#1  
Alt 02.07.2019, 19:26
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Standard Datenschutz beim Erstellen eines OFB

Hallo,

ich habe inzwischen so viele Infos aus den Königswalder KBs gesaugt, dass ich mich mit dem Gedanken trage, zumindest für die ersten knapp 150 Jahre ein Familienbuch zu erstellen, von 1558-1700.

Beim Gespräch mit dem Pfarrer, der meinte, die Kirchgemeinde habe bestimmt nichts dagegen, kam er auf den Datenschutz zu sprechen. Er sagte, sie müssten sich erst bei der Landeskirche informieren, ob es durch die neue Gesetzgebung Einschränkungen gäbe...

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass - zumindest bei den alten KBs - kein Datenschutz für heutige Personen greift.

Kann mich die Landeskirche Sachsen daran hindern, ein OFB zu erstellen, auch im Hinblick auf die Digitalisierung und die spätere Vermarktung der Digitalisate bei Archion?


Gibt es irgendwo im Netz oder auch offline eine Zusammenstellung, welche Datenschutzregeln bei Erstellen eines OFB gelten??

Danke für eure Hilfe + lg, Claudia von den bergkellners


PS: Ich weiß, wieviel Arbeit ein OFB macht!
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Geändert von Bergkellner (02.07.2019 um 19:28 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #2  
Alt 02.07.2019, 20:06
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist offline männlich
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Moin,

würde mich auch interessieren. Hatte auf den Seiten von Compgen meine ich gelesen man muss das mit den Kirchengemeinden abstimmen - die könnten da unterstützen.

Ich spiele auch ab und an mit dem Gedanken. Da ich aber immer nicht so viel Zeit habe wäre das ein recht langwieriges Projekt bei mir - evtl. würde es sogar einschlafen. Da will ich dann aber im Vorfeld kein großes Tamtam mit Abstimmungen machen wenn es dann ggf. eh nix wird. Jedoch habe ich auch keine Lust da Zeit zu investieren wenn man dann keine Möglichkeit der Veröffentlichung hat.


http://wiki-de.genealogy.net/Projekt_OFB#Datenschutz
Zitat:
Bei der Veröffentlichung von Daten aus Kirchenbüchern, ist zunächst einmal unabdingbar erforderlich, das Einverständnis des (erz-)bischöflichen Ordinariates bzw. bei evangelischen Kirchenbüchern das der jeweiligen Kirchengemeinde einzuholen, ggflls. auch die Zustimmung oder Stellungnahme der jeweiligen übergeordneten Landeskirche. Die Erfahrung zeigt, dass bei sachlicher Vorbringung guter Argumente in den allermeisten Fällen die Zustimmung erteilt wird.
Viele Grüße,
OlliL
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  #3  
Alt 02.07.2019, 22:46
Scherfer Scherfer ist offline
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Da ich selbst noch kein OFB erstellt habe, kann ich nur sehr theoretisch antworten. Auf der Seite des Cardamina-Verlages bin ich aber auf dieses Infoblatt gestoßen, das auf mich einen kompetenten und doch auch leicht verständlichen Eindruck macht. Vielleicht hilft es ja.
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  #4  
Alt 02.07.2019, 22:52
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist offline männlich
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Hallo Scherfer,

das Merkblatt ist ganz gut. Ich denke jedoch, das hier neben der dsgvo auch noch das Urheberrecht an dem Kirchenbuch greifen könnte....

Viele grüße,
OlliL
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  #5  
Alt 02.07.2019, 23:00
Scherfer Scherfer ist offline
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Naja, das Urheberrecht hat meines Wissens in Deutschland eine Verfallszeit von 70 Jahren nach dem Tod des Autors. Bei Kirchenbucheinträgen vor 1850 sollte man dann doch auf der sicheren Seite sein, im genannten Zeitraum 1558-1700 erst recht, oder?
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  #6  
Alt 02.07.2019, 23:22
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
das Urheberrecht ist sowieso nicht relevant, denn es handelt sich bei Kirchenbüchern um unveröffentlichte Werke, ohne schöpferische künstlerische Leistung.

Für Claudia ist vermutlich entscheidend die Nutzungsbedingungen der Quellen auf die sie zugegriffen hat, das wäre für "Archion.de" vielleicht folgende:

5. Allgemeine Pflichten des Nutzers
5.1. Der Nutzer verpflichtet sich, es zu unterlassen,
c) die vom Anbieter zur Verfügung gestellten Inhalte und Datenbanken über die von Archion angebotenen Funktionen hinaus zu vervielfältigen, zu bearbeiten, öffentlich zugänglich zu machen oder anderweitig zu nutzen, ohne dass ihm vom Anbieter die dafür erforderlichen Nutzungsrechte eingeräumt wurden.


https://www.archion.de/de/agb/
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Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (02.07.2019 um 23:31 Uhr)
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  #7  
Alt 02.07.2019, 23:24
Scherfer Scherfer ist offline
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Ähm, Moment... Wenn ich es richtig verstanden habe, sind diese Kirchenbücher bisher noch gar nicht auf Archion, also greifen wohl auch nicht die dortigen AGBs.
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  #8  
Alt 03.07.2019, 00:28
salami salami ist offline
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Falls mit dem Verweis auf die Archion-AGB gemeint ist, dass Archion das Recht hätte, die Erstellung eines OFB zu verhindern, so würde ich das verneinen und den entsprechenden Punkt der AGB für unwirksam halten. (Ich bin aber kein Anwalt.)
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  #9  
Alt 03.07.2019, 07:34
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Ähm, Moment... Wenn ich es richtig verstanden habe, sind diese Kirchenbücher bisher noch gar nicht auf Archion, also greifen wohl auch nicht die dortigen AGBs.
Genau, die KBs sind gerade erst für die Verfilmung vorbereitet worden, d.h. sie werden in ca. 2 Jahren verfilmt - wann sie dann bei Archion auftauchen, steht in den Sternen. Die sächsische Landeskirche lässt sich damit sehr sehr viel Zeit.

Die Kirchgemeinde hat nichts dagegen, immerhin gestatten sie mir derzeit noch den Zugang. Ich kann nur hoffen, dass die Landeskirche mitspielt.
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  #10  
Alt 03.07.2019, 12:46
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Bergkellner Beitrag anzeigen
... Die Kirchgemeinde hat nichts dagegen, immerhin gestatten sie mir derzeit noch den Zugang. Ich kann nur hoffen, dass die Landeskirche mitspielt.
Wenn Du die Gemeinde hinter Dir hast, dann kann die Landeskirche das nicht verhindern, denn die Kirchenbücher sind Eigentum der örtlichen Kirchengemeinde. Nur wenn sie verfilmt werden sollen, falls sie das noch nicht sind, dann müssen sie sie dafür ans Archiv ausleihen.

Kirchenbuchverfilmungsordnung Sachsen, 2004:
§ 2 Durchführung der Verfilmung
1) Das Archiv der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (landeskirchliches Archiv) ist mit der Organisation der Kirchenbuchverfilmung beauftragt.
2) Die Kirchenkreise sind gehalten, das Projekt der Verfilmung logistisch zu unterstützen.
3) Im Rahmen ihrer Verpflichtung von § 4 Archivgesetz und § 1 Abs. 1 sind die Kirchengemeinden insbesondere gehalten, ihre Kirchenbücher ... für die Verfilmung zum vorgegebenen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen....
4) Nach der Verfilmung werden die Kirchenbücher an die Eigentümer zurückgegeben.

https://www.kirchenrecht-ekm.de/document/9657


Für die Zeit vor 1700 gilt natürlich auch kein Datenschutz mehr, daher ist irrelevant, was Dein Pfarrer in Bezug darauf noch bei der Landeskirche rückfragen wollte.
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Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (03.07.2019 um 12:50 Uhr)
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