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  #1  
Alt 21.08.2008, 17:18
emma2412 emma2412 ist offline weiblich
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Registriert seit: 12.10.2007
Ort: Österreich
Beiträge: 457
Standard Köstenbauer

Hallo,

ich suche schon eine Weile nach der Bedeutung des Namens Köstenbauer (Kößtenbauer), welcher im 19. Jahrhundert in meine Ahnenlinie im südsteirischen Raum auftaucht.

Freue mich über jeden Hinweis. Meine Vermutung geht nach hin zu einem Beruf .. aber was könnte das sein
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  #2  
Alt 21.08.2008, 19:30
Marlies
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Beiträge: n/a
Standard RE: Köstenbauer

Zitat:
Original von emma2412
Meine Vermutung geht nach hin zu einem Beruf
Hallo Emma,

ich denke, Deine Vermutung ist richtig: er oder einer seiner Vorfahren war Bauer, das "Kösten" müsstest Du erforschen: gab/gibt es in dem Ort, in dem er lebte, eine Flur, die Kösten genannt wurde? Dass er also "auf der Kösten lebte und deswegen der Köstenbauer war?
Eine weitere mögliche Erklärung wäre auch: Koste/Kostung/Kösten: 1. Kosten, Ausgaben, Aufwand, 2. Zehrung, Speise, Beköstigung (aus dem Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung in Bayern und Österreich von Reinhard Riepl)

Grüße über die Grenze
Marlies
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  #3  
Alt 21.08.2008, 19:39
carinthiangirl carinthiangirl ist offline
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Beiträge: 1.581
Standard RE: Köstenbauer

Hallo - hier Tirol
Das könnte mit Kastanien zu tun haben
http://www.murg-camping.ch/kastanien.jpg
Bei uns in Tirol nennt man diese volksmundlich Kösten. Hier in Nordtirol hört sich das Wort im Dialekt aber eher wie Kesten an.
Der Ausdruck ist ursprünglich aus Südtirol.
Vielleicht ist dir das herbstliche TÖRGGELEN ein Begriff. Dort wird der neue Wein mit gerösteten Kastanien verabreicht. Viele Busunternehmen organisieren heutzutage im Herbst solche Törggelen-Fahrten nach Südtirol. Mir kommt fast vor, daß auch z.B. deutsche Busveranstalter Südtirol dazu anfahren.
Bei uns jedenfalls sind KÖSTEN wohlbekannt

http://www.arcalpin.it/pdf_de/suedtirol_im_herbst.pdf
http://www.fischerkeller.it/deu/torggelen.php
http://www.kalterersee.com/de/news/n...arktplatz.html

Also unter einem Köstenbauer kann ich mir allemal was vorstellen. Das könnte schon auf einen Beruf in früheren Zeiten in diese Richtung hinweisen.
Vielleicht hat die mal einer der Ahnen vermarktet. Keine Ahnnug was man mit denen so alles gemacht haben könnte.
http://www.marling.de/Fotoaktuell/gl...tanien_08b.jpg
Es gibt zum Beispiel auch Kastanien-Honig
http://picture.yatego.com/images/44c..._kastanien.png

Hast du vielleicht Südtiroler Ahnen in dieser Linie?
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  #4  
Alt 21.08.2008, 20:27
Udo Wilhelm Udo Wilhelm ist offline
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Registriert seit: 20.03.2006
Beiträge: 302
Standard

Hallo Emma,

nimmt man eine andere Region mit einem anderem Dialekt, könnte es
sich hierbei um den Kastenbauer handeln.

KASTENBAUER, m. der auf einem kastengut sitzt,
unterthan eines kastenamts; auch kastenmeier. pl.
kastenleute.

Kastenamt, Verwaltung eines landesfürstlichen Speichers (Kornhaus).

Lieben Gruß
Udo
__________________
Erinnerungen bringen uns in die Vergangenheit und Träume in die Zukunft
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  #5  
Alt 21.08.2008, 20:31
Dorothea Dorothea ist offline weiblich
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Registriert seit: 01.03.2008
Ort: Berliner Umland
Beiträge: 1.407
Standard RE: Köstenbauer

Hallo,
mir drängt sich bei dem Namen/Begriff "Köstenbauer" auch eine andere Möglichkeit auf. War er vielleicht kein "Bauer" im Sinne eines Landwirtes, sondern einer, der etwas "gebaut", "hergestellt" hat?

Irgendwie scheint mir eine klangliche Nähe zum Kistenbauen, Kastenbauen. Vielleicht gab es eine mundartliche Abweichung für "Kiste", "Kasten" in dieser Gegend?

Ich bin gespannt auf die Lösung

Gruß - Dorothea

Na super, hier war jemand schneller
__________________

Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
--------------------------------------------------------



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  #6  
Alt 21.08.2008, 20:40
carinthiangirl carinthiangirl ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.08.2006
Beiträge: 1.581
Standard RE: Köstenbauer

Eigentlich bewegen wir uns bei den alpenländischen Dialekten
Das wäre allemal vom geographischen her am naheliegendsten.

Ich denke es wäre wie gesagt interessant ob diese Köstenbauer in die Steiermark einwanderten oder schon immer dort waren. Dann könnte man ernsthaft weiterreden wie das dialektmäßig weiter abzuhandeln ist....
Jedenfalls wanderten viele Südtiroler in die Steiermark. Das ist mir jedenfalls bekannt. Es kommt darauf an, ob diese Köstenbauer nun Steirer waren oder wurden. Wenn letzteres wäre auch noch der Zeitpunkt interessant, wann dies passierte. Wie gesagt bei der "Option" kamen schon einige aus Südtirol dorthin.....aber auch schon in früheren Zeiten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Option_in_S%C3%BCdtirol

Die Mormonen haben jedenfalls welche aus Möllbrücke in Kärnten in der Liste.
Das ist auch schon ziemlich nahe zu Südtirol.
Übrigens wird das südsteirische Weinbaugebiet die "Steirische Toskana" genannt wird und ist bekannt für seine Weine.
Aber es gibt auch Wein in der West- und Südoststeiermark.
http://www.steiermark.at/cms/ziel/90727/DE/
Wein und Kastanien gehören halt zusammen

Und hier ist auch gleich der Hinweis, daß auch die Steirer zu den Kastanien Kesten sagen
http://www.chefkoch.de/forum/2,14,44...teiermark.html

Hallo - emma2412
eine Frage - wohnst du in einer Kesten/Kösten-unbekannten Gegend in Österreich
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  #7  
Alt 21.08.2008, 21:13
carinthiangirl carinthiangirl ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.08.2006
Beiträge: 1.581
Standard Steiermark kulinarisch und Kastanienbauern

Sturm gibt's schon bald nach der Weinernte. Am Rande aller Weinstrassen kann man ihn in Buschenschanken oder an Kiosken verkosten, und dazu sollte man unbedingt geröstete Edelkastanien essen, in Wien Maroni genannt, in der Steiermark Kesten.
http://www.cuisine.at/rezept_0620775...steiermark.php


Bücher für Kastanienbauern:
http://www.kastanien.it/kastanienver...nliteratur.php

Der Herr der Kastanien
Ob Kastanienmehl, Kastanienmarmelade oder Kastanienbier - für den Korsen Jean-Paul Vincensini gibt es beinahe kein Produkt, das nicht aus Kastanien gewonnen werden könnte. Der größte Kastanienbauer der Insel hat dafür sein eigenes Unternehmen gegründet: Vincensini und Söhne. Dabei verfolgt der Bauer eine durchaus wichtige Mission: die sterbenden Kastanienwälder Korsikas wieder zu beleben und die Kastanien, wie in alten Zeiten, erneut zum "Brot der Korsen" zu machen.
http://www.foodfreak.de/index.php?/a...in-Europa.html

Also tut mir leid - für mich als Österreicherin ist für Köstenbauer der Kastanienbauer am naheliegendsten - was sonst. Da brauche ich keine klangliche nähe zu Kiste oder Kasten suchen.
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  #8  
Alt 21.08.2008, 23:08
carinthiangirl carinthiangirl ist offline
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Beiträge: 1.581
Standard Die Keschte-Kösten-Kesten-Keschtn-Köschtn

Na, also - sogar in Deutschland kennt man die so
http://www.wildweb.de/schlemmen/pfarez/pf18.html

Die alte "Keschte" von Dannenfels
“Keschte” ist eine typisch mundartliche Bezeichnung in Rheinland-Pfalz für die Marone, auch Eßkastanie genannt. Dieser Baum mit dem botanischen Namen “Castanea sativa” soll von einem begüterten Ministerialgeschlecht, den Bolandern, angesiedelt worden sein, nachdem sie die essbare Frucht als Teilnehmer an Kreuzzügen im Mittelmeerraum kennengelernt hatten.
http://www.altebaeume.de/Dannfels.html
http://blog.signal77.de/wp/1701_kesc...tanien-maronie

Im frühen Mittelalter war die Edelkastanie im südlichen Europa eine wichtige Nahrungspflanze. Der Langobarden-König Rothari führte sie 641 in seiner Liste der geschützten Bäume auf, Ende des 8. Jahrhunderts befahl Karl der Große im Capitulare de villis ihren Anbau auf Königsgut. Im 10. Jahrhundert waren die castagnatores eine eigene Form der Bauern. Klöster forsteten viele Berggebiete mit Edelkastanien auf. Kastanien waren zu dieser Zeit überall nur ein Nahrungsmittel von mehreren. Sie wurden frisch und getrocknet, roh oder gekocht, geröstet oder als Mehl verspeist. In Berggebieten war sie besonders im Winter eine wichtige Nahrungsquelle. Im 11. bis 13. Jahrhundert intensivierte sich aufgrund des Bevölkerungswachstums der Kastanienanbau in den Gebieten, wo kein Getreide angebaut werden konnte. Kastanien wurden immer mehr das Brot der Armen. Die wichtigste Konservierungsmethode war damals das Trocknen, teilweise durch Räuchern. Das Mehl war ein bis zwei Jahre haltbar. Im 12. Jahrhundert kam in der Lombardei das Wort Marroni auf, mit dem Kastanien der besten Qualität, groß, süß, schmackhaft und leicht zu schälen, bezeichnet wurden.Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert stieg der Anbau von Edelkastanien weiter an. Zentren waren die Gebirge der Iberischen Halbinsel, Zentral- und Süd-Frankreich, Zentral- und Nord-Italien, Tessin und der Balkan. Unabhängig vom jeweiligen Land ähnelten sich die Kastanien-Kulturen, die von Emmanuel Le Roy Ladurie Internationale der Armut und der Kastanie genannt wurde. Die Kastanie war in diesen Gebieten vielfach die praktisch einzige Nahrungsquelle. Je nach Region wurden ein bis zwei Bäume für die ganzjährige Ernährung einer erwachsenen Person veranschlagt
http://de.wikipedia.org/wiki/Edelkastanie

http://eisacktal.suedtirol.com/topth...-eisacktal.php
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  #9  
Alt 25.08.2008, 12:09
Szillis-Kappelhoff Szillis-Kappelhoff ist offline
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Beiträge: 318
Standard

Hallo,
mir drängt sich eher Kistenbauer = Kistemaker = Sargmacher (Tischler) auf.

Beate
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  #10  
Alt 25.08.2008, 19:14
carinthiangirl carinthiangirl ist offline
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Beiträge: 1.581
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Ja, das paßt auch unbedingt zur Steiermark und zu den alpenländischen Dialekten, derer ihr alle so mächtig seid
Kein Mensch sagt bei uns zu einer Kiste > Köste und schon gar nicht zu einem Sarg. Kistemaker wird man bei uns auch keinen finden. Das ist doch wirklich "nordisch". Das Wort "Maker" existiert bei uns nicht, ein "Macher" ist hier im Dialekt ein MOCHA.
Man sollte doch der Dialekte mächtig sein, über die man spricht bzw. sie kennen.
Die Edelkastanien jedenfalls wird schriftlich Kösten geschrieben , gesprochen wird es Kesten - im Dialekt hört sich das ö wie e an - speziell die Tiroler sprechen das st als scht (Innsbruck zum Beispiel wird von den Tirolern NUR "Inschbrugg" gesprochen. ). Also werden die Keschtn draus - das e in der Endung wird dabei "verschluckt". Sehr oft wird dann auch das Dialektwort geschrieben oder auch mit dem Ö also Köschtn. Das wird nicht so genau genommen, wenn man zum Beispiel so die diversen Törggelen-Links aus Südtirol im Internet ansieht.

> Die stärkehaltigen Maronen sind das Notbrot für viele Menschen gewesen. U.a. wurden die getrockneten Früchte zu Mehl verarbeitet und diese dann zum sog. Baumbrot gebacken. Mittellose Personen durften auf öffentlichem Boden Eßkastanien für den Eigengebrauch anbauen. Heute sind Maronen vor allem als Leckerei bekannt und gehören zum Törggelen im Spätherbst genauso dazu wie zur Füllung der Martinsgans oder als Maronenmus, eine französisch-italienische süße Spezialität. <
http://www.natur-lexikon.com/Texte/k...skastanie.html

Es wäre ja nun endlich interessant was der Fragesteller eigentlich noch dazu zu sagen hat..... Aber vielleicht ist der auf Urlaub gefahren, weil man nichts von ihm hört.

Lassen wir uns also überraschen - vielleicht kommt der Name ja überhaupt noch von ganz was anderem - wer weiß. Oder es meldet sich mal eienr der so heißt und schon Bescheid weiß. Für mich persönlich ist das nicht so wichtig, weil ich ja nicht Köstenbauer heiße.

Übrigens:
Habe inzwischen in meinem "österreichischen" Familiennamensbuch nachgesehen und dort steht zum Beispiel für den Namen Köstenbaumer auch die Ableitung zur Kastanie nämlich "dialektisch Köstenbaum = Kastanienbaum" - also naheliegend daß der Köstenbauer ursprünglich einer war, der Kastanienbäume besaß und diese auch aberntete und die Maronen verarbeitete.
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