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  #1  
Alt 13.08.2010, 20:16
Klartext345 Klartext345 ist offline männlich
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Registriert seit: 14.07.2010
Beiträge: 11
Frage Die Warnen = Ableitung Walther???

Hallo,

Ich versuche gerade den Ursprung des Namen Walter bzw. Walther, Walt, Gauthier, Wout, Wouter, Gualterio, Walo, Walt heraus zu bekommen. sie bedeuten, herrrschen und Heer und sind germanischen Ursprung, ist es möglich das sich der Name von den Warnen, einen alten germanischen stamm ableitet, oder woher kommt er genau???

Danke für eure Hilfe :-)

Geändert von Klartext345 (13.08.2010 um 20:33 Uhr)
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  #2  
Alt 14.08.2010, 00:33
Wiesenfee Wiesenfee ist offline weiblich
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Registriert seit: 30.03.2010
Ort: Ur Donautal
Beiträge: 632
Standard Walter

Hier einiges über Walter Walther

das Bild ist schlecht

Walther, nd. Wolter um 825 Walther (i) 1331 Woler (i) RN ahd. walt-heri Gewlt, Macht und Heer westfäl. Welter, reihn Welters 1248 Welther/ Weltermann / KF Welterlein, Welterle 1563 Weltherlin/ KF Welte 1296 Welti patron Welting 1538 Welthinck
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Walter_0001.jpg (11,1 KB, 28x aufgerufen)

Geändert von Wiesenfee (14.08.2010 um 00:43 Uhr)
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  #3  
Alt 14.08.2010, 01:09
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
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Registriert seit: 03.03.2007
Ort: Skive, Danmark
Beiträge: 4.662
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Hallo Klartext,

der Familienname Walter und Varianten hat nichts mit einem germanischen Stamm zu tun. Da gab es noch lange keine Familiennamen. Diese bildeten sich etwa mit Einführung der Kirchenbücher. Vorher hatten die Menschen nur Personennamen und Beinamen. Der FN Walter leitet sich vom Personennamen Walter und Varianten ab.

Der Personenname Walter ist zusammengesetzt aus den althochdeutschen Wortstämmen walt und heri. Dass Althochdeutsch eine germanische Sprache ist, ist unbestritten, eine Rückführung dieser althochdeutschen Wortstämme auf einen bestimmten germanischen Stamm wäre jedoch reine Spekulation. Dazu gibt es einfach zu wenig schriftliche Überlieferungen.

Viele Grüße
Hina
__________________
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #4  
Alt 14.08.2010, 19:24
lindemann lindemann ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.03.2007
Beiträge: 167
Standard Namensbedeutung: Walter

Die Silbe "Walt" ist dieselbe wie in Verwalter; vgl. auch "wer nur den lieben Gott läßt walten"

-her ist die neuere Form von -hari (Krieger) (wie auch z.B. in Günther, Wernher usw.)

Gruß

Roswitha
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  #5  
Alt 13.03.2012, 13:49
CodeRed CodeRed ist offline
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Hallo an alle,

ich nehme nochmal diesen alten Thread auf, da ich mich auch für den FN Walter sehr interessiere.

Es ist ja kein seltener Name. Heißt das jetzt, das alle Stammväter mit diesem FN über ein Kriegsheer geheerscht haben bzw. es verwaltet haben.
Oder waren es "nur" Krieger.

Die Häufigkeit des Namens irritiert mich und das er in ganz Deutschland verbreitet ist. Oder hatte jeder kleine Stamm damals einen Walt-heri für seine Krieger?

Das genaue Übersetzen der einzelnen Silben wurde ja schon besprochen, aber meine Frage ist: Was kann ich mir genau darunter vorstellen?

Gruß Dominic
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  #6  
Alt 13.03.2012, 14:04
Xylander Xylander ist offline männlich
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Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 2.421
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Hallo Dominic,

die Personennamen wurden ja nach der Geburt vergeben und nicht, wie teilweise bei anderen Völkern, später geändert, je nach Lebensabschnitt. Wie hätte man da wissen können, dass aus dem Jungen mal ein Walter des Heeres werden würde?

Dem Kind wurde Identität und in gewisser Weise auch ein Omen mitgegeben.

Ob dieses Omen dann irgendwann Realität wurde, weiß man nicht, genausowenig wie heute alle Felixe immer glücklich sind.

Viele Grüße
Xylander
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  #7  
Alt 13.03.2012, 15:23
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von CodeRed Beitrag anzeigen
Die Häufigkeit des Namens irritiert mich und dass er in ganz Deutschland verbreitet ist. Oder hatte jeder kleine Stamm damals einen Walt-heri für seine Krieger?
Hallo Dominic,

zum besseren Verständnis hier noch ein paar Erläuterungen und Zitate:

Aus Koebler, Althochdeutsches Wörterbuch
  • heri: ahd., nhd. = Heer, Menge, Schar, Heerschar, Heerfahrt, Streitmacht, Heeresabteilung
  • walt: ahd., nhd. = »Gewalt«, Recht, Vollmacht
  • waltan: ahd., nhd. = walten, herrschen, beherrschen, regieren, herrschen über, Herr sein, Herr sein über, mächtig sein,
    in seiner Gewalt haben, die Aufsicht haben, wachen, wachen über, bewachen, sorgen, sorgen für, bewirken, halten, tun, besitzen
nach Mittelhochdeutsches Handwörterbuch von Matthias Lexer auch möglich:
  • walthërre = Waldhüter
Nach Adelung, Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart:
  • Der Walter: Derjenige, welcher mit oder über etwas waltet; ein längst veraltetes Wort, welches noch in Verwalter lebt.
    Auch der eigene Nahme Walther ist ein Überbleibsel davon.
Nach Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm:
  • rotwelsch ("Gaunersprache") walter = Laus
Es gibt also für den Namen Walt(h)er noch ein paar mehr Deutungen als allgemein angenommen und in der onomast. Lit. veröffentlicht.

Die Mehrzahl der Namensträger wird aber, wie Du bereits angedeutet hast, für eine Personengruppe mit Kampf- oder Verteidigungsaufgaben
zuständig gewesen sein. Das träfe z.B. schon auf eine kleine Bürgerwehr zu.
Das Leben im frühen Mittelalter war nicht einfach und friedlich!
__________________
Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (13.03.2012 um 18:47 Uhr) Grund: orthograf. Korr.
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  #8  
Alt 13.03.2012, 18:38
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo Laurin,

danke für die Übersicht, und kleine Anmerkung zum letzten Satz: im frühen Mittelalter gab es m.W. nur selten Beinamen, Familiennamen wohl überhaupt nicht.

In dieser Zeit bis etwa 1050 handelte es sich bei dem Namen Waltheri also um einen Rufnamen, siehe mein voriges Posting, das allerdings an Dominics eigentlicher Frage komplett vorbeiging.

Für die Epoche der Beinamen-Entstehung kommt dann außer der Deutung als Berufsname auch die patronymische Bildung in Betracht.

Wie groß der Anteil möglicher Bildungsweisen war, kann ich nicht schätzen, aber ich tendiere zu Deiner Meinung: mehrheitlich Berufsname.

Viele Grüße
Xylander
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  #9  
Alt 13.03.2012, 18:44
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Registriert seit: 30.07.2007
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Beiträge: 5.127
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Hallo Laurin,
danke für die Übersicht, und kleine Anmerkung zum letzten Satz: im frühen Mittelalter gab es m.W. nur selten Beinamen, Familiennamen wohl überhaupt nicht.
In dieser Zeit bis etwa 1050 handelte es sich bei dem Namen Waltheri also um einen Rufnamen, siehe mein voriges Posting, das allerdings an Dominics eigentlicher Frage komplett vorbeiging.

@Xylander:
Wir wissen ja nicht, wann die speziellen Personen namens Walt(h)er lebten bzw. wann sie ihren FN erhielten und ob dieser aus einem RN hervorging oder auf eine der anderen von mir erwähnten Möglichkeiten entstand.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #10  
Alt 13.03.2012, 19:23
CodeRed CodeRed ist offline
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Hallo Gerhard und Xylander,

danke das ihr euch mit mir Gedanken drüber macht.

@Xylander: Wenn ich ehrlich bin musste ich nach deinem ersten Thread ein bißchen an die Frage, Was war zuerst da: Das Huhn oder das Ei, denken.
Bei deinem zweiten Beitrag habe ich es dann schon eher verstanden =)
Es sind natürlich alles nur Spekulationen wie mein Vorfahr an seinen Namen gekommen ist. Ob über den Beruf, patronymisch oder sonst welche Wege. Selbst wenn er über den Rufnamen entstanden ist, muss der RN ja auch irgendwie entstanden sein. War also nicht am Thema vorbei.

@ Gerhard: Die anderen Optionen der Namensherkunft hören sich auch sehr interessant an. Die Erläuterungen waren ganz hilfreich. Man muss halt von seiner heutigen Sicht von Wörtern loskommen. Siehe "Heer" zum Beispiel. Das was ich als Heer bezeichne, ist lang nicht das, was damals als Heer bezechnet wurde.
Witzig finde ich, dass ich bisher überall im Internet nur die Walt-heri Theorie gelesen habe. Aber da man es eh nur sehr unwahrscheinlich herausfinden kann machen mehr Theorien die Sache nur interessanter.

Ich bin leider erst bis Mitte des 18 Jahrhundert mit meiner Forschung in dieser Linie. Es gibt aber KB die bis zum 30 jährigen Krieg zurück gehen, die ich nur noch nicht einsehen konnte.
Aber umso spannender ist, das die Familie aus der Nähe eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert kommt und ANGEBLICH (ich weiß was ich von Familiengeschichten halten muss) schon der Name in irgendwelchen Unterlagen zum Bau des Klosters auftaucht.
Ich kann es natürlich nicht bestätigen, aber solche "Storys" veranlassen mich auf jedenfall mal weiter zu graben.

Gruß
Dominic

Geändert von CodeRed (13.03.2012 um 19:38 Uhr)
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