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  #1  
Alt 04.10.2009, 09:50
Mazur Mazur ist offline
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Registriert seit: 02.10.2009
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Standard Wardaschka / Wardaszka

Hallo zusammen!

Ich suche Informationen zum Namen "Wardaschka".
Das war der Name meines Opa's.

Ich vermute , das es sich hierbei um die eingedeutschte Variante des Namen "Wardaszka" handeln könnte, da ich auf "familysearch.org" folgendes gefunden habe:

3 Personen mit Namen "Wardaschka"
9 Personen mit Namen "Wardaszka"

Sämtliche Personen stammen aus dem selben Dorf wie mein Opa: Darethen (Dorotowo) in Allenstein (Olsztyn), Ostpreußen.

Heute wohnen die meisten Wardaszkas in Ostrów Mazowiecka, in der Woiwodschaft Masowien. Das deckt sich mit der Tatsache, das in früherer Zeit das südliche Ostpreußen (einschließlich Allenstein) von Kolonisten aus dem Herzogtum Masowien besiedelt wurde.

Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist die Endung -ka.
Diese kommt in Polnische Nachnamen offenbar sehr selten vor. Von allen slawischen Sprachen scheint die Endung nur im Tschechischen/Slowakischen geläufig zu sein.

Zu guter letzt wüsste ich natürlich noch gerne, was der Name "Wardaschka" überhaupt bedeutet.

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
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  #2  
Alt 04.10.2009, 11:56
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Mazur,

das ist zwar richtig, dass polnische Familiennamen nicht übermäßig auf -ka oder -a enden (ausgenommen die weiblichen Formen) aber selten ist es im Grunde auch nicht. Besonders in Masowien finden wir das häufiger, z.B. Somlka und nur auf -a gibt es sogar richtig viele Namen. Die in Polen recht häufigen Spottnamen, die zum Familiennamen wurden, enden z.B. sehr oft auf -a.

Der Familienname Wardaschka könnte auf polnisch warda "Linktatz" zurückzuführen sein.

Viele Grüße
Hina
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"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #3  
Alt 05.10.2009, 11:42
Mazur Mazur ist offline
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Hallo Hina,

vielen dank für deine schnelle Antwort.

Zu "Linktatz" finde ich folgende Umschreibungen:"...jemanden der links ist", oder "link ist der, welcher mit der linken hand das verrichtet, was gewöhnlich mit der rechten gethan wird". Klingt abenteuerlich. Kann man Linktatz also mit Linkshänder übersetzen? Oder ist vielleicht jemand gemeint, der "zwei linke Hände" hat?
Zusammen mit der Endung -ka wäre das allerdings eine doppelte Verspottung.

Wäre es möglich das der Name Wardaschka auf das Polnische/Tschechische Wort für Wächter, "Warta" zurück zu führen ist? Laut Wikipedia war der Bevölkerungsanteil des niederen Adels in Masowien besonders hoch (ehemalige Grenzwächter; ca. 25 % der Bevölkerung).
Die Polnische bezeichnung für den Fluss Warthe lautet ebenfalls "Warta". In früherer Zeit war die Warthe einmal Teil der Polnischen Grenze.

LG
Mazur
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  #4  
Alt 05.10.2009, 11:58
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Zitat:
Zitat von Mazur Beitrag anzeigen
Hallo Hina,

vielen dank für deine schnelle Antwort.

Zu "Linktatz" finde ich folgende Umschreibungen:"...jemanden der links ist", oder "link ist der, welcher mit der linken hand das verrichtet, was gewöhnlich mit der rechten gethan wird". Klingt abenteuerlich. Kann man Linktatz also mit Linkshänder übersetzen? Oder ist vielleicht jemand gemeint, der "zwei linke Hände" hat?
Zusammen mit der Endung -ka wäre das allerdings eine doppelte Verspottung.

Wäre es möglich das der Name Wardaschka auf das Polnische/Tschechische Wort für Wächter, "Warta" zurück zu führen ist? Laut Wikipedia war der Bevölkerungsanteil des niederen Adels in Masowien besonders hoch (ehemalige Grenzwächter; ca. 25 % der Bevölkerung).
Die Polnische bezeichnung für den Fluss Warthe lautet ebenfalls "Warta". In früherer Zeit war die Warthe einmal Teil der Polnischen Grenze.

LG
Mazur
Hallo Mazur,

laut mein Wissen:

Wardaszek = leworeczny, mankut auf Deutsch Linkshändig

Gruß

Janusz
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  #5  
Alt 05.10.2009, 12:42
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Mazur,

ob der Name möglicherweise auch vom Wortstamm warta abzuleiten ist, denke ich weniger, zumindest müsste man dann nach der entsprechenden Verschleifung suchen. Natürlich gibt es auch in Polen viele Berufsnamen aber wesentlich verbreiteter waren die vielen (Spott)übernamen, wenn es sich nicht um Herkunftsnamen handelte.

Der polnische Adel machte in der Tat einen sehr hohen Prozentsatz aus. In einigen Dörfern sogar bis zu 30 % der Bevölkerung, im Durchschnitt 10-12 %. Was sie jedoch vom Rest der Bevölkerung unterscheidet ist, dass sie zu ihrem Familiennamen noch ihren Wappenlcannamen führten und sich in der Mehrheit nach ihrem Besitz nannten. Wer bei seiner Forschung in Polen darauf stößt, dass die Familie Grundbesitz hatte und einen zweiten Namen führte, der kann durchaus davon ausgehen, dass seine Ahnen dem polnischen Adel angehörten. Allerdings habe ich in den einschlägigen Verzeichnissen des polnischen Adels keine Familie mit diesem oder ähnlichen Namen gefunden.

Viele Grüße
Hina
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  #6  
Alt 05.10.2009, 14:37
Mazur Mazur ist offline
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Hallo ihr beiden,

es scheint Hina hat recht. Es finden sich bei den kleinen Szlachta tatsächlich keine Hinweise auf den Beruf des (Grenz-)wächters im Namen.

Allerdings gibt es den seltenen Namen Wartarska.

Aber um auf "Linktatz" Warda zurück zu kommen: Ist die Bezeichnung Wardaszek in Polen heute noch so üblich? Handelt es bei Wardaschka also vielleicht um einen regionalen Dialekt (Kaschubisch, Polabisch, Masurisch etc.)? Und haben Namen wie Wardak, Wardacki, Wardaszko, Wardal, Wardawa eine ähnliche Bedeutung (falls es sich nicht um eine Herkunftsbezeichnung handelt)?

LG
Mazur
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  #7  
Alt 05.10.2009, 14:48
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Mazur,
da kennt sich Janusz vielleicht besser aus aber da die Namenssuffixe -ka/-a in masurischen Namen doch scheinbar etwas häufiger als anderswo vorkommen, könnte das durchaus etwas dialekt- oder zumindest regionsspezifisch sein.
Viele Grüße
Hina
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