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  #1  
Alt 11.06.2012, 22:47
gki gki ist offline
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Standard FN Zinhobl

Familienname: Zinhobl
Zeit/Jahr der Nennung: um 1750
Ort/Region der Nennung: Niederbayern


Hallo,

mal wieder ein interessanter Name.

Es könnte sich dabei um einen Herkunftsnamen handeln,

Nach

http://books.google.de/books?id=xTA-...inhobl&f=false


Zinhobl Einöde Oestr ob d E Bza Engelszell Gmde Vichtensteln P Engelhartszell

Heute wohl Ziehobl:

http://maps.doris.at/?x=27156&y=3747...arker_y=374788


Falls es sich also um einen Herkunftsnamen handelt, wovon leitet sich der ab? Zieh-den-Hobel, wie man naiv denkt?
__________________
Gruß
gki
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  #2  
Alt 11.06.2012, 23:44
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo gki,

die Einöde Zinhobl (zur Gemeinde Vichtenstein in Österr. gehörend) könnte für den Herkunftsnamen stehen.

Eher aber sehe ich den FN Zinhobl als Berufs-Übernamen für einen Orgelbauer (in der bayerischen Mundart Zin von ahd. zin = Zinn*) + Hobl).
Nach Krünitz ist der Zinnhobel ein Werkzeug in diesem Beruf:
Bey den Orgelbauern kommen insonderheit der Zinnhobel, ein eiserner Hobel, ... vor.
Mit dem Zinnhobel, Fr.
Galère, wird die zugeschnittene Flöte (Orgelpfeiffe) auf beyden Seiten behobelt, um ihr die rechte Metalldicke zu geben.
Sie ist mit einem herab gebogenen Schwanze zum Angreifen versehen. Vorn geht durch sein Holz ein Zapfen oder Stock hindurch.
Die Schneide des Hobeleisens ist gerade. Gemeiniglich beschlägt man ihn, der bessern Dauer wegen, auf seiner untern Bahn mit einer Eisenplatte.
Alle Kanten, vornehmlich am Schwanze, welcher hoch genug steht, werden, um sich im Hobeln nicht zu verletzen, stumpf gemacht.

*) Nach Schmeller, Bayer. WB (1877)
__________________
Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (11.06.2012 um 23:54 Uhr)
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  #3  
Alt 11.06.2012, 23:53
gki gki ist offline
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Hallo Gerhard!

Zitat:
Zitat von Laurin Beitrag anzeigen
die Einöde Zinhobl (zur Gemeinde Vichtenstein in Österr. gehörend) könnte für den Herkunftsnamen stehen.

Eher aber sehe ich den FN Zinhobl als Berufs-Übernamen für einen Orgelbauer (in der bayerischen Mundart Zin + Hobl).
Nach Krünitz ist der Zinnhobel ein Werkzeug in diesem Beruf:
Das ist ja mal eine spannende Wendung!

Ich habe in der Tat einen Organisten (aber keinen Orgelbauer) dieses Namens zu bieten:

Andreas Gottlieb Zinhobl, Organist und Schulmeister in Wimsbach, gest. 15. März 1757

Bad Wimsbach-Neydharting, Österreich, Grabstein in der Kirche

aus: Österreichische Kunsttopographie: Band 34
Snippet-Ansicht bei Google-Books.

Wie muß ich mir das vorstellen: Ein Orgelbauer bekam den Hof übertragen und gab ihm diesen Namen und die anderen Namensträger bekamen dann den Namen vom Hof?
__________________
Gruß
gki
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  #4  
Alt 11.06.2012, 23:56
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Ich habe in der Tat einen Organisten dieses Namens zu bieten
Wäre auch eine vorstellbare Möglichkeit für Zinhobl als Berufs-ÜN.
Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Wie muß ich mir das vorstellen: Ein Orgelbauer bekam den Hof übertragen und gab ihm diesen Namen und die anderen Namensträger bekamen dann den Namen vom Hof?
Das bleibt wohl Deiner Phantasie überlassen, liegt aber im Bereich des Möglichen
Nun liegt es an Dir, auch noch die Geschichte des Zinhobl-Hofes zu erforschen. Viel Erfolg!

PS: Zum FN Zinhobl gibt es in D und in A die Varianten
  • Zinhobl
  • Zinhobel
  • Zinhobler
  • Zinnhobel
  • Zinnhobler
Das dürfte meine Annahme zu einem Berufs-Übernamen bekräftigen.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (12.06.2012 um 11:56 Uhr) Grund: PS ergänzt
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  #5  
Alt 13.06.2012, 17:05
gki gki ist offline
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Hallo Gerhard,
ich habe gerade versucht im Online-Krünitz den Artkel zu finden, aber ich finde den Eintrag nicht unter "Zinh" oder "Zinnh". Wo muß ich suchen?

Zu der Hofforschung: Ich warte ja immer noch den Band über das Innviertel zum Historischen Atlas Bayern. Angedacht war er wohl 2009...
__________________
Gruß
gki
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  #6  
Alt 13.06.2012, 17:51
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Hallo gki,

unter Hobel, (Zinn=) der Orgelbauer, wirst Du weitergeleitet S. 28.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin

Geändert von Laurin (13.06.2012 um 17:57 Uhr)
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  #7  
Alt 13.06.2012, 18:11
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Danke!
__________________
Gruß
gki
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  #8  
Alt 21.09.2012, 23:08
gki gki ist offline
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Ich habe jetzt zufällig einen Eintrag in den Briefprotokollen 1665-67 der Herrschaft Viechtenstein bei familysearch gefunden. "Wolf Zinhopl im Zinhopl" tritt dort als Vormund auf. Siehe Anhang.
Angehängte Grafiken
Dateityp: png wolf_zinhopl_im_zinhopl.png (78,6 KB, 3x aufgerufen)
__________________
Gruß
gki
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  #9  
Alt 22.09.2012, 16:22
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Hallo gki,

somit haben "Deine" Zinhobl's nachweislich einen Herkunftsnamen
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #10  
Alt 22.09.2012, 17:01
gki gki ist offline
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Hallo Gerhard!

Zitat:
Zitat von Laurin Beitrag anzeigen
somit haben "Deine" Zinhobl's nachweislich einen Herkunftsnamen
Den Nachweis muß ich noch führen, denn wo mein Zinhopl herkommt ist noch nicht geklärt. Ich vermute aber schon, daß er irgendwie von diesem Hof abstammt. Ich habe auch nördlich der Donau Zinhopl gefunden, recht genau dem Hof gegenüber, das spricht zumindest dafür daß es einige Zinhopl gab für die der Hof Namensgeber war.

Aber auch wenn mir die Anbindung gelingt, bleibt ja die Frage wo der Hofname herkommt.
__________________
Gruß
gki
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