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  #1  
Alt 06.08.2013, 20:20
tomtom2013 tomtom2013 ist offline
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Standard FN Otto / Otte

Familienname: Otto / Otte
Zeit/Jahr der Nennung: 1800-1860
Ort/Region der Nennung: Gestewitz bei Borna/Eula in Sachsen


Liebe Helfer,

ich bin etwas irritiert. Ich dachte bisher meine Ururgroßmutter sei eine geborene Otto.
Nun habe ich aber in den Kirchenbüchern den Geburtseintrag gefunden und das liest sich doch ziemlich nach Otte.
Ich habe auch noch andere dieses Namens gefunden, bei einigen liest es sich ganz klar Otte, bei anderen könnte es auch Otto sein. Ich habe allerdings auch Einträge gefunden, die eindeutig "Otto" heißen.

Kennt sich jemand mit den FN in dieser Gegend aus. Kann es sein, dass es sich bei Otto und Otte um denselben Namen handelt, den nur der ein oder andere anders verwendet oder eingetragen hat?

Ich habe sogar "Ottin" gefunden, aber das ist wohl nur die weibliche Form von Otte - sowas hatte ich vorher auch noch nicht. Ebenso den Genitiv Ottens.

Laut Sterbeeintrag meiner Ururgroßmutter ist sie eine geborene Otto - wie kann dieser Unterschied zustande kommen?

Danke und LG,
Tom
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  #2  
Alt 06.08.2013, 21:11
Benutzerbild von kreis_soldin
kreis_soldin kreis_soldin ist offline männlich
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Hallo Tom,

die Namensvariante Otte (auch Otten, bei Frauen) gibts bei meinen Ottos aus der Umgebung von Luckenwalde genauso.

Viele Grüße,
Jan
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  #3  
Alt 06.08.2013, 21:59
tomtom2013 tomtom2013 ist offline
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Hallo Jan,

hast du eine Ahnung, wie diese unterschiedliche Schreibweise zustande kommt? Wie hat man das damals auseinandergehalten, und welches ist dann der "richtige" Name?

LG,
Tom
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  #4  
Alt 06.08.2013, 22:54
Benutzerbild von kreis_soldin
kreis_soldin kreis_soldin ist offline männlich
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Hallo Tom,

bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Variabilität der Familiennamen nichts ungewöhnliches, ich habe z.B. auch einen Fall, wo die Schreibung des Familiennamens ständig zwischen Stresow / Streesow / Streese / Strese hin- und herpendelt. Das ist wohl natürlicher Sprachwandel, der sich in den Kirchenbucheinträgen reflektiert, erst mit den Standesämtern ab 1874/76 wurde die schriftliche Eintragung der FN verbindlich und eine Änderung der Schreibweise nicht mehr ohne weiteres möglich.

Viele Grüße,
Jan
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  #5  
Alt 06.08.2013, 23:53
Benutzerbild von Liisa
Liisa Liisa ist offline
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Hallo Tom,

die Schreibweise erfolgte oft nur nach Hörensagen.

Eine Otto-Variante ist auch Ottow.

Ich bin auch ein Otto-Sucher, willkommen im Club!

Grüße von
Liisa
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  #6  
Alt 07.08.2013, 12:55
tomtom2013 tomtom2013 ist offline
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Das macht es dann natürlich noch schwerer, herauszufinden, ob die jeweilige Person zur Familie gehört, vor allem, wenn 80% der Frauen auch noch Johanna Christiana heißen und 80% der Männer Friedrich Wilhelm oder Johann Christian ;-)

Immerhin gibt es bei meinen Otto-Vorfahren meist nur 1 Kind und nicht noch 12 Geschwister :-)

LG an euch und viel Glück bei der Suche,
Tom
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  #7  
Alt 07.08.2013, 15:31
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo liebe Otto-Fans,

ausgehend von der Urbedeutung für Autha (Auszug aus Heintze anbei) sind Hunderte verschiedener Familiennamen entstanden,
zu denen auch die Gruppe der "Ottos" gehört.

Der Wissenschaftler Ernst_Förstemann veröffentlichte im Jahre 1857 nach einem von den Brüdern Grimm ausgeschriebenen Wettbewerb
zur Erfassung "sämtlicher" altdeutscher Familiennamen (dessen einziger Teilnehmer er war!) sein Altdeutsches Namenbuch.
Darin sind einige Varianten zum FN Otto erfaßt (Auszug anbei).

Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich Familiennamen auf die unterschiedlichste Art und Weise
(Kürzungen, Verschleifungen, Konsonanten- und Vokalwechsel, um nur einige zu nennen).
So sind die mannigfaltigsten Formen zum gleichen Familiennamen nicht verwunderlich - man konnte hier über lange Zeit tun und lassen, was man wollte.
Wobei sich man eher auf die Obrigkeit und die von ihr beauftragten Matrikenführer bezieht und nicht auf "Jedermann".
Dem wurde erst mit Einführung der Standesämter (1.10.1874 in Preußen, 1.1.1876 im gesamten Deutschen Reich) ein Ende bereitet
und die Namen in ihrer letzten bekannten Schreibweise "eingefroren".
Angehängte Grafiken
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__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #8  
Alt 08.08.2013, 11:33
Benutzerbild von Liisa
Liisa Liisa ist offline
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Hallo Laurin,

vielen Dank für Deine Info und die Bilder! Das ist sehr interessant!



Viele Grüße
Liisa
__________________

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  #9  
Alt 08.08.2013, 19:53
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von tomtom2013 Beitrag anzeigen
... Ebenso den Genitiv Ottens.
Der Genitiv wurde meist bei Angabe der Eltern verwendet,
z.B. "ehl. Sohn Metzgers Johannes Ottens" > heute: "ehel. Sohn des Metzgers Johannes Ott(o)"
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #10  
Alt 08.08.2013, 20:12
tomtom2013 tomtom2013 ist offline
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Hallo Laurin,
auch von mir noch recht herzlichen Dank!
Mich verwundert eigentlich nicht so sehr die unterschiedliche Schreibweise ansich - das ist durchaus nachvollziehen, dass Namensvarianten sich entwickeln. Ich finde es vielmehr erstaunlich, dass innerhalb eines Kirchenbuches dieselbe Person einmal mit den Namen OTTO und einmal mit dem Namen OTTE auftaucht, aber da werd ich mich wohl dran gewöhnen müssen :-)

LG,
Tom
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