Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Allgemeine Diskussionsforen > Lese- und Übersetzungshilfe
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Hinweise

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #11  
Alt 05.06.2017, 21:04
Balthasar70 Balthasar70 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.08.2008
Ort: bei Berlin
Beiträge: 1.521
Standard

Hallo in die Runde,

ich mach mal die Seite 3 (Rechtschreibfehler nicht korrigiert):

/ da in Jahr 76 war nichts mehr unser blos das Reise-
geld nach Waldenburg, und 38 Mark, nun fangt in einer
fremden Stat mit 38 M an? Wir waren fremd, und so
gerne Alois was verdient hette, bekam er keinen Posten
so viel Mühe er sich auch gab, Mari war immer noch Schulkind
dann kam Rochus ohne alle Mittel nach Hause, er war
in Wien lange krank gewesen, und sein Erspartes zugesetzt.
Wir blieben blos 1 Jahr in Waldenburg, wir hatten aber 700
Thaler? Schulden gemacht, bei größter Entberung, auch will
ich darüber schweigen, es war eine schwere Zeit, dann am
18. November 1877 Eröffneten wir in Donnerau ein kl[eines?]
Spezerei Geschäft, da Rochus es Erlernt hatte, so führte er es,
es wurde gerade die Bahn über Glatz gebaut, und da gabs
viel fremde Arbeiter dort, das Geschäft ging nicht schlecht
aber wir? waren zu viel Leute, und Rochus sehnte sich in eine
Stadt und Selbständig, da zahlte der Fater Rochus seinen
Antheil heraus, welcher selbstverständlich nicht groß war.
Er zog nach Reichenbach und wir führten das Geschäft fort, auch
der Bahnbau ging zu Ende, die fremden zogen weiter, und mit
ihnen viel von unsere Geld?, so das der Verdienst klein blib,
nun wollte der Fater einen Nebenverdinst, und kam um Bier
und Weinschank ein, da muste aber das Haus Gebaut werden
wir erhilten Konsession, zahlten aber viel Mithe, doch es ging:
Indessen heirathete Alois, richtete sich ein Geschäft ein, und
wir musten ihn Unterstützen, obwohl es jetzt heißt,
er habe gar nichts bekomen, doch ich will schweigen-
Indessen hatte der Fater die Absicht das Grundstick, wo wir
wohnten zu kaufen, weil wir alles für unser Geld musten
Einrichten lassen, was zu einen Geschäft gehert, und zahlten
doch auf ein solches die Mithe? wir wurden wegen den
Zahlungen nicht Einig, mit der Wirtin feindlich, und da in
Reimswaldau ein kl Geschäft zu Verkaufen war, kaufte es
der Fater und setzte indessen Mari darauf, bis wir zu
Weinachten nachkomen wolten. Doch Weinachten nahte,
und da machten wir keines nach Reimswaldau, doch
wir weren schon hin, wenn den Fater /
__________________
Gruß Balthasar70

Geändert von Balthasar70 (05.06.2017 um 21:45 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 05.06.2017, 21:35
Balthasar70 Balthasar70 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.08.2008
Ort: bei Berlin
Beiträge: 1.521
Standard

und weiter mit Seite 4:

Herr Martin nicht immer in Ohren gelegen hette, ihn sein in
Hof umgebautes Haus Abzuzahlen; weil nun der Fater gern in
Donerau gebliben wer, auch die Restaurazion gern behalten hette,
da doch die ganze Einrichtung, Tische, Bänke, Stühle, Sopfas, Bilder, Spigel, Lampen
Glaser, Flaschen, Fäßer, Ladeneinrichtung, Kolonade?, kurz alles uns geherte,
sagte sich der Fater, wo soll ich mit diesen Sachen hin? Pachteten wir, bekamen
auch Konsession darauf, doch nun solte es fein Eingerichtet werden, und trotz,
den, das unsere Verhältnisse? sehr beschrenkt waren, und wir fast alles selber
Bauen musten, verlangte Martin doch 90 Thaler Müthe, wir haben den
Gartenzaun, semtliche Kolonaden, Taffeln und Benke, Verschlag in Haus,
kurz alles, sogar in einer Stube das Tapezirn gezahlt, 1/4 Jahr ohne
Schank gesessen, zur Spezerei war es zu Entlegen, und was das Schlimste
war, in Winter konte kein Kind? wegen der Glätte welche die Martin
Jungen machten, in Sommer wegen den bösen Gänsen kommen,
und in Laden schikt jedes gern die Kinder; da ging das baare Geld
aufs Baun weg, das Geschäft ging schwach, wir hatten viele faule
Kunde, es kam oft nicht das nöthigste Geld ein, der Fater war
Gezwungen oft Wechsel zu geben, kaum waren wir 1/2 Jahr dort,
und mit den Bau fertig, wurde der gute Fater kränklich, hatte
imer Leiden, keine Freude am Geschäft, was doch sonst sein ganzes
bestreben war, tat er nun blos? __ Mus? - Die Krankheit kostete
Hunderte, wir hatten die berühmtesten Ärzte, bis er am
19 Januar 1886 abends 11 Uhr Erlag. Nun stand ich da ohne Gatten,
ohne Kinder (da auch Marichen 1885 den 5 t Oktober Braut gewesen war)
ohne Geld, 2 Wechsel fällig, das Begräbniß des guten Faters!-
Es stelle sich jemand in meine Lage. mein ganzes Herz hing an den
lieben Fater = Ich war kaum bei Sinnen, und hatte doch Niemand der
sich meiner annahm, die Kinder hatten ale? selber ein Geschäft
und weit?, so muste ich alles den Gläubigern überlassen, und mit sehr
wenig Habseligkeiten fort, = nun bin ich von allen Entblößt,
an Leib und Seele Gebrochen, der Barmherzigkeit der Söhne Preis
gegeben, obwohl mir Mari sehr zu Hilfe komt, O, das tut weh, wenn
ich heren muß, wir hetten nur nichts recht angefangen?
Obwohl wir von meiner Schwägerin Amalie 80 Gulden Erbten, kostete
uns ein Prozes mit Kluge? aus Waldenburg mehr wie das Doppelte.
Hette ich das Geld, was uns mein Magenkrampf kostete, da er so
heftig auftrat, das ich nicht Athmen konte; in höchsten Grad Leber
leidend, haben 24 sage vierundzwanzig Ärzte an mir durch die 25 Jahr
kurirt; ob das nicht Geld kostet, überlassen ich denjenigen, der sich einen
Begrif davon machen kann-. Gott Lob das er nun weg ist, jetzt
würde kein liebender Gatte sein letztes fir mich Opfern der liebe
Gott lohne es ihn, und laß mich bald zu ihm kommen.-
__________________
Gruß Balthasar70

Geändert von Balthasar70 (06.06.2017 um 09:52 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 05.06.2017, 22:50
Balthasar70 Balthasar70 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.08.2008
Ort: bei Berlin
Beiträge: 1.521
Standard

dann schließe ich noch die Lücke, hier Seite 2:

/ das der Fater Verzweiflungsvoll die Hände brechend sag___
Ich kann euch jetzt nicht mehr Ernehren - Ich sprach ihn Trost zu
bis er sagte, der alte Gott lebt noch, er wird doch helfen; aber ___
Ernteten sagt gar nichts, musten die Interessen borgen?, und
so elend wie möglich, um keine Eßschuld zu machen, da
wir aber doch den ganzen Saamen fürs nächste Jahr Borgen
musten, kam wir in die Schuld, das darauf folgende Jahr
bekam der Fater einen bösen Fuß, der Dokter sagte von einer
Amputazion; es war vor der Ernte und wir hatten 4 Kinder,
da uns am 13 Juni 1857 ein Sohn Ernst getauft worden war.
Jene Ernte ist mir unvergeßlich, 4 Kinder, kein Mädel, den
kranken Fater, er konte nicht von der Stelle, die aber weil
der liebe Gott hat nichts durchmachen lassen, kein Geld zu einen
Doktor zu gehen, da habe ich den Fuß mit Gottes Hilfe mit Schwarz-
wurzelbutter ausgeheilt, dabei kam der Herbst, die Pfosten
welche in Biesens? standen musten Verkauft werden, da
haben wir unsere beste Kuh aus den Stall geben müssen um
die Pfosten zu bezahlen; da sahen wir das es dort nicht
so fortgehen kenne, und haben alles Verkauft nachdem
wir in 2 Jahren 1400 Gulden verloren hatten. Wir
zogen? nach Klein Mahrau in die Hinter Schänke, waren aber
so ohne Mittel, das ich als wir den ersten Sonntag dort waren
muste 5 Gulden Borgen, um einen Gläubiger zu bezahlen.
Es ging uns gut, aber wir waren in allen Abgerissen,
wir und die Kinder musten sauber hergehen, die Kinder
krankten, der kl Ernst starb am 10 Juli 1858 den 11 Juni 1859
wurde wieder ein Sohn Robert getauft; das alles kostet Geld,
von was soll aber gespart werden, wenns immer Schlag
auf Schag geht - nach 2 Jahren ging unser Pacht aus, wir
bothen 20 Gulden mehr Miethe an, aber der Verpächter
zog selber ein, weil wir das Geschäft gehoben hatten.
Nun kam eine sehr bewegte Zeit, kein Wirtsgeschäft fand
sich nicht, gelebt wolte sein, da Pachtete der Fater ein großes
Haus, richtete ein kl Spezerei Geschäft mit Bäckerei ein, es fing auch
an und ging, doch bald hatten wir nicht nur unsere par Gulden,
sondern auch das was andern geherte weg, da wir als Anfänger
nur die Kunden bekamen, welche viel brauchen aber
sehr wenig bezahlen, die Mithe war hoch, /
__________________
Gruß Balthasar70

Geändert von Balthasar70 (05.06.2017 um 23:19 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 06.06.2017, 12:51
Benutzerbild von Gaby
Gaby Gaby ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.04.2008
Ort: Pressath, Oberpfalz
Beiträge: 3.904
Standard

Hallo,

S. 5

./. der Verdienst klein, Krankheit suchte uns heim, der kl(eine)
robert starb am 10 August 1861 der Fater hatte Tiphus und
Halsentzndung, durchgemacht, so zogen wir nachdem wir
alles bezalt hatten mit 3 Kindern und 28 Gulden in Priwatwohnung
der Fater ging auf Tagarbeit, weil es ncht aufs nöthigste
langte, ging ich mit ihm in Wald holzflößen um Verdienen
zu helfen, ich hatte nur aber die Hand zu sehr Angesträngt,
und auf den Flek wo sie 6 Jahre zuvor böse gewesen, wurde
sie wieder. nun saß ich 6 Wochen, wo ich nur das Allernöthigste
machen konte, das war eine schlechte Zeit - nun musten wir
trachten was anders anzufangen; da nahm ich meine
Halskette, versetzte sie gegen 8 Gulden mit diesen Geld
fingen wir Salathandel an, ach wie oft haben wir 2 Nächte
hinder einander nicht Geschlafen und Gedarbt um es zu
Pferd und Wagen zu bringen, wie oft hatten die Kinder

Rest S.5

noch ein Stikel Brod gemocht, es hatte keins, aber das Herz
Blutete, und trib zu neuer Tätigkeit an; endlich war Pferd
und Wagen angeschaft, aber auch das Geschäft erforderte
mehr Geld; dort ist manche Threne geflossen - doch Gott
auf dem der Fater imer Vertraute half uns und obwohl
ich schwer Krank an Leber und Bauchfellentzündung, und
fortwehrenden Magenkrampf (welchen ich durch 25 Jahr in
höchsten Grad hatte) gewesen war, konten wir doch das Geschäft
Vergrößern, so daß der Fater wenn der Grinzeighandel (Grünzeughandel) zu
Ende war, mit Getraide und Brettern handelte, bis iwr nach
Jahren, (nachden uns 1864 dem 8 Dezember ein Mädchen nahmens
Maria Getauft wurde) eine Stelle Pachten und, Kuh halten
konten; indessen war unser Sohn Rochus zur Schule nach
Freidenthal geschikt worden, das erste Jahr war er in Erbersdorf
2 folgende Jahre in Freidenthal in der Realschule, das kostete uns
viel Geld, Monatlich 8 - 12 Gulden fir Kost und Logi, wo bliben Bücher,
Zeichnenmaterial und Schreibreguisitten, Kleidund, Schuhe,
Schulgeld? was kostete der Musikunterricht? obwohl er sich durch
Fleiß und Dienst willigkeit seinen Studiengenohsen gegenüber sich
noch manches Verdienen muste, gab es doch für uns Opfer genug
Da besonders durch das Jahr 1866 der Fater viel Geld in Preusen
verloren hatte. O wir wusten oft sich wo das Kostgeld hernehmen.
__________________
Liebe Grüße
von Gaby


Meine Vorfahren: http://gw.geneanet.org/lobenstein14?lang=de

Geändert von Gaby (06.06.2017 um 12:59 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 06.06.2017, 13:04
Ulli2017 Ulli2017 ist offline weiblich
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.03.2017
Ort: Berlin
Beiträge: 14
Lächeln Danke sehr!

Liebe Gaby,

auch Dir erneut ein herzliches Dankeschön!

Liebe Grüße aus Berlin, Ulrike
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
19. jahrhundert , handschrift , lebensgeschichte , unleserlich

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 21:42 Uhr.