#1  
Alt 05.12.2020, 11:33
taraxacum taraxacum ist offline
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Standard Begriff "Hutmann" (1860, Schwarzhausen)

Hallo zusammen,

ich habe in einem Geburtseintrag von 1860 nach dem Namen des Vaters des Neugeborenen den Begriff "Hutmann" (in der Rubrik >>Tauf-und Zuname, auch Stand, Amt oder Gewerbe des Vaters<<) vorgefunden. Was ist darunter genau zu verstehen? War der Vater Hutmacher? Hutmacher in Schwarzhausen???
Hieß der Hutmacher zu der Zeit Hutmann?
Weiß jmd. etwas hierzu?

Beste Grüße

taraxacum
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  #2  
Alt 05.12.2020, 11:39
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo,
siehe hier
https://de.wikipedia.org/wiki/Hutmann

Falls da wirklich Hutmann steht. Ein Link würde uns helfen.
Viele Güße
Xylander
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  #3  
Alt 05.12.2020, 11:41
Benutzerbild von Nancy Barchfeld
Nancy Barchfeld Nancy Barchfeld ist offline
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Hallo taraxacum,

ich habe auch sehr viele Hut(h)männer unter meinen Vorfahren.

Hutmann ist ein alter Begriff bzw.eine Berufsbezeichnung für einen Viehhirten z.B Schafe oder Gänse.

Ich denke mit einem Hutmacher für Hüte hat dieser Beruf nichts zu tun.

http://historische-berufe.de/schaefer/

Viele Grüße Nancy
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  #4  
Alt 05.12.2020, 11:44
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

das Guhgeln nach "Hutmann" und "begriff" führt u.a. zu https://de.wikipedia.org/wiki/Hutmann

Ein Bergbau in der Gegend zu der Zeit ist im Netz zumindest auf die Schnelle nicht zu finden, hmm?

Nancys Hinweis trifft´s wohl, sh auch https://forum.ahnenforschung.net/arc.../t-175334.html

Frdle. Grüße

Thomas
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Geändert von Kasstor (05.12.2020 um 11:47 Uhr)
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  #5  
Alt 05.12.2020, 12:02
taraxacum taraxacum ist offline
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Hutmann = Viehhirte
Das scheint mir plausibel.
Vielen Dank euch allen, insbesondere Nancy!

Beste Grüße

taraxacum
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  #6  
Alt 06.12.2020, 20:46
taraxacum taraxacum ist offline
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Nochmal zum "Hutmann":
Im Link
http://historische-berufe.de/schaefer/
steht unter "Schäfer", dass "Hutmann" eine Bezeichnung für diesen Beruf wäre.

Ich habe in ein und demselben KB-Eintrag einer Trauung den Fall, dass der Vater des Bräutigams mit dem Beruf "Schäfer" aufgeführt wurde, der Vater der Braut ist mit dem Beruf "Hutmann" registriert.
Demnach ist "Schäfer" nicht der gleiche Beruf wie "Hutmann". Der Schäfer ist mit Schafen beschäftigt, der Hutmann mit Tieren überhaupt. Die Definition von Nancy, "Hutmann"= Viehhirt ist da wohl am treffendsten.

[Ich habe gelernt: "Hut-" von Hutmann kommt von hüten, nicht von dem Hut, den man auf dem Kopf trägt.]

Geändert von taraxacum (06.12.2020 um 21:40 Uhr)
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  #7  
Alt 09.12.2020, 13:42
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viktor viktor ist offline männlich
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Ich möchte noch hinzufügen, dass ein Viehhirte ein durchaus anerkannter und angesehener Beruf war. Da dürfen wir uns nicht den dümmlich grinsenden Knaben vorstellen, der mit einer Blume im Mund auf der Wiese liegt, wie in der Käsereklame.
Der Viehhirte betreute das Milchvieh der gesamten Gemeinde, er war zuständig für die Zucht, die Gesundheit und gegebenenfalls für die Veräußerung des Viehs. Gerade auf die Gesundheit des Viehs hatte er besonders zu achten. Es gab nicht die Menge an Tierärzten, wenn überhaupt.
Ein Viehhirte konnte es zu einem gewissen Wohlstand bringen. Auf alten Stichen wurden sie gerne mit reichlich Goldmünzenschmuck an der Westenkette dargestellt.
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  #8  
Alt 10.12.2020, 21:04
taraxacum taraxacum ist offline
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@ Viktor
Herzlichen Dank für die weiteren Infos zum "Hutmann"!
Woher weißt du das alles?

Beste Grüße

taraxacum
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  #9  
Alt 10.12.2020, 21:12
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viktor viktor ist offline männlich
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In diesem Falle aus einem alten Buch aus dem Beginn des 20.Jhdt. Das hieß "Thüringen, wie es vor 100 Jahren war" oder so ähnlich aus dem Rockstuhl Verlag. Da wurden etliche alte Berufe vorgestellt, ich erinnere mich u.a. an die Köhler oder auch die Harzpichler. Das ist hochspannend hinsichtlich auch der Ökologie und der Wirtschaftstechnologie.
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  #10  
Alt 10.12.2020, 21:14
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Zitat:
Zitat von viktor Beitrag anzeigen
Ich möchte noch hinzufügen, dass ein Viehhirte ein durchaus anerkannter und angesehener Beruf war. Da dürfen wir uns nicht den dümmlich grinsenden Knaben vorstellen, der mit einer Blume im Mund auf der Wiese liegt, wie in der Käsereklame.
Der Viehhirte betreute das Milchvieh der gesamten Gemeinde, er war zuständig für die Zucht, die Gesundheit und gegebenenfalls für die Veräußerung des Viehs. Gerade auf die Gesundheit des Viehs hatte er besonders zu achten. Es gab nicht die Menge an Tierärzten, wenn überhaupt.
Ein Viehhirte konnte es zu einem gewissen Wohlstand bringen. Auf alten Stichen wurden sie gerne mit reichlich Goldmünzenschmuck an der Westenkette dargestellt.
Das sieht man beispielsweise auch in der Wolfenbütteler Kopfsteuerliste: die Viehhirten hatten eine höhere Steuer als selbst ein Ackermann zu entrichten.
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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