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  #11  
Alt 04.06.2022, 19:14
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Es gab einen Premier-Leutnant von Glan im IR 10 ap in Bielefeld, der nahm 1804/05 seinen Abschied.

Hier wird ein Johann Georg Carl von Glan, Major in der Deutschen Legion erwähnt.

In der Chronik der Legion (2 Bände!) konnte ich keinen Glan im Offiziersverzeichnis entdecken. Der erwähnte war mit einer Amailie v. Zastrow verheiratet gewesen.

Hier wird ein Major Johann Georg Carl von Glan zu Warendorf erwähnt - hilft aber auch nicht.

Bleibt also die Frage: Wer war dieser John Charles de Glen, 1806 in Sussitz / Sussex?
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  #12  
Alt 05.06.2022, 10:39
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Ich habe nochmals nach dem Werdegang der einzelnen Personen geschaut.

Dieser früher altpreußische, später englische Offizier von Glan läßt sich für mich einfach nicht festmachen. Er soll angebl. 1832 verstorben sein. In einer Liste der verstorbenen ehemaligen pr. Offz. von 16.9.1831 bis 15.11.1833 kann ich ihn nicht finden. Dann soll er angebl. Zollbeamter gewesen sein. Doch in den Veröffentlichungen der Personalveränderungen im entspr. Regierungsbezirk finde ich ihn auch dort nicht.

Besser sieht es mit unserem Freund Carl ... Leander v. Glan aus.

Er wurde Anfang 1832 nach 9jähriger Dienstzeit in der preußischen Armee als Unteroffz., zuletzt in der Kavallerie des II. Bataillons des 15. Landwehr-Regiments mit Garnisonen I. in Minden, II. in Paderborn u. III. in Bielefeld zum Unterleutnant befördert. Noch 1832 unterzog er sich einer Prüfung, die er bestand, damit zum Kopisten geeignet befunden und zur recht baldige Beschäftigung in einer Behörden empfohlen wurde.

1834 kam er in die Verwaltung der indirekten Steuern in Westphalen, und zwar als Grenzaufseher zu Fuß in Wilnsdorf. Später war er bekanntlich berittener Grenzaufseher, Steuerinspektor und starb als Obersteuer-Controleur und Hauptsteueramts-Assistent in Rheine.

Er blieb aber ein armer Mann. Denn zws. 1861-1865 kam es zu 2 Prozessen, weil sein Sohn Rhaban ein Buch aus der Bibliothek des Mindener Gymnasiums nicht zurückgegeben hatte. Dieser war minderjährig, also hielt man sich an seinen Vater - der aber als zahlungsunfähig eingestuft wurde.

Rhaban ging zum preußischen Militär, und zwar:
8.11.1861 Eintritt in die Armee, hier: 6. Westphälische IR Nr. 55, 1.7.1863 Uffz., 1864 Feldzug gegen Dänemark, bspw. Eroberung der Düppler Schanzen, Eroberung der Insel Alsen, 22.2.1864 belobigt und am 22.5.1864 wegen seiner Umsicht und Tapferkeit zum Unterleutnant befördert, nahm 1866 am Feldzug bei der Main-Armee teil, gilt nach einer Recherche aus dem Ende der 1890er Jahre als "seit 1.7.1866 vermißt".

MfG
Manni

Geändert von Manni1970 (07.06.2022 um 08:24 Uhr)
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  #13  
Alt 05.06.2022, 12:25
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Kurzer Nachtrag:
Der altpreußisch-englische Offizier ist raus. Hätte ich auch früher sehen können...

Dieser heiratete als Leutnant des IR 10 ap am 18.3.1802 in Soest die Amalia v. Zastrow. Am 2.11.1818 wurde deren Sohn Wilhelm Franz Johann Leopold Carl v. Glan in Soest geboren, weil die Mutter blind (!) war, wurde er zu seiner Großmutter Zastrow verbracht, wo er bereits am 15.11. verstarb. Der Vater wurde als Hauptmann in englischen Diensten in Warendorf bezeichnet.

Wenn das Ehepaar 1802 heiratete und 1818 noch verheiratet war, kann dieser Carl v. Glan natürlich nicht um 1806 in Sussex mit einer Frau Schmidt verheiratet gewesen sein.
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  #14  
Alt 05.06.2022, 14:15
kulibali kulibali ist offline
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Kurzer Nachtrag:
Der altpreußisch-englische Offizier ist raus. Hätte ich auch früher sehen können...

Dieser heiratete als Leutnant des IR 10 ap am 18.3.1802 in Soest die Amalia v. Zastrow. Am 2.11.1818 wurde deren Sohn Wilhelm Franz Johann Leopold Carl v. Glan in Soest geboren, weil die Mutter blind (!) war, wurde er zu seiner Großmutter Zastrow verbracht, wo er bereits am 15.11. verstarb. Der Vater wurde als Hauptmann in englischen Diensten in Warendorf bezeichnet.

Wenn das Ehepaar 1802 heiratete und 1818 noch verheiratet war, kann dieser Carl v. Glan natürlich nicht um 1806 in Sussex mit einer Frau Schmidt verheiratet gewesen sein.
Vielen Dank für deine ganze Mühe.
Es ist für mich ein Wunder wie du die Infos aus dem nichts zaubern kannst, während ich seit Jahren nicht weiter kam.
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  #15  
Alt 05.06.2022, 18:11
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Ich habe bei Ancestry, hier England, nach unserem Freund Johan Charles de Glen und Gattin geschaut. M.E. ist da nichts mehr zu holen als den vorliegenden Tf-Eintrag ihres Sohn Carl ... Leander.

Dann habe ich ein UK-Wappenbuch nach Glen, Glan durchgesehen:
Sir Bernard Burke: The General Armory of England, Scotland, Ireland and Wales. London 1884.

Die paar genannten Glen-Wappen zeigen alle Vögel (Seeschwalbe) u. Glan gibt es gar nicht.

Daher die Frage an die Heraldiker:

Kann man bei dem hier gezeigten Wappen ausschließen, daß es aus Großbritannien oder Frankreich kommt?

MfG
Manni
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  #16  
Alt 06.06.2022, 22:45
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Die Sache mit dem Wappen scheint hier eine Sackgasse zu sein. Du könntest es mal im Partnerforum Heraldik im Netz versuchen. Vl. hat da noch jemand eine Idee.

Da der Major in englischen Diensten raus ist, habe ich nach Carl ... Leander v. Glans militärischem Werdegang geschaut:

1823 Eintritt ins pr. Militär
1828 Unteroffizier im Kürassierregiment Nr. 4 in Neuhaus [andere Teile des Rgts. lagen in Lippstadt u. Paderborn].
1832 Unteroffizier in der Kavallerie des II. Bataillons des Landwehrregiments Nr. 15.
28.1.1832 Beförderung zum Unterleutnant (Sekondeleutnant).
1832-1839 in der Kav. des II. Btl. des LwRgt. Nr. 15.
16.10.1839 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15 ins I. Btl.
17.9.1840 von der Kav. des I. Btl. des LwRgt. 15 zur Kav. des II. Btl. des LwRgt. 13.
1843/44 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 13 zum III. Btl.
18.4.1848 Beförderung zum Oberleutnant (Premierleutnant).
17.5.1850 von der Kav. des III. Btl. des LwRgt. 13 zur Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15.
19.4.1851 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15 als zeitweiser Eskadronführer zum III. Btl.
11.10.1851 von der Kav. des III. Btl. des LwRgt. 15 ins LwBtl. des 37. Infanterieregiments.
13.4.1852 von der Kav. des LwBtl. des 37. IR mit der Uniform der Kav. des LwRgt. 15 und den vorschriftsmäßigen Abzeichen für Verabschiedete den Abschied erhalten.

Er war Träger der Landwehr-Dienstauszeichnung.

MfG
Manni
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  #17  
Alt 07.06.2022, 16:05
kulibali kulibali ist offline
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Hallo!

Die Sache mit dem Wappen scheint hier eine Sackgasse zu sein. Du könntest es mal im Partnerforum Heraldik im Netz versuchen. Vl. hat da noch jemand eine Idee.

Da der Major in englischen Diensten raus ist, habe ich nach Carl ... Leander v. Glans militärischem Werdegang geschaut:

1823 Eintritt ins pr. Militär
1828 Unteroffizier im Kürassierregiment Nr. 4 in Neuhaus [andere Teile des Rgts. lagen in Lippstadt u. Paderborn].
1832 Unteroffizier in der Kavallerie des II. Bataillons des Landwehrregiments Nr. 15.
28.1.1832 Beförderung zum Unterleutnant (Sekondeleutnant).
1832-1839 in der Kav. des II. Btl. des LwRgt. Nr. 15.
16.10.1839 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15 ins I. Btl.
17.9.1840 von der Kav. des I. Btl. des LwRgt. 15 zur Kav. des II. Btl. des LwRgt. 13.
1843/44 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 13 zum III. Btl.
18.4.1848 Beförderung zum Oberleutnant (Premierleutnant).
17.5.1850 von der Kav. des III. Btl. des LwRgt. 13 zur Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15.
19.4.1851 von der Kav. des II. Btl. des LwRgt. 15 als zeitweiser Eskadronführer zum III. Btl.
11.10.1851 von der Kav. des III. Btl. des LwRgt. 15 ins LwBtl. des 37. Infanterieregiments.
13.4.1852 von der Kav. des LwBtl. des 37. IR mit der Uniform der Kav. des LwRgt. 15 und den vorschriftsmäßigen Abzeichen für Verabschiedete den Abschied erhalten.

Er war Träger der Landwehr-Dienstauszeichnung.

MfG
Manni
Vielen Dank für deine Hilfe, bei dem Forum zu fragen ist eine gute Idee. Zu Leander, ist er denn gleichzeitig beim Militär und steueraufseher bzw Grenzcontrolleur gewesen? War das üblich?

LG kuli
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  #18  
Alt 07.06.2022, 17:58
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Zitat:
Zitat von kulibali Beitrag anzeigen
... ist er denn gleichzeitig beim Militär und steueraufseher bzw Grenzcontrolleur gewesen?
Er war zunächst hauptberuflich Soldat, weil er sich dort gut angestellt hatte, wurde er Unterleuntnant und erhielt nach der erwähnten Prüfung eine Zivilversorgung als Beamter in der Steuerverwaltung.

Jetzt war er hauptberuflich Grenzaufseher, später Obersteuer-Controleur usw. Gleichzeitig aber Offizier in der preußischen Landwehr, mußte also bei den Übungen bei seinem Bataillon erscheinen.

Hier kannst Du sehen, daß er 1836 zu einer Übung nach Paderborn kam und standesgemäß im Preußischen Hof bei Witwe Meyer logierte.

Deshalb wunderte es mich ja, daß er später als Oberleutnant a.D. nicht mal genug Geld hatte, um das von seinem Sohn entwendete Buch zu ersetzen.
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  #19  
Alt 07.06.2022, 23:10
kulibali kulibali ist offline
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Er war zunächst hauptberuflich Soldat, weil er sich dort gut angestellt hatte, wurde er Unterleuntnant und erhielt nach der erwähnten Prüfung eine Zivilversorgung als Beamter in der Steuerverwaltung.

Jetzt war er hauptberuflich Grenzaufseher, später Obersteuer-Controleur usw. Gleichzeitig aber Offizier in der preußischen Landwehr, mußte also bei den Übungen bei seinem Bataillon erscheinen.

Hier kannst Du sehen, daß er 1836 zu einer Übung nach Paderborn kam und standesgemäß im Preußischen Hof bei Witwe Meyer logierte.

Deshalb wunderte es mich ja, daß er später als Oberleutnant a.D. nicht mal genug Geld hatte, um das von seinem Sohn entwendete Buch zu ersetzen.
Achso, das erklärt es natürlich.
Das er verarmt war wundert mich auch, vielleicht war er ja ein Spieler oder Trinker, das gab es ja damals auch schon.

Mich wundert das es nichts zu seinen Eltern gibt oder zur Einwanderung nach Preußen. Naja vielleicht gibt die Chronik v. Glan einen Anhaltspunkt, wenn die Fernleihe sie liefert.
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  #20  
Alt 28.06.2022, 22:07
kulibali kulibali ist offline
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Heute kam endlich die Chronik von Kuno von Glan an, daher ein Update.

In der Chronik fand ich zwei neue Hinweise zum einen heißt es darin Zitat:
„In der Stadt Hannover lebte 1920 ein Markscheider von Glan mit seiner Familie.
Ich habe ihn aufgesucht und. festgestellt, daß Verwandte dieser Familie
in Eisleben in der Provinz Sachsen als untere und mittlere Beamte ansässig waren.
Er hat mir eine Pettschaft gezeigt, aus der sich ergab, daß es sich um unser Wappen [angehängt] handelt.
Leider konnte er seine Vorfahren nicht über seinen Großvater hinaus angeben, so daß die direkte Abstammung von unserem Geschlecht nicht festgestellt werden konnte.
Ich vermute, daß es sich um Nachkommen des Johann Georg
Karl von Glan handelt, der in Stickhausen am 6. 4. 1771 geboren und im Jahre 1832 in Warendorf bei Münster gestorben ist.
Er war preußischer Offizier. Nach dem Zusammenbruch Preußens in den napoleonischen Kriegen trat er in englische Dienste. […] Aus den Familienaufzeichnungen ergibt sich aber, daß der Major Karl von Glan mit einer Regierungsrätin ............ außer der Ehe einen Sohn erzeugt hat, den er adoptiert haben soll. Dieser Sohn kann aber nicht adoptiert gewesen sein, weil der Vater eheliche Kinder hatte aus seiner ersten Ehe mit Amalie von Glan geb. von Zastrow. […] Der außereheliche Erzeuger kann seinem Sohn aber per rescriptum principis die Stellung eines ehelichen Sohnes verschafft haben.“

Also das ist sehr interessant, nach Hannover habe ich zwar noch keine direkte Verbindung gefunden, allerdings nach Eisleben. Wenn er ein Siegel mit dem Familienwappen hatte, ist es ja zumindest wahrscheinlich, dass es die selbe Familie von Glan ist.

Zum anderen gibt es noch einen weiteren Hinweis, auf eine ausgestorbene Familie von Glan aus Severinghausen, die ein „völlig anderes“ Wappen gehabt haben soll.
Das ist ein Gut was sich ebenfalls im Kreis Warendorf befindet. Dazu gibt es einen Bestand im Landesarchiv Münster das Unterlagen einer Familie von Glaen besitzt.

Bei Gelegenheit werde ich in Münster die Unterlagen sichten.

Soweit erstmal das Update

LG Kuli
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