#1  
Alt 28.01.2014, 09:20
Benutzerbild von christian porzelt
christian porzelt christian porzelt ist offline
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Standard Adels/Rangkrone?

Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage wegen einer Krone, die über einer Kartusche mit einer Bauinschrift angebracht ist.
Das Haus dazu stammt aus dem Jahr 1769 und wurde durch einen bürgerlichen Holzhändler errichtet. Allerdings verwirrt mich deshalb die Krone. Ich kenne so etwas eigentlich nur von Adelswappen ODER von jüdischen Grabsteinen, auf denen die Krone oft als Symbol für den guten Namen des Verstorbenen o.ä. steht.

Daher wäre meine Frage: Kann man die Krone als Rangkrone identifizieren?
Ist so etwas bei einem Bürgerlichen etwas Außergewöhnliches? (Meiner Meinung nach ja schon)
Kann man sagen, dass es als anmaßend oder prahlerisch zu verstehen ist, wenn sich jemand, der offensichtlich nicht adelig ist, so etwas an seinem Haus anbringt?

Ich bin jetzt schon auf eure Beitrage gespannt.
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Gruß Christian
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  #2  
Alt 28.01.2014, 11:07
Halbpommer Halbpommer ist offline
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Die Krone sieht aus wie eine Landgrafenkrone ohne Bügel.
Herrschte in dieser Zeit dort ein Landgraf? Aufgrund des Wortes Patron in der Schrift, vermute ich dass dies ein Bekenntnis zu seinem Landesherren war. Evtl war der Erbauer ja Lieferant, worauf man oft Stolz war.
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  #3  
Alt 28.01.2014, 18:19
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Johannes v.W. Johannes v.W. ist offline männlich
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Hallo Christian
Ja, die Krone ist eine Adelskrone und in diesem Fall wohl ungewoehnlich. Der Erbauer koennte sie mit der Widmung innerhalb der Kartusche an seinen Namenspatron, den Hl. Johannes "gerechtfertigt" haben. Wenn er tatsaechlich ein einfacher Buerger und die Krone auch nicht durch ein Amt etc. bedingt war, duerftest mit deiner Vermutung richtig liegen, dass hier jemand etwas (zu) offensichtlich auf eine Standeserhoehung spekuliert hat...

Viele Gruesse
Johannes
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Dergleichen [genealogische] Nachrichten gereichen nicht nur denen Interessenten selbst, sondern auch anderen kuriosen Personen zu einem an sich unschuldigen Vergnügen; ja, sie haben gar oft in dem gemeinen Leben und bei besonderen Gelegenheiten ihren vielfältigen Nutzen. Johann Jakob Moser, 1752
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  #4  
Alt 28.01.2014, 18:57
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christian porzelt christian porzelt ist offline
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Ich bin froh, dass ihr meine Vermutung bestätigt. Wie gesagt, finde ich diese Krone herrausragend. Ein bürgerliches Wappen oder so hätte man ja erwarten können, aber das ist schon heftig. Noch dazu war der Bauherr nicht ein hoher Beamter oder Hoflieferant, sondern wie gesagt Holzhändler, wenn auch mit scheinbar weitaus besseren Mitteln, als seine Kollegen.

Das Haus steht übrigens im oberfränkischen Kronach, also auch weit ab von der nächsten fürstlichen Residenz.
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Gruß Christian
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  #5  
Alt 28.01.2014, 23:30
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Ja, aber in Kronach - vielleicht kam er deshalb darauf?
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Gruß Asphaltblume
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  #6  
Alt 29.01.2014, 00:32
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
Ich interpretiere diesen Bauschmuck vielleicht als ein Zeichen der (Königs)treue des Bauherren; als Untertane zur Unterwerfung unter die Krone des Herrschenden.
Gruss
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  #7  
Alt 29.01.2014, 08:44
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

handelt es sich um das hier erwähnte Haus? http://books.google.de/books?ei=XaHo...q=d%C3%BCmlein
Ein Namensträger Dümlein scheint ja auch mit bzw in St Johannes in Kronach zu tun gehabt zu haben: http://books.google.de/books?ei=pZ_o...q=d%C3%BCmlein
Das erklärt natürlich nicht die Krone.

Der Hinweis von Asphaltblume erscheint mir im HInblick auf die Ausführungen hier: http://books.google.de/books?id=Yo1U...ed=0CCEQ6AEwAA und http://books.google.de/books?id=-zA_...ed=0CCYQ6AEwAQ zielführend.

Frdl. Grüße

Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #8  
Alt 29.01.2014, 16:29
Halbpommer Halbpommer ist offline
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Im ersten Link von Kasstor wird Dumlein als wohlhabender Flößer bezeichnet. In Teilen Bayerns waren diese außergewöhnlicherweise in Zünften organisiert. Evtl wollte er damit zeigen, dass er Flößermeister war.
Da der Beruf des Flößers oft lebensgefährlich war, erfolgte die Widmung evtl aufgrund des Danks wegen Errettung aus Lebensgefahr.

Die Stadtkirche von Kronach ist St. Johannes dem Täufer geweiht.
Möglicherweise gab es ja Wechselwirkungen zwischen ihm und dem im anderen Link erwähnten Steinmetz Dumlein, der wohl am Kirchbau beteiligt war.
Übrigens empfinde ich den wiki-Artikel zu Kronach für eine Kleinstadt exzellent!
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