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  #1  
Alt 22.05.2019, 16:29
Cassiopeiia Cassiopeiia ist offline
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Standard FN Tschaksch

Familienname: Tschaksch
Zeit/Jahr der Nennung: 19. Jahrhundert
Ort/Region der Nennung: Schlesien, Niebusch (Niwitska)


Aufgrund der Lautfolge scheint es ziemlich wahrscheinlich zu sein, daß es sich bei "Tschaksch" nicht um einen deutschstammigen oder germanischen Namen handelt und daß er in der Ursprungsform z.B. "Caks" (mit hadschek auf c und s) oder "Czaks" geschrieben wurde. Obwohl ich verschiedene Übersetzer für Polnisch, Slovenisch, Tschechisch und Litauisch ausprobiert habe, bin ich keinen Deut weiter. Es gab wohl einen bekannten litauischen Autor, der den Spitznamen "Caks" hatte. Ich würde zu gerne wissen, auf welche Nationalität der Name wohl hinweisen könnte.
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  #2  
Alt 22.05.2019, 17:56
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Guten Tag,
hier auch eine Deutung:
https://www.janecke.name/angaben-zu-...amiliennamen/t

Tschacksch, aus Schlesien, poln. Czacksch = warten, für einen Trödelhannes, gleichbedeutend mit den Namen Späth, Endlich, ... .

Der Langsame.
__________________
Freundliche Grüße.
Fahr mal wieder U-Bahn. Linie 1.
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  #3  
Alt 23.05.2019, 13:06
Cassiopeiia Cassiopeiia ist offline
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Hallo Horst,

Danke für Deine Antwort!
Ich habe erst vor kurzem angefangen, diesen Teil meiner Familie zu erforschen und kämpfe immer noch mit den einst deutschen/nun polnischen Ortsnamen und welches Dorf, welche Stadt zu welchem Landkreis gehörte. Leider kann ich meine Großmutter nicht mehr zur Hilfe nehmen, aber da sie selbst in Spremberg aufgewachsen ist, wüßte sie es vielleicht auch nicht mehr allzu genau.

Zurück zu Tschaksch: Diese Interpretation hatte ich auch gefunden, aber ich war nicht sicher, ob es dafür genug Belege gibt, und ich spreche auch kein Polnisch, so daß ich hätte nachvollziehen können, ob diese Übersetzung wahrscheinlich ist.
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  #4  
Alt 25.05.2019, 15:12
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo,

das polnische Wort für "warten" lautet czekać (gespr. etwa tschekatch).

Der Name ist offensichtlich slawischer (poln.) Herkunft, es gibt ihn auch in der (deutschen) Schreibweise Tzschaksch.
Zu beiden Schreibweisen ist für die deutschen Onomastik-Wissenschaftler (hier Dr. Rita Heuser) die Bedeutung unklar.
Ashampoo_Snap_2019.05.25_14h59m02s_001_.png

In https://nazwiska-polskie.pl/lista/C konnte ich einen ähnl. geschriebenen FN (noch) nicht finden.

Prof. Rymut führt in seinem Buch Nazwiska Polaków an:
Czak 1441 - von czakać,czekać (Anm. Laurin: czakać ist die altpolnische Schreibweise): ... Czekacz 1427 ...

Es könnte m.E. nach bei der Eindeutschung ein Fehler begangen worden sein und man hat das poln. -cz (tsch) am Namensende
falsch umgeschrieben zu -ksch . Am Namensanfang ist es richtig transliteriert.
Ursache dazu wäre die Ähnlichkeit der kleinen Buchstaben t und k der (deutschen) Kurrentschrift.
Siehe dazu: http://www.deutsche-kurrentschrift.d..._kurrent#gross

In der Namenverbreitungskarte für 1890 (erstellt anhand von Gefallenen-Listen des 1. WK) finden sich die FN Tschaksch, Tzschaksch und Tzschacksch
in Schlesien und in der Neumark: https://nvk.entless.org/mapbox/1890:...1890:tschaksch
Hinweis: Karte stark vergrößern, dann sind auch die Orte erkennbar.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #5  
Alt 25.05.2019, 15:21
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Zitat:
Zitat von Cassiopeiia Beitrag anzeigen
... kämpfe immer noch mit den einst deutschen/nun polnischen Ortsnamen und welches Dorf, welche Stadt zu welchem Landkreis gehörte.
Dazu siehe

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...olnischer_Orte (Wikipedia)

http://treemagic.org/rademacher/www....rtsbuch39.html ("Rademacher")
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #6  
Alt 10.09.2019, 17:11
Cassiopeiia Cassiopeiia ist offline
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Hallo!

Ich habe einen DNA Test gemacht, bei dem geschätzt wurde, daß ich zu ca. 10% osteuropäische DNA habe. Das alleine könnte ja noch eine schlechte Schätzung sein, jedoch habe ich auch etliche Matches in Polen, Ungarn, Rumänien und Litauen. Bei einem relativ rein ungarischen Match mit etwas umfangreicherem Stammbaum ist mir der Name "Takacs/ Takats" aufgefallen. Ist es möglich, daß der Name "Tschacksch" eventuell auch einen ungarischen Hintergrund haben kann?
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  #7  
Alt 12.09.2019, 14:55
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Hallo,

die doch recht unterschiedliche Bedeutung des ungar. FN gegenüber der oben angedeuteten (vermutl.) slawischen Etymologie - zu poln. czekać "warten" -
läßt mich an einem ungar, Hintergrund zweifeln.
Aus Wikipedia:
Zitat:
Takács ist ein ursprünglich berufsbezogener ungarischer Familienname mit der Bedeutung „Weber“
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #8  
Alt 13.09.2019, 10:06
Cassiopeiia Cassiopeiia ist offline
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Hallo Laurin!

Danke für die Links! Da die Herkunft von "Tschacksch" nicht 100% klar ist, war die Überlegung, daß der Name vielleicht doch nur zufällig wie "warten" im Polnischen klingen könnte. Ich habe für "Czekacz" auch keine Personen mit diesem Nachnamen gefunden, lediglich "Czak", was ja nun nicht genau der gleiche Name ist. Heißt das eventuell, daß es den Namen "Tschacksch" genau so im Polnischen gar nicht gibt?
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  #9  
Alt 13.09.2019, 14:49
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Zitat:
Zitat von Cassiopeiia Beitrag anzeigen
Heißt das eventuell, daß es den Namen "Tschacksch" genau so im Polnischen gar nicht gibt?
Hallo,

da hast Du vollkommen recht. So sieht der Name nur nach einer "Eindeutschung" aus.
Anstelle poln. -cz- wird lautähnlich deutsch -tsch- und anstelle poln. -sz- lautähnlich deutsch -sch- geschrieben. Buchstabengetreu wäre der Name im Deutschen ohne Kenntnis der polnischen Sprache kaum auszusprechen - was aber vehement immer wieder versucht wurde / wird und dabei die unsinnigsten Zungenbrecher entstehen.

Die FN Czaksz und Czekacz sind in der aktuellen Verbreitungskarte für PL nicht aufgeführt,
Czaksz ist auch nicht in der umfangreichen Namensammlung von Stankiewicz enthalten und nicht bei "Nazwiska polakow" (Prof. Rymut) genannt, sondern jeweils nur die Variante Czekacz (1427).
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #10  
Alt 13.09.2019, 15:20
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AlAvo AlAvo ist offline
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Hallo zusammen,

ich erlaube mir anzumerken, dass der FN Cakšs, Čaks und weitere Entsprechungen in mir vorliegenden lettischen Kirchenbüchern seit 1827 Erwähnung findet:
Röm.-kath., 1827 im Kreis Ludsen/Ludza, Lettgallen
Ev.-luth., 1838 Gemeinde Serbigall, Kreis Walk, Livland

Möglicherweise gibt es vor den benannten Jahreszahlen weitere und ältere Erwähnungen, die mir jedoch nicht bekannt sind oder mir nicht vorliegen. Dies sowie mögliche Herkunftsorte- bzw. Regionen bedürfen einer Durchsicht der jeweiligen Kirchenbücher.
In Lettland war und ist der FN Cakšs, Čaks sowie weitere Entsprechungen weit verbreitet.

Edit: Die eingedeutsche Variante davon war dann "Tschaksch".


Viele Grüße
AlAvo
__________________
Mitglied der Lettischen Kriegsgräberfürsorge (Bralu Kapi Komiteja)

Zirkus- und Schaustellerfamilie Renz sowie Lettland

Meine Alben (werden ständig erweitert)



Reisenden zu folgen ist nicht einfach, um so mehr, wenn deren Wege mehr als zweihundert Jahre zurück liegen!


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