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  #1  
Alt 11.04.2015, 22:30
Benutzerbild von fxck
fxck fxck ist offline männlich
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Standard Alte Truhe von Franz Reisser (*1892) aus Großmeierhöfen Nr. 18 (Kreis Tachau) gefunden!

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: um 1910/1920
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Großmeierhöfen/Kreis Tachau


Hallo,

durch einen glücklichen Zufall bin ich auf die als Bild angehängte Truhe gestoßen und habe sie gekauft. Diese Truhe gehörte wohl Franz Reisser (*1892) aus Großmeierhöfen Nr. 18.

Meine Frage: Kann mir jemand sagen, welche Funktion diese hatte? Die Aufschrift (unter dem Namen) lautet "Gruppe" und "Bez. Tachau".
Ist dies ein Relikt aus dem Ersten Weltkrieg oder von der Vertreibung?

Vielleicht kann ja jemand helfen, ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen.

Liebe Grüße,
Anton
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Dateityp: jpg 20150411_192208.jpg (238,7 KB, 78x aufgerufen)
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  #2  
Alt 12.04.2015, 11:58
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Farang Farang ist offline männlich
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Hallo Anton,

das sieht eher wie ein Relikt der Vertreibung aus. Eine fast gleiche Kiste steht bei mir. In unsere Familie heißt das Ungetüm "der Vertreibungskoffer" - er wurde von meinem Großvater kurz vor der Aussiedlung 1946 notdürftig fabriziert und diente zum Transport des erkläglich, erlaubten Hausstandes.
Eine militärische Kiste schließe ich aus, da die Bezeichnungen "Gruppe/Bezirk Tachau" in diesem Zusammenhang unmilitärisch sind.

Gruß Michael
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  #3  
Alt 12.04.2015, 12:14
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Hallo Michael,

danke für deine Erklärung! Ich hätte Vertreibung eher ausgeschlossen, weil die Leute ja an der Grenze großteils ihre Sachen abgeben mussten, auch wenn man ihnen Gepäck offiziell zugestand.
Ich frage mich aber noch, was diese "Gruppe" bedeuten soll. Aber es ist schon mal gut, wenn eine militärische Nutzung ausgeschlossen werden kann...

Liebe Grüße,
Anton
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  #4  
Alt 12.04.2015, 12:34
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Zitat:
Zitat von fxck Beitrag anzeigen
.... großteils ihre Sachen abgeben mussten, auch wenn man ihnen Gepäck offiziell zugestand.
Ich frage mich aber noch, was diese "Gruppe" bedeuten soll. ......
Konfisziert wurden lediglich Dinge von Wert - die dann der "Kontrolleur" entsprechen weiterverwenden konnte. Meine Großmutter durfte nach der Kontrolle für sich und ihre 6 Kinder (2 Monate - 12 Jahre) ganze 22 Kg Gepäck mitnehmen!

Die Vertreibung ging streng geordnet vor sich und die Dörfer wurden in Transportgruppen aus den Bezirken eingeteilt - möglicherweise könnte das die Bezeichnung Gruppe und Bezirk erklären....aber das ist alles natürlich nur Spekulation.

Gruß Michael
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  #5  
Alt 14.04.2015, 09:23
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fxck fxck ist offline männlich
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Hallo,

ich habe jetzt eine sehr ausführliche Antwort vom Heimatmuseum Weiden erhalten.
Der nette Herr schrieb mir, dass die Truhe wohl zwischen 1880 und 1910 entstanden ist und vermutlich zum Aufbewahren von Textilien genutzt wurde. Später, und daran hatte er kaum Zweifel, wurde die Truhe für die Vertreibung gebraucht.
Weshalb weiter unten der Begriff "Gruppe" steht, konnte er sich leider auch nicht erklären...

Das als kleiner Zwischenstand.

Liebe Grüße,
Anton
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  #6  
Alt 15.04.2015, 20:40
Jan86 Jan86 ist offline männlich
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Registriert seit: 18.03.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 116
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Hallo Anton,

ich habe selber eine solche Truhe von meinen Vetriebenen Urgroßelter aus Heiligenkreuz und in der Familie befindet sich eine weitere aus einer anderen Linie aus Plan. Beides liegt auch im Kreis Tachau.
"Meine" Truhe wurde vermutlich zur Hochzeit meiner Urgroßeltern angeschaft (1922) und darin wurde ursprünglich das Brautkleid aufbewahrt und später der Weihnachtsbaum Schmuck.
Beide Truhen wurden gefüllt während der Verteribung (1946) mitgenommen.
Meine Oma spricht wenn sie von den Truhen redet übrigens von Koffern.

Viele Grüße,

Jan
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  #7  
Alt 15.04.2015, 23:03
Rehcharly Rehcharly ist offline männlich
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Registriert seit: 14.03.2011
Ort: 99610 Sömmerda
Beiträge: 59
Standard alte Truhe.....

Hallo Anton,

genau so eine Truhe (Holzkoffer) hatte mein Großvater Franz.Sie diente ihn als Koffer während seiner Dienstzeit (etwa1895) und er hat sie bei der Vertreibung 1945 aus Ruscholka Kreis Leitmeritz nach Thüringen zum Transport seiner wenigen Habseeligkeiten benutzt. Wir besitzen die Truhe heute noch und bewahren sie als Andenken an unseren Großvater auf. Während der Vertreibung,von Teplitz bis Geising,getrennt von meinen Eltern,bot die Truhe auf dem LKW Sitzplatz für mich (6Jahre alt)und für meine Schwester (4 Jahre alt).
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