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  #11  
Alt 08.10.2019, 12:37
assi.d assi.d ist offline weiblich
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Zitat:
Bei Benutzung der Spaltenbücher ab ca. 1799 sind derartige häßliche Einlassungen der Pfarrer dann kaum noch zu finden.
Richtig. Die Verwendung ist m.M.n. überwiegend im 18. Jhd. zu finden. Noch nicht mal im 17. Jhd. waren die Pfarrer so gehässig in der Wortwahl.

Gruss
Astrid
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  #12  
Alt 09.10.2019, 00:50
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Man darf wohl nicht den Fehler machen, Sitten und Gebräuche aus vergangenen Zeiten mit unseren heutigen Maßstäben zu messen.
Sehe ich auch so.

Zitat aus dem Schweizerischen Idiotikon:
- Hüreli: eine kleine Person, wahrsch. direkt von huren, kauern, vergl. Höck von hocken [...]
- hüren: verkürzt aus hüraten. Hett ich nöd g'heuret, so hett ich kein Kind.
- Huer: Hure. Ein Mädchen, das ein uneheliches Kind geboren hatte, musste am Sonntag vor dem Gottesdienst mit brennender Kerze in der Hand, einen Strohkranz auf dem Kopf, ein Täfelchen mit der Inschrift "H." auf der Brust, neben dem mit rotem Mantel angetanen "Landesläufer" vor der Kirchentüre stehen. [Leider gibt es dazu keine genaueren Zeitangaben.]

Der Begriff wird nicht jederzeit negativ verwendet, wohl aber vor allem im uns bekannten Kontext.

Anders beim Begriff Dirne, der noch im 19. Jhd. als "Jungfrau, Mädchen" verwendet wurde, im 18. Jhd. als "Tochter" und im 16. Jhd. als "Magd". So ändern sich Bräuche, aber auch die Sprache.
__________________
Viele Grüsse von Garfield

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  #13  
Alt 11.10.2019, 16:31
Verano Verano ist offline
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Beiträge: 6.641
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Man darf wohl nicht den Fehler machen, Sitten und Gebräuche aus vergangenen Zeiten mit unseren heutigen Maßstäben zu messen.

Sehe ich auch so.


Das war zur damaligen Zeit ein Schimpfwort.

Ich habe auch so ein armes Geschöpf in meiner Ahnenliste.
Sie muss zur Bestrafung eine öffentliche Sündenbuße ablegen.


Mephisto tötet durch Faust ihren Bruder Valentin, der sie noch im Sterben als ehrlose Hure öffentlich bloßstellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gretchentrag%C3%B6die
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #14  
Alt 28.10.2019, 17:45
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 1.437
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Mädchen, die unverheiratet ihre Jungfräulichkeit verloren, wurden oft genug nicht nur als Hure bezeichnet, sondern auch so, bzw. als Freiwild, behandelt. Genauso, wie vielfach galt, dass eine Hure nicht vergewaltigt werden kann.
__________________
Gruß Asphaltblume
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  #15  
Alt 30.10.2019, 16:43
Benutzerbild von Karla Hari
Karla Hari Karla Hari ist offline
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Registriert seit: 19.11.2014
Beiträge: 4.575
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ich kann das noch überbieten


eine Frau wurde in der Mühle vergewaltigt und schwanger
der Pastor schrieb dann:
der Schelm hat der Hure das Maul zugehalten und sie wollen töten (anno 1683)


Die Vergewaltigte war also die Hure und der Vergewaltiger ein Schelm. Ich nehme an, dass die Bedeutung bzw. Bösartigkeit der Wörter damals stark anders gemeint war als heute. Andernfalls müsste man den Pastor als Idiot abkanzeln.
__________________
Lebe lang und in Frieden
KarlaHari

Geändert von Karla Hari (30.10.2019 um 16:47 Uhr)
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  #16  
Alt 30.10.2019, 17:54
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist gerade online
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Registriert seit: 02.11.2009
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Beiträge: 4.169
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Zitat:
Zitat von Nebelmond Beitrag anzeigen
Hallo Wynne,
in Mecklenburg war es ja allgemein noch human mit den Unmutsbekundungen diverser Pfarrer. Forsche mal in anderen Gegenden, Sachsen oder auch zum Teil Sachsen-Anhalt da könnte man ein ganzes Pamphlet zusammenstellen zum Thema "niederträchtige, demütigende Äußerungen" aus den Kirchenbüchern, wenn eine unverheiratete Frau ein Kind bekam oder die Braut bei der Hochzeit bereits schwanger war.

LG Nebelmond

Stimmt, in Meck-Pom habe ich auch schon einen Traueintrag gefunden in dem die Braut als Hure bezeichnet wurde, obwohl sie den Vater des Kindes später geheiratet hat. In einem wurde aber nur dazu geschrieben, das die Braut bei der Trauung hochschwanger war. Das Kind kam dann paar Tage später zur Welt.

In Sachsen Anhalt hab ich das bisher allerdings noch nie gelesen.


LG Silke
__________________
Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
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