, Lungenentzündung. Die 2. Sterbeurkunde wurde Ende der 1980-er Jahre ausgestellt: erschossen 2 Wochen nach der Verhaftung.
Der Bruder meines Opas wurde auch 1938 verhaftet, er hatte Frau und 6 Kinder, die jüngste Tochter war 3 Jahre alt. Die Kinder suchten ihr Leben lang nach ihrem Vater, ergebnislos. Vor paar Jahren habe ich der Tochter vorgeschlagen, einen Brief zu schreiben. Sie bekam eine Antwort, ziemlich schnell, im März 1938 verhaftet, Ende Oktober gerichtet (es heißt: von Trojka NKWD), 3 Tage später erschossen. Die Akte können nur Angehörige anfordern, wenn sie in Russland leben, und zwar auf die Adresse einer staatlichen Behörde, ich müsste nachschauen, welcher Behörde.
Ein Onkel meiner Schwiegermutter war auch seit 1938 vermisst, irgendwann habe ich ihn in einer Opfer-Liste entdeckt. Die Akte habe ich bekommen, aber über Verwandte, die in Russland leben. Verhöre, Verhöre, die die Armen unterschreiben mussten, jede Seite extra.

Michel, zum Schluss noch über die erschwerte Suche in Russland und ehemaligen Sowjetrepubliken. Manche russische Kreise arbeiten vorbildlich, in manchen gibt es Probleme, weil das „alte“ Denken noch tief verankert ist, besonders bei den älteren Leuten – und wenn das Archiv oder eine Behörde von so einer Person geleitet wird, muss entsprechend gearbeitet werden. Hinzu kommt, dass seit paar Jahren der Verwandtschaftsnachweis verlangt wird.
Ich denke, es trifft auch auf Weißrußland zu, deine schlechte Erfahrung mit Weißrußland hängt mit deren politischen System zusammen.
__________________
Liebe Grüße,
Amoena
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lutoschka , verhaftung , witebsk

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