#1  
Alt 06.02.2019, 15:56
usegen usegen ist offline männlich
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Standard Verstorbener als Taufpate

Liebe MitforscherInnen,


ist euch schon mal ein Fall vorgekommen, dass ein bereits Verstorbener als Taufpate benannt ist - siehe Anlage? Ist das nicht widersinnig?


Der Text des Taufeintrages von 1823 aus dem Raum Hoya lautet:
"... Gevatt: Heinrich Wilhelm Ulhorn,der Oncle, Johann Bernh. Segelke, der verstorbene Großvater."


Der Verstorbene war zum Taufzeitpunkt bereits ein 3/4 Jahr tot.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Taufe_1823_Verstorbener.jpg (83,8 KB, 50x aufgerufen)
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Viele Grüße
Uwe
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  #2  
Alt 06.02.2019, 17:01
DoroJapan DoroJapan ist offline weiblich
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Hallo Uwe,

selbst habe ich das noch nicht erlebt.
Allerdings scheint es doch den Wunsch zu geben.
Siehe hier: https://www.123recht.de/forum/genere...__f422272.html

Vielleicht hat der Pfarrer ein Auge zugedrückt, war ja schließlich noch ein weiterer Pate vorhanden.

liebe Grüße
Doro
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Geändert von DoroJapan (06.02.2019 um 17:03 Uhr)
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  #3  
Alt 06.02.2019, 17:03
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Hallo

Kennst du das genaue Geburts- und Taufdatum des Täuflings sowie Sterbedatum des Grossvaters?

Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass die Taufe erst viel später von einem Zettel in das Taufbuch eingetragen wurde, und da hat der Pfarrer dann notiert, dass der Grossvater inzwischen verstorben ist.

Dass der Pfarrer zuerst Einträge auf Zettel schrieb, hatte ich in einer Gemeinde schon ein paar Mal (manchmal nicht ganz chronologische Einträge, in einem Buch wurden ausserdem ganz viele Zettel mit eingebunden.
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  #4  
Alt 06.02.2019, 19:31
usegen usegen ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von DoroJapan Beitrag anzeigen
Allerdings scheint es doch den Wunsch zu geben.

Hallo Doro,
ja, das hatte ich auch schon gegoogelt, diese aktualle Diskussion schildert mögliche Motive.
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Viele Grüße
Uwe
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  #5  
Alt 06.02.2019, 19:36
usegen usegen ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Kennst du das genaue Geburts- und Taufdatum des Täuflings sowie Sterbedatum des Grossvaters?
.

Hallo Garfield,
ja, ich habe die Daten überprüft. Der Kleine ist im März 1823 geboren und sein Großvater im Juni 1822 verstorben. Ich denke nicht, dass solange "in Kladde" geschrieben wird ( obwohl solche Kladden sicherlich existiert haben) und dazwischen auch noch ein Jahresabschluß liegt.


Ein toter Großvater kann doch seinen christlichen "Patenauftrag" überhaupt nicht erfüllen!
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Uwe
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  #6  
Alt 06.02.2019, 20:33
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Zitat:
Zitat von usegen Beitrag anzeigen
Hallo Garfield,
ja, ich habe die Daten überprüft. Der Kleine ist im März 1823 geboren und sein Großvater im Juni 1822 verstorben. Ich denke nicht, dass solange "in Kladde" geschrieben wird ( obwohl solche Kladden sicherlich existiert haben) und dazwischen auch noch ein Jahresabschluß liegt.
Okay, dann passt meine Theorie überhaupt nicht.

Zitat:
Zitat von usegen Beitrag anzeigen
Hallo Garfield,
Ein toter Großvater kann doch seinen christlichen "Patenauftrag" überhaupt nicht erfüllen!
Ja, sehe ich auch so. Bin gespannt, ob sonst noch jemand Ideen hat .
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Geändert von Garfield (06.02.2019 um 20:34 Uhr)
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  #7  
Alt 07.02.2019, 00:21
Benutzerbild von Balle
Balle Balle ist offline männlich
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Vielleicht ist er auf den Namen des Großvaters getauft worden, die Namensgeber waren oft Paten, owohl ichs bei verstorbenen noch nicht erlebt habe.
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Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
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  #8  
Alt 07.02.2019, 10:37
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Moinsen zusammen,
eigentlich würde man ja vermuten, dass ein andere Taufpate die Stelle des verstorbenen
Großvaters eingenommen hat, solche Fälle hab ich schon in einigen Kirchebücher
lesen können. Vielleicht hat der Pfarrer diesen Zusatz einfach vergessen...???
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Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #9  
Alt 07.02.2019, 11:21
usegen usegen ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Balle Beitrag anzeigen
Vielleicht ist er auf den Namen des Großvaters getauft worden.

Ja, das ist auch hier der Fall. Der verstorbene Großvater sollte sehr wahrscheinlich geehrt werden - dazu hätte doch aber die Namensgebung gereicht - oder?
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Viele Grüße
Uwe
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  #10  
Alt 07.02.2019, 11:29
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Zitat:
Zitat von holsteinforscher Beitrag anzeigen
eigentlich würde man ja vermuten, dass ein andere Taufpate die Stelle des verstorbenen Großvaters eingenommen hat, ... Vielleicht hat der Pfarrer diesen Zusatz einfach vergessen...???

Ja, die Fälle kenne ich auch, insbesondere bei "höhergestellten" Personen, die sich wohl sonst vor Patenanfragen kaum retten konnten, und die sich von Magd oder Köchin vertreten ließen - dies ist hier nicht dokumentiert. Immerhin konnten diese Paten im Falle des Falles noch wirtschaftlich zur Seite stehen ...
Auf jeden Fall war das Patenamt wohl auch ein Ehrenamt, was gewissse Verpflichtungen innehatte, die für einen Verstorbenen nur schwerlich leitbar waren - um so mehr, als er bei seinem Tode nichts von den Patenkindern wußte...


Mich wundert aber, dass die Kirche/ der Pastor einem solchen Patentum zustimmte.
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Viele Grüße
Uwe

Geändert von usegen (07.02.2019 um 11:31 Uhr)
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